Gelesen: „Hellwach“ von Hilary T. Smith

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Broschiert: 368 Seiten 
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Verlag: FISCHER FJB (23.
April 2015) 
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Sprache: Deutsch 
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ISBN-10: 3841421571 
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ISBN-13: 978-3841421579 
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Vom
Hersteller empfohlenes Alter:

Ab 14 Jahren 
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Originaltitel: Wild Awake 
–          Übersetzerin: Jenny Merling
Das Buch beim Verlag
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Fühlst du manchmal
diese Lust, Sterne umarmen zu wollen?

Das Leben meiner Eltern ist so strahlend, als wäre es gar nicht echt. Es hat
eine klinisch saubere Frische wie Schnittblumen, eingeschweißt in Zellophan.
Mir wird schwindelig davon. Seit dem Tod meiner Schwester weiß ich, Leben ist
Chaos. Es fühlt sich an, als würde mein Leben gerade in mehrere völlig
verschiedene Realitäten aufsplittern, die eigentlich gar nicht nebeneinander
bestehen können. Es gibt die eine Version, wo der Klavierwettbewerb das
Wichtigste auf der ganzen Welt ist und ich ehrlich und gehorsam bin. Und dann
gibt’s die Version, in der die Erwartungen meiner Familie irgendwie völlig
bizarr und unwichtig sind. Ich schlinge die Arme um die Knie, weine und lache
und suche nach meinem iPod, damit ich die passende Musik dabeihabe. Ich bin
hellwach, von innen beleuchtet, und begreife, dass das Universum mir heute
Nacht einen Einblick schenken will – einen Einblick in etwas Großes. Und ich
habe Angst, dass sich diese Tür zu etwas Wunderschönem vielleicht schließt und
nie wieder öffnet, wenn ich die Chance jetzt nicht nutze.
Ich könnte in einer Schokoladenfabrik in den Rocky Mountains sein und kandierte
Äpfel mit Mashmallows und Erdnussbutter essen. Oder in einem Sushirestaurant
mit ein paar alten Männern Guitar Hero spielen. Vielleicht am Hafen ein paar
Infos zu Schiffsreisen zu den Fiji-Inseln einholen. Oder einfach am Strand
sitzen und mit einer Meeresschildkröte angeln. Aber ich bin hier. Jetzt. Und
dies ist mein Leben. Und ich habe mich verliebt. Nur nicht in den Jungen, in
den ich mich eigentlich verlieben wollte. Dieses aufgedrehte Gefühl ist zu
einem summenden, knisternden elektrischen Feld geworden. Ich will die Straße
hinuntertanzen.
(Quelle: FISCHER FJB)
Kiri ist allein zu Hause. Ihre Eltern sind auf
Kreuzfahrt, ihr Bruder macht bereits seit Wochen ein Praktikum. Die Ruhe nutzt
Kiri um sich ausgiebig auf den Musikwettbewerb vorzubereiten, sie übt Klavier
ohne Ende.
Eines Tages klingelt plötzlich das Telefon und am anderen
Ende ist ein Mann, der behauptet Sukey, Kiris Schwester, die vor 5 Jahren
gestorben ist, gekannt zu haben. Er behauptet auch er habe nich Dinge von ihr
verwahrt. Kiri ist vollkommen aus der Bahn geworfen und beginnt schließlich die
Hintergründe von Sukeys Tod aufzuklären …
Der Jugendroman „Hellwach“ stammt von der Autorin Hilary
T. Smith. Es ist das Debüt der Autorin, von dem ich bereits durch das Cover und
den interessant klingenden Klappentext sehr angesprochen wurde.
Kiri ist ein Charakter, der zu Beginn wirklich richtig
toll ist. Sie ist 17 Jahre alt und sehr ehrgeizig. Kiri liebt die Musik, ihr
Klavier ist ihr ein und alles. Vor 5 Jahren hat sie ihre Schwester Sukey
verloren, ihr Tod wird in ihrer Familie jedoch totgeschwiegen. Wirklich darüber
hinweg ist Kiri noch lange nicht. Kiri ist zudem sehr verliebt in Lukas und
hofft er könnte das Gleiche für sie empfinden. Im Verlauf der Handlung
allerdings verändert sich Kiri, nicht unbedingt zur positiven Seite. Ich habe
mehr und mehr den Zugang zu ihr verloren, sie wurde mir richtig gehend fremd.
Die weiteren Charaktere, wie Kiris Eltern oder auch der
Fremde am Telefon, oder Kiris Bandkollegen, sind der Autorin soweit gut
gelungen.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr bildhaft und das
Buch lässt sich flüssig lesen. Sie schreibt zum Teil auch sehr eindringlich und
hat mich gefangen genommen.
Die Handlung selbst ist anders als ich es erwartet hatte.
Ich war zum einen sehr berührt von Kiris Geschichte aber auf der anderen Seite
auch richtig gehend schockiert. Es beginnt alles sehr ruhig, dann aber nimmt
die Handlung Fahrt auf, besonders auch als Kiri beginnt sich zu verändern.
Hilary T. Smith weiß zu provozieren. Sie bringt Themen
wie Psychosen und vo allem den Drogenkonsum ins Geschehen ein, zeigt vor allen
auch ihre Wirkung. Der Titel „Hellwach“ macht besonders in Hinsicht auf die
Drogen viel Sinn. Es ist jedoch nicht immer leicht zu lesen, die Autorin zeigt
Grenzen auf.
Im Hinblick auf die Altersfreigabe des Verlags muss ich
sagen, dass ich sie doch zu niedrig finde. Ich hätte sie höher angesetzt, etwa
bei 16 Jahren.
Das Ende fand ich etwas schwierig. Es ist alles sehr
offen gehalten, der Leser wird quasi schon auch alleine gelassen. Man denkt
automatisch darüber nach und so schnell lässt einen dieses Jugendbuch nicht
los.
Letztlich gesagt ist „Hellwach“ von Hilary T. Smith ein
sehr gutes Jugendbuchdebüt, das jedoch auch provoziert.
Eine Protagonistin, die zunächst sympathisch ist, sich
dann aber zum Gegenteil wandelt, ein flüssig lesbarer bildhafter Stil und eine
Handlung, die schwierige Themen beinhaltet, haben mich letztlich, von kleineren
Schwächen abgesehen, berührt und zum Nachdenken angeregt.
Durchaus lesenswert!
Ich danke dem Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars!

Ein Kommentar

  1. Hallo Manja 🙂

    hört sich gut an, scheint eine tiefgründige Geschichte zu sein.
    Danke für Deine Rezi, das Buch ist mir bisher noch nicht begegnet.

    Liebe Grüße,
    Tanja

Kommentare sind geschlossen.

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