Gelesen: „Das Mädchen, das rückwärts ging“ von Kate Hamer

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Broschiert: 416 Seiten 
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Verlag: Arche (1.
April 2015) 
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Sprache: Deutsch 
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ISBN-10: 3716027243  
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ISBN-13: 978-3716027240 
Das Buch beim Verlag 

Im englischen Norfolk verschwindet ein Mädchen. Bei
dichtem Nebel scheint die achtjährige Carmel wie vom Erdboden verschluckt. Es
gibt keine Hinweise, niemand hat sie gesehen, die Polizei tappt im Dunkeln.
Carmels Mutter Beth, seit kurzem wieder
Single, gibt sich voller Verzweiflung selbst die Schuld: Hat sie Signale
übersehen, nicht genug achtgegeben auf ihr einziges Kind?
Carmel ist ein besonderes Mädchen: Sensibel und reifer als andere in ihrem
Alter, verhält sie sich oft rätselhaft, wirkt abwesend, verträumt. Zwischen
Hoffnung und Ohnmacht sucht Carmels Mutter schließlich selbst nach ihr. Schritt
für Schritt geht sie zurück
in der gemeinsamen Zeit, denn jede Kleinigkeit zählt. Für Carmel beginnt
währenddessen eine lange und ungewöhnliche Reise.
Spannend bis zur letzten Zeile erzählen Beth und Carmel im Wechsel diese
zutiefst bewegende Geschichte über eine Mutter und ihr verloren gegangenes
Kind.
(Quelle: Arche Verlag)
Die 8-jährige Carmel fühlt sich eingeengt von ihrer
Mutter Beth. Bei einem Literaturfest versteckt sie sich daher einfach unter dem
Tisch, um Ruhe zu haben und mal für sich zu sein. Als sie wieder rauskommt sind
aber bereits alle weg, Carmel ist alleine. Jedoch nicht ganz alleine, denn da
ist ein älterer Mann, der zu ihr kommt und ihr erzählt er wäre ihr Großvater.
Carmel müsse mit ihm gehen und bei ihm und seiner Frau wohnen, denn ihre Mutter
hatte einen schweren Unfall.
So verschwindet die kleine Carmel. Doch kann man Mutter
und Tochter wirklich einfach so trennen?
Der Roman „Das Mädchen, das rückwärts ging“ stammt von
der Autorin Kate Hamel. Es ist das Debütwerk der Autorin, in dem sie ein
ziemlich schwieriges, bewegendes Thema anspricht.
Die Charaktere sind wirklich authentisch und glaubhaft
dargestellt.
Carmel ist 8 Jahre alt und ziemlich intelligent. Sie wird
als sehr sensibel und aufgeweckt beschrieben. Allerdings engt sie ihre Mutter
doch sehr ein und Carmel möchte gerne etwas selbstständiger auftreten, mehr für
sich sein.
Die Mutter Beth ist alleinerziehend und hat eine sehr
enge Bindung zu ihrem Kind. Sie möchte am liebsten immer bei Carmel sein, merkt
dabei aber nicht unbedingt was ihr Kind wirklich will. Einerseits konnte ich
sie verstehen aber andererseits auch nicht. Man muss schon einen gesunden
Mittelweg finden.
Der Schreibstil der Autorin hat mich von der ersten Seite
an gepackt. Sie hat es geschafft, dass ich mich in der Geschichte
wiedergefunden habe. Kate Hamer schreibt flüssig und sehr emotional.
Geschildert wird das Geschehen abwechselnd aus den
Perspektiven von Carmel und Beth. So lernt an Leser beide Seiten kennen, erlebt
einerseits wie Carmel verschwindet aber man erfährt auch wie Beth leidet, was
ihr während der Zeit durch den Kopf geht.
Die Handlung gleicht einer Achterbahnfahrt der Gefühle. Man
erlebt als Leser Wut, Traurigkeit aber auch Freude hautnah mit. Die Gefühlswelt
sowohl von Carmel als auch von Beth kommt authentisch und absolut glaubhaft
rüber. Man hofft mit Beth mit, leidet mit ihr. Das Geschehen hat mich sehr
bewegt. Es ist aber gleichzeitig auch spannend gehalten.
Das Ende war mir persönlich doch etwas zu ruhig, zu
abgehackt. Ich hätte mir ein wenig mehr, ein wenig mehr Ausführlichkeit
gewünscht. Dennoch aber hat es mir sehr gefallen, mich aber auch nachdenklich
zurückgelassen.
Kurz gesagt ist „Das Mädchen, das rückwärts ging“ von
Kate Hamer ein ungewöhnlicher sehr realistischer Roman über ein doch
schwieriges Thema.
Interessante Charaktere, ein emotionaler Stil der Autorin
und eine bewegende und zum Nachdenken anregende Handlung haben mich hier
gefesselt und auch nach dem Lesen nicht losgelassen.
Wirklich zu empfehlen!
Ich danke dem Verlag für das bereitgestellte Exemplar!
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