Gelesen: “Welt aus Staub” von Stephan R. Bellem

Broschiert: 397 Seiten
Verlag: Ueberreuter (Januar 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 380009553X
ISBN-13: 978-3800095537

Im Jahr 2177 ist die Erde ein toter Planet. Ein Pilz hat sämtliche Vegetation vom Angesicht der Welt getilgt, und die überlebenden Menschen in die Zuflucht der Megacitys gezwungen. Einige wenige Reiche herrschen über Millionen von Mittellosen. In dieser dunkelsten Stunde der Menschheit erheben sich vier Menschen, um das Schicksal des Planeten zu verändern: Danny, ein junger Ingenieur in der einzigen Firma, die Lebensmittel herstellt; Tessa, eine Prostituierte, die sich Nacht für Nacht auf den Straßen einer der letzten Städte des Planeten durchschlägt; Elaine, eine Schmugglerin, die den sterbenden Planeten nach lebendigen Pflanzen absucht, die sie an den Meistbietenden verkaufen kann; und schließlich Sam, der an der ersten oberirdischen Plantage arbeitet, die die Menschheit vom Pilz befreien könnte. Wenn ihr Leben bis zu ihrer ersten Begegnung schon kein Zuckerschlecken war, so beginnt danach der Ärger erst richtig.
(Quelle: Ueberreuter Verlag)

Der dystopische Roman „Welt aus Staub“ stammt von Stephan R. Bellem.
Vor diesem Hintergrund lernt der Leser die Protagonisten kennen.
Sam ist Angestellter bei Food Corp. Er lebt im oberen Komplex der Megacity. Für ihn und seine Freunde spielt Geld nur eine untergeordnete Rolle. Sie haben ein Heim, ihnen geht es gut.
Tessa ist 17. Sie schlägt sich als Prostituierte durchs Leben. Sie wohnt im unteren Komplex der Stadt und oft weiß sie nicht ob sie den nächsten Tag noch erleben wird.
Wie Tessa lebt auch Elaine im unteren Komplex, sie ist jedoch finanziell relativ abgesichert. Sie ist eine sogenannte „Försterin“, was nichts anderes bedeutet als das sie Pflanzen schmuggelt. Es ist nicht minder gefährlich aber Elaine hat sich mit ihrem Schicksal abgefunden.
Daniel, genannt Danny, ist Sams Freund. Er lebt genau wie er im oberen Komplex und ist ebenso Angestellter bei Food Corp.

Jedoch scheint er etwas entwickelt zu haben was seinem Arbeitgeber hohen Schaden zufügen könnte.
Es kommt wie es kommen muss, Danny wird seine Entdeckung zum Verhängnis und die 3 anderen Charaktere werden durch verschiedene Handlungsstränge zueinander geführt. Danny hat der Welt etwas hinterlassen, das sie ändern könnte …

Stephan R. Bellem entführt den Leser in „Welt aus Staub“ in eine sehr dunkle Welt. Diese Dunkelheit zieht sich durch das gesamte Buch, manchmal wirkt sie sogar ein wenig beklemmend.
Es werden immer wieder neu Fragen aufgeworfen, wodurch die Handlung durchweg spannend gehalten wird. Immer wieder habe ich mich beim Miträtseln ertappt, ich wollte das Puzzle unbedingt zusammen setzen.
Die Handlungsstränge wirken gut durchdacht, jedoch war es an manchen Stellen ein wenig kompliziert.
Aufgrund der wechselnden Perspektiven hat man als Leser einen Vorsprung an Wissen gegenüber dem jeweils Handelnden jedoch nutzt dies wenig, denn der Autor verschleiert die Lösung immer wieder gekonnt. Es ist nichts vorhersehbar und erst am Ende passen die einzelnen Teile zusammen.

Der sprachliche Stil des Autors ist strukturiert und geradlinig. Er beschreibt die Umgebung sehr bildhaft, manchmal ist es jedoch zu viel des Guten, wie ich finde.
Die Charaktere sind alle samt liebevoll ausgearbeitet und wirken glaubhaft.


Mit „Welt aus Staub“ hat Stephan R. Bellem eine Dystopie geschaffen, die sich aus der derzeitigen Masse abhebt. Die Welt in die er uns entführt ist grausam, es wird nicht beschönigt.
Allerdings würde ich auf Grund dessen das Buch nicht unbedingt einem Jugendlichen empfehlen. Ich finde es ist eher etwas für Erwachsene. Mir hat es sehr gefallen das Buch zu lesen, allerdings hoffe ich, dass diese Zukunftswelt niemals so eintreten wird.

 

1 Kommentar zu „Gelesen: “Welt aus Staub” von Stephan R. Bellem“

  1. Was ein cooler Lesetipp! Vielen Dank für deine Rezi, das Buch möchte ich auch mal lesen, muss ich mir unbedingt merken. 🙂

    LG
    Lilly

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