Gelesen: „Die Anatomie der Nacht“ von Jenn Bennett

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Gebundene Ausgabe: 352 Seiten 
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Verlag: Carlsen (24. April 2015) 
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Sprache: Deutsch 
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ISBN-10: 3551560110 
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ISBN-13: 978-3551560117 
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Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren 
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Originaltitel: Night Owls

 
Vielleicht lernt man solche Jungen ja nur zu später
Stunde kennen. Im Nachtbus, wenn man die letzte Bahn verpasst hat und nur
hoffen kann, dass Mom auch noch nicht zu Hause ist. Wenn ganz andere Leute
unterwegs sind als sonst. Zum Beispiel dieser Typ mit den schwarzen Klamotten,
der aussieht, als wolle er den nächsten Schnapsladen ausrauben. Doch Bex stellt
fest: Jack ist kein Kioskräuber. Er ist der Graffitikünstler, der seit Wochen
San Franciscos Bauwerke mit riesigen goldenen Buchstaben verziert. Aber das
hält nicht jeder für Kunst; genauso wie nicht jeder Bex‘ anatomische Studien
schön findet.
Bei Tag und bei Nacht, auf den Dächern der Stadt und in
den Tunneln der U-Bahn wächst ihr Vertrauen zueinander. Und zwischen ihnen
erblüht die Liebe.
(Quelle: Carlsen)
Bex mag Anatomie sehr gerne. Ihre Leidenschaft ist das
Zeichnen von menschlichen Körpern. Allerdings macht genau diese Vorliebe sie zu
einer Außenseiterin.
Eines Nachts trifft sie auf Jack und er gibt ihr das
erste Mal in ihrem Leben das Gefühl sie sei etwas Besonderes. Doch Jack ist
nicht ganz einfach, er ist ein Sprayer und wird in San Francisco von der
Polizei gesucht. Somit ist eigentlich sogar richtig schlecht für Bex. Doch
diese lässt sich davon nicht abschrecken, die Anziehung, die er auf sie ausübt
ist viel zu groß als das Bex diese ignorieren könnte.
Doch kann das wirklich gut gehen?
Der Jugendroman „Die Anatomie der Nacht „ stammt aus der
Feder der Autorin Jenn Bennett. Es ist das erste real angehauchte Jugendbuch
der Autorin, die bereits Fantasybücher veröffentlicht hat. Für mich allerdings
war dies die erste Geschichte der Autorin.
Bex mochte ich eigentlich ganz gerne. Sie weiß ziemlich
genau was sie will und wie sie sich ihre Zukunft vorstellt. Bisher hatte sie
ein recht schwieriges Leben und sie ist doch auch sehr sarkastisch. In der
Schule ist Bex, aufgrund ihrer Vorliebe für Anatomie, eher eine Außenseiterin. Sie
kann sehr gut zeichnen, am liebsten zeichnet sie den menschlichen Körper.
Jack ist eher der sanfte und liebevolle Typ. Er hat das
Herz am richtigen Fleck und ist hilfsbereit. Er ist muskulös gebaut und hat
einige Tattoos.
Die Nebenfiguren wurden an sich recht gut gestaltet. Man
kann sie sich vorstellen und sie wirken glaubhaft. Allerdings manche ihrer
Handlungen blieben für mich dann doch unverständlich.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig lesbar. Sie
schreibt dem Genre entsprechend leicht und locker. Nur ab und an wirkt es etwas
kitschig und ein wenig überzogen.
Geschildert wird das Geschehen während des gesamten
Romans aus Sicht von Bex. Hierfür hat Jenn Bennett die Ich-Perspektive
verwendet. So ist man immer an Bex dran und lernt sie wirklich gut kennen.
Die Handlung an sich ist interessant gehalten. Der Fokus
liegt hier vollkommen auf Bex und Jack, der Schulalltag beispielsweise bleibt
hier komplett außen vor, da sich die Geschichte in den Ferien ab spielt.
Der Einstieg gelingt eigentlich mühelos, die
Protagonisten lernen sich auch recht schnell kennen. Danach allerdings zieht es
sich doch recht hin. Nach etwa 120 Seiten allerdings konnte mich Jenn Bennett
absolut fesseln. Sie schreibt nun nicht nur über die, in meinen Augen ziemlich
übereilte Liebesgeschichte zwischen Bex und Jack, sondern auch über ihr familiäres
Umfeld und deren Probleme. Es wirkt ab hier wirklich authentisch und glaubhaft.
Jenn Bennett geht hierbei gefühlvoll vor und lässt den Leser teilhaben am Leben
von Bex und Jack. Auch Jacks Probleme, wie er beispielsweise zum Sprayen kam,
werden aufgeführt.
Das Ende konnte mich nicht zu 100 Prozent überzeugen. Es
wirkt zu leicht gelöst, die Probleme lösen sich teilweise wie von selbst in
Luft auf. Hier hätte mir ein anderer authentischerer Schluss mehr gefallen.
Alles in Allem ist „Die Anatomie der Nacht“ von Jenn
Bennett ein sehr guter Jugendroman, der jedoch kleine Schwächen aufweist.
Authentische Charaktere, ein flüssig und leicht lesbarer
Stil der Autorin und eine Handlung, die aus dem Leben gegriffen scheint haben
mir hier unterhaltsame Lesestunden beschert.
Durchaus lesenswert!
Ich bedanke mich beim Verlag für das zugesandte Rezensionsexemplar!
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