Gelesen: „Mein Sommer am See“ von Emylia Hall

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Taschenbuch: 416 Seiten
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Verlag: btb
Verlag
(12. Mai 2014)
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Sprache: Deutsch
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ISBN-10: 3442745551
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ISBN-13: 978-3442745555
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Originaltitel: The Book of
Summers

Kurzbeschreibung:
Die erste Liebe,
eine nicht ganz einfache Mutter-Tochter-Beziehung und ein geheimnisvolles
Päckchen aus der Vergangenheit
Eines Tages bekommt Beth ein Paket. Darin ein Album mit
Fotos, Notizen und anderen Erinnerungsstücken, die Beth noch nie zuvor gesehen
hat. »Das Buch unserer Sommer«, in dem ihre Mutter Marika die Erinnerung an jene
Sommerferien festgehalten hat, die Beth in ihrer Jugend bei ihr in Ungarn
verbrachte. Eine Zeit, in der Beth hin und her gerissen war zwischen ihrem
zurückhaltenden Vater, mit dem sie im englischen Devon lebte, und der
temperamentvollen Mutter, die die Sehnsucht nach der Heimat von ihrer Familie
fortgetrieben hatte. Eine Zeit, in der Beth sich nichts sehnlicher wünschte,
als endlich ihren Platz im Leben zu finden. Eine Zeit, die mit einer
schockierenden Enthüllung endete, als Beth gerade 16 war. Seit damals hat Beth
jeden Gedanken an diese Zeit weit von sich geschoben. Doch das Album bringt all
ihre Erinnerungen wieder zurück – an die erste Liebe, an flirrend heiße
Sommertage und kühle Waldseen. Und an den Tag, an dem alles zerbrach …
(Quelle: btb Verlag)
Meine Meinung:
Beth und ihr Vater haben kaum Kontakt. Da besucht er sie
eines Tage, was total ungewöhnlich ist. Doch sein Besuch hat einen Grund, denn
er hat ein Paket für Beth. Dieses stammt von ihrer Mutter, die in Ungarn lebt
und die Beth 14 Jahre nicht mehr gesehen hat. Im Paket befindet sich ein Album,
voll mit Erinnerungen an längst vergangene Zeiten. Und diese Erinnerungen
drängen nun wieder nach oben, obwohl Beth sie am liebsten komplett vergessen
würde. Sie denkt an ihre Mutter oder auch an ihre erste Liebe. Und leider ist
das auch dieser eine bestimmte Tag, den sie am liebsten streichen würde …
Der Roman „Mein Sommer am See“ stammt von der Autorin
Emylia Hall. Es handelt sich hierbei um das Debütwerk der Autorin.
Die Charaktere des Buches sind alle samt sehr interessant
und gut dargestellt. Jeder von ihnen hat etwas Besonderes an sich.
Beth war mir auf Anhieb sympathisch. Sie lebt in London
und hat kaum Kontakt u ihrem Vater. Manchmal, besonders gerade zu Beginn des
Buches, waren mir ihre Handlungen etwas unverständlich, doch das hat sich mit
der Zeit gegeben. Durch das gebrachte Paket erlebt Beth eine Reise in die
Vergangenheit, die sei teilweise sehr aufwühlt.
Ihr Vater David ist ein etwas schwieriger Charakter. Ich
habe ihn zunächst rein gar nicht verstanden, was er eigentlich wollte. Mit der
Zeit aber wurde es klarer und immer mehr wurde verständlich wieso er Beth das
Paket gebracht hat. Das Verhältnis Vater und Tochter ist ziemlich angespannt.
Auch die Nebenfiguren, wie Marika, die lebensfroh aber
ohne jegliche Verantwortung, oder auch Támas, der nette Nachbarsjunge, sind gut
herausgearbeitet. Auch hier beweist Emylia Hall ein Händchen.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut zu lesen.
Sie beschreibt die Szenen sehr bildhaft, alles ist gut vorstellbar.
Geschildert wird das Geschehen aus Sicht von Beth in der
Ich-Persepktive. So hat man als Leser direkten Zugang zu ihrer Gefühlswelt und
lernt sie zu verstehen.
Die Handlung an sich ist emotional geschildert. Besonders
zu Anfang werden viele Fragen aufgeworfen, die aber erst nach und nach
beantwortet werden. Die Idee hinter der Geschichte ist wirklich gut und die
Umsetzung ist Emylia Hall ebenfalls gut gelungen. Die eingebetteten Themen, wie
erste Liebe, Trennung, Schmerz aber auch Vergebung sind gut herausgearbeitet
und es alles gut nachzuvollziehen.
Allerdings im Mittelteil gibt es einige doch sehr
langatmige Stellen, die den Lesegenuss ein wenig trüben. Ebenso hatte ich doch
ein paar Probleme mit den vielen Zeitsprüngen zwischen Gegenwart und
Vergangenheit.
Das Ende beantwortet alle aufgeworfenen Fragen
zufriedenstellend und hat mich mit einem doch guten Gefühl zurückgelassen.
Fazit:
Alles in Allem ist „Mein Sommer am See“ von Emylia Hall
ein sehr gutes Debüt der Autorin.
Sympathische Charaktere, der flüssig zu lesende bildhafte
Stil und eine interessant gestaltete Handlung mit einer tollen Idee dahinter haben
mich hier gut unterhalten und am Ende zufrieden zurückgelassen.
Durchaus lesenswert!

Ich danke dem Verlag für das zugesandte Rezensionsexemplar.

Ein Kommentar

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