Gelesen: „Ich bin Tess“ von Lottie Moggach

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Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
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Verlag: script5 (17. Februar 2014)
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Sprache: Deutsch
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ISBN-10: 3839001587
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ISBN-13: 978-3839001585
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Originaltitel: Kiss me first
Kurzbeschreibung:
Würdest du dein Leben aufgeben, um
das eines anderen zu übernehmen?
Leila hat Tess nie zuvor getroffen.
Doch sie weiß mehr über sie als irgendjemand sonst.
Tess hat Leila nie zuvor getroffen.
Doch wenn sie unbemerkt aus der Welt scheiden will,
muss sie Leila ihr Leben anvertrauen.
Zu Beginn ist es leicht für Leila, sich online als Tess
auszugeben. Niemand durchschaut ihr Spiel.
Doch wie lange lässt sich eine solche Lüge
aufrechterhalten?
(Quelle: script5)
Meine Meinung:
Nach dem Tod ihrer Mutter lebt Leila alleine und
zurückgezogen. Ihr Leben spielt sich am Computer ab. Sie arbeitet von zu Hause
aus und in ihrer Freizeit spielt sie entweder Onlinegames oder ist Stammgast in
Onlineforen. Eines dieser Foren hat es ihr besonders angetan.
Eines Tages stellt der Forenbetreiber Adrian den Kontakt
zwischen Leila und einer jungen Frau her, die mit einem ganz bestimmten
Anliegen an Leila herantritt. Leila soll virtuell ihr Leben übernehmen, soll
Tess werden, und so Freunde und Familie im Glauben lassen es gehe ihr gut. In
Wahrheit aber ist Tess zu diesem Zeitpunkt bereits aus dem Leben geschieden.
Lässt sich Leila darauf wirklich ein?
Der Jugendroman „Ich bin Tess“ stammt von der Autorin
Lottie Moggach. Es ist das Debüt der Autorin und diese befasst sich in ihrem
Werk mit einem aktuellen aber auch brisanten Thema.
Leila lebt alleine, ihre Mutter ist an der Krankheit MS
gestorben. Doch anstatt unter Leute zu gehen hat sich Leila komplett
zurückgezogen und lebt ihr Leben quasi online. Sie spielt Spiele, arbeitet so
und ist Stammgast in Foren. Obwohl Leila eine Protagonistin ist erfährt man als
Leser doch nicht so sonderlich viel über sie. Auch der eigentliche Grund, warum
Leila sich auf diese ganze Geschichte wirklich eingelassen hat wird erst sehr
viel später offenbart. Es war für mich auch sehr schwer überhaupt einen Zugang
zu ihr zu finden. Ich persönlich fand Leila nicht wirklich sympathisch. Sie
meint sie wäre allwissend und wirkt so auch ziemlich arrogant.
Tess ist das komplette Gegenteil von Leila. Sie ist
flippig, aufgeschlossen und redet quasi wie ihr der Mund gewachsen ist. Das macht
Tess äußerst sympathisch, allerdings hat sie ein Problem, sie ist
manisch-depressiv und möchte nichts mehr als endlich sterben.
Die anderen Figuren im Buch existieren eher nur
nebensächlich. Sie sind zwar da aber sonderlich ausgebaut sind sie leider nicht.
Der Schreibstil der Autorin ist an sich recht jugendlich
gehalten und lässt sich flüssig lesen.
Geschildert wird das Geschehen aus Sicht von Leila in der
Ich-Perspektive. An sich ist diese Perspektive ideal um den Charaktere gut
kennenzulernen, doch leider ist dies hier bei Leila nicht der Fall.
Die Handlung an sich hat eine sehr interessante Hintergrundidee.
Gerade heute im Zeitalter von Social Media ist es aktuell, denn kann man
wirklich immer mit Sicherheit sagen wer hinter den Mails wirklich steckt?
Allerdings nutzt Lottie Moggach hier das vorhandene Potential in meinen Augen
nur wenig. Die Handlung dreht sich zum großen Teil nur darum wie Leila Tess` Leben
genau kennenlernt, die beiden kommunizieren via Mails und Skype. Es kommt so
leider immer wieder zu Längen, die das Lesen erschweren. Außerdem ist es doch
auch sehr philosophisch angehaucht.
Erst im letzten Drittel nimmt die Handlung dann Fahrt auf
und die Spannungskurve steigt merklich an. Es wird sogar teilweise richtig
dramatisch.
Das Ende hat mich persönlich überrascht und auch
erschüttert. Es reißt einiges heraus und ich meinen Augen ist es wirklich ein
gutes Ende für dieses Buch.
Fazit:
Alles in allem ist „Ich bin Tess“ von Lottie Moggach ein
gutes Debüt.
Die interessante Grundidee und der lockere Stil konnten
mich wirklich überzeugen und zum Nachdenken anregen. Allerdings steht ihnen eine
Handlung mit doch erheblichen Längen gegenüber, die das vorhandene Potential
nur bedingt ausschöpft.
Schade, ich hatte doch mehr erwartet!

Mein Dank geht an den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.
Meine Rezension ist auch hier, hier, hier, hier, hier (unter Manja Teichner) und hier (unter Manja Teichner) zu finden.
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