Gelesen: „Kopfüber zurück“ von Rebecca Wait

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Gebundene
Ausgabe:
336 Seiten 
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Verlag: Kein & Aber (1. Februar 2015) 
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Sprache:
Deutsch 
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ISBN-10:
3036956670 
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ISBN-13:
978-3036956671  
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Originaltitel: The View on the Way Down 


Fünf Jahre sind seit Kits Tod vergangen. Der jüngere
Bruder Jamie lebt ein schattenhaftes Dasein, entfremdet von seiner Familie,
gelähmt durch die Ereignisse der Vergangenheit und die unbeugsame Wut seines
Vaters. Die Eltern sind in Schweigen versunken und froh, dass wenigstens
Tochter Emma ein zufriedenes Leben zu führen scheint und offenbar gar nicht
genau weiß, was damals geschehen ist. Doch als Emma älter wird, beginnt sie,
unbequeme Fragen zu stellen, in der Hoffnung, das Geheimnis um Kits Tod endlich
zu lüften. Als die Antworten ausbleiben, beschließt Emma, der Sache selbst auf
den Grund zu gehen, und reißt von zu Hause aus, um ihren Bruder Jamie zur Rede
zu stellen.
(Quelle: Kein & Aber)

Kit ist gestorben. Und mit ihm auch seine Familie, die immer weiter
auseinanderbricht. Dabei waren sie doch einst die perfekte Familie, oder?
Die Eltern Rose und Joe leben nur noch nebeneinander her und Jaime ist nach
Kits Tod einfach verschwunden. Nach nun mehr 5 Jahren hat Emma noch immer daran
zu knabbern, dass sie beide Brüder verloren hat. Doch sie will nicht aufgeben
und beginnt nach Jaime zu suchen. Damit bringt sie etwas ins Rollen, das schon
lange überfällig ist. Alle Mitglieder der Familie Stewart müssen sich nun mit
der Vergangenheit befassen, mit Trauer und Schmerz. Doch das ist viel leichter
gesagt als getan …
Der Roman „Kopfüber zurück“ stammt von der Autorin Rebecca Wait. Es ist das
Romandebüt der Autorin, das mich durch den ansprechend klingenden Klappentext
sehr angesprochen und neugierig gemacht hat.
Die Charaktere sind jeder auf seine Weise wunderbar glaubhaft und
authentisch.
Die Eltern Rose und Joe leben seit dem Tod ihres Sohns Kit nur noch
nebeneinander her. Joe werkelt lieber im Schuppen als bei seiner Frau zu sein.
Und Rose entwickelt sich zur nahezu perfekten Hausfrau. Immer wieder putzt und
schrubbt sie wo sie nur kann. Nur reden können die beiden nicht.
Emma ist mittlerweile 14 Jahre alt. Sie wird immer pummeliger und erfährt
in der Schule wie es ist eine Außenseiterin zu sein. Sie wird zudem gemobbt.
Trost findet Emma bei Jesus und in der Religions-AG ihrer Schule. Freunde hat
sie keine. Als die Situation immer aussichtsloser wird beschließt Emma
schließlich Jaime zu suchen.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig lesbar. Sie beschreibt die
Situation, in der Familie Stewart sich befindet, emotional und sehr
eindringlich. Man fühlt sich als Leser angesprochen und möchte wissen wie bzw.
ob es die Familie schafft mit ihrer Trauer umzugehen, sie zu verarbeiten.
Geschildert wird das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven. So erhält
man einen tiefgründigen Einblick ins Seelenleben der Charaktere. Immer wieder
gibt es Rückblenden, die schildern wie Kit damals gestorben ist und weshalb die
Familie so zerbricht.
Die Handlung hat mich emotional sehr berührt und mitgenommen. Durch den
Klappentext hatte ich bereits geahnt, dass es berührend werden könnte aber mit
dieser Handlung hatte ich gewiss nicht gerechnet.
Die Stimmung im Buch ist durchweg bedrückend und die Autorin versteht es
die Situation der Familie tiefgründig aber auch sehr behutsam zu schildern.
Es sind gewiss keine einfachen Themen, unter anderem die mangelnde
Kommunikation in der Familie aber auch der Glaube und die Religion allgemein,
die angesprochen werden, daher ist das Buch auch nicht unbedingt für jedermann
etwas. Und dennoch, man wird als Leser gefangen genommen, möchte immer weiter
erfahren ob es die Familie schafft Kits Tod zu überwinden.

Alles in Allem ist „Kopfüber zurück“ von Rebecca Wait ein sehr
überzeugendes Romandebüt, das mich mitgerissen hat.
Authentische Charaktere, ein eindringlicher flüssig lesbarer Stil der
Autorin und eine Handlung, die recht schwierige Themen anspricht und den Leser
auch zum Nachdenken anregt, haben mich hier auf ganzer Linie begeistert und
emotional berührt.
Sehr zu empfehlen!

Ich bedanke mich beim Verlag für das zugesandte Rezensionsexemplar!

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