Gelesen: „Das Juwel – Die Gabe“ von Amy Ewing

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Gebundene Ausgabe: 448 Seiten 
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Verlag: FISCHER FJB
(20. August 2015) 
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Sprache: Deutsch 
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ISBN-10: 3841421040 
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ISBN-13: 978-3841421043 
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Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren 
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Originaltitel: The Jewel

Violet lebt in
Armut, aber sie hat
eine besondere Gabe.
Eine Gabe, die ihre Chance und ihr Fluch zugleich ist …

Violet Lasting ist etwas Besonderes. Sie kann durch bloße Vorstellungskraft
Dinge verändern und wachsen lassen. Deshalb wird sie auserwählt, ein Leben im
Juwel zu führen. Sie entkommt bitterer Armut und wird auf einer großen Auktion
an die Herzogin vom See verkauft, um bei ihr zu wohnen. Eine faszinierende,
prunkvolle Welt erwartet sie. Doch das neue Leben fordert ein großes Opfer von
ihr: gegen ihren Willen und unter Einsatz all ihrer Kraft soll sie der Herzogin
ein Kind schenken.
Wie soll Violet in dieser Welt voller Gefahren und Palastintrigen bestehen?
Als sie sich verliebt, setzt sie nicht nur ihre eigene Freiheit aufs Spiel.
(Quelle: FISCHER FJB)

Violets Zuhause ist eine Art Heim. Hier wird sie,
gemeinsam mit noch anderen Mädchen auf ihr neues Leben vorbereitet. In eben
diesem werden die Mädchen in verschiedene adlige Familien verkauft und dort
besteht ihre Aufgabe die Kinder der Adligen auszutragen. Voraussetzung dafür
sind gewisse besondere Gaben. Violets korrekte Bezeichnung ist „Surrogat“. Mit
Hilfe der Gaben kann ein Surrogat die Kinder empfangen und allein durch die
Gedanken können Surrogate die Erscheinung des Kindes verändern oder es gar
schneller wachsen lassen.
Violet gefällt ihr Schicksal nicht wirklich, doch ihr
bleibt keine Wahl, oder etwa doch?
Der Fantasyroman „Das Juwel – Die Gabe“ stammt aus der
Feder der Autorin Amy Ewing. Es ist das Debüt der Autorin und ich wurde
wirklich sehr vom Cover und Klappentext angesprochen. Ich war sehr gespannt was
mich hier wohl erwarten würde. Das was ich am Ende aber bekommen habe, damit
hätte ich im Leben nicht gerechnet.
Violet lebt in Southgate. Dies ist eine Verwahranstalt
für Surrogate. Hier wurden ihr die sogenannten Auspizien solange eingetrichtert
bis sie diese quasi im Schlaf konnte. Mittlerweile hat Violet diese
perfektioniert. Violets Heimat ist der Sumpf, ein Viertel wo die Menschen in
Armut leben. Dort wurde sie im Alter von 12 Jahren aus ihrer Familie
herausgerissen.
Als Figur gefiel mir Violet wirklich sehr gut. Sie ist
sympathisch und von Herzen gutherzig. Doch Violet ist auch ziemlich naiv. So
weiß sie eigentlich gar nichts über das wirkliche Leben eines Surrogats. Das
liegt aber auch etwas daran das in der Anstalt nicht viel darüber erzählt wird.
Und wenn, dann sind es immer nur die guten Dinge.
Ash ist der männliche Protagonist. Er ist auch Eigentum
von jemand, sein Leben ist ebenso vorbestimmt und wird immer überwacht. Er muss
sich ebenso fügen und Regeln beachten. Auch Ash gefiel mir ausgesprochen gut.
Neben den Protagonisten gibt es noch einige weitere
Charaktere im Buch. So zum Beispiel Raven, Violets beste Freund, oder Lucien,
der Stylist, der Violet am Tag der Auktion zurecht macht. Dann sind da aber
auch noch die Herzogin Pearl oder auch die Herzogin am See, wie sie eigentlich
heißt, sie ersteigert Violet, ihr Sohn Garnet und seine Schreckliche Cousine
Carnelia. Jeder einzelne von ihnen ist ebenso sehr gut gestaltet und hat seinen
festen Platz in der Geschichte.
Der Schreibstil der Autorin ist jugendlich leicht und
locker. Ich bin regelrecht durch das Buch geflogen, die Seiten rauschten an mir
vorbei, ich war komplett gefangen und bin erst am Ende wieder aufgetaucht.
Geschildert wird das Geschehen aus Sicht von Violet.
Hierfür hat Amy Ewing die Ich-Perspektive verwendet. Diese passt hier
unheimlich gut. Man lernt zum einen Violet wunderbar kennen und ist vom Wissen
her immer mit ihr gleich.
Die Handlung ist absolut gelungen. Die Idee hinter der
Geschichte ist vollkommen neu und hat mich umgehauen. Das junge Mädchen eine Leihmutter
für adlige Frauen sind, so etwas habe ich bisher noch nicht gelesen.
Das Leben im Juwel ist voll von Prunk und Glanz. Aber den
Surrogaten geht es nicht wirklich gut. Sie sind Leibeigene, gefangen in ihrer
Rolle. Die Wahrheit ist wirklich grausam und ich konnte richtig mit Violet
mitfühlen als sie es Stück für Stück erfuhr. Es gibt Intrigen und Anfeindungen
zwischen den einzelnen Gründungshäusern, die Violet miterleben muss.
Die von Amy Ewing geschaffene Welt ist logisch und vor
allem nachvollziehbar aufgebaut. Man wird als Leser sehr gut in diese Welt
eingeführt, lernt den Aufbau der einzelnen Regionen sehr gut kennen.
Die Handlung ist spannend gehalten. Immer wieder
geschieht Unvorhersehbares und man will als Leser eigentlich nur wissen was
weiter passiert.
Das Ende kommt mit einer Wendung daher, die mich sehr
überrascht hat. Und dann dieser doch ziemlich gemeine Cliffhanger, der Band 2
herbeisehnen lässt. Ich hoffe die deutsche Übersetzung lässt sich zu lange auf
sich warten, im Englischen ist der Erscheinungstermin wohl im Oktober 2015.

Kurz gesagt ist „Das Juwel – Die Gabe“ von Amy Ewing ein
wirklich mehr als gelungener Auftakt der Trilogie, die Fantasy und dystopische
Aspekte miteinander vereint.
Sympathisch gestaltete Charaktere, ein jugendlich
leichter flüssig lesbarer Stil der Autorin und eine Handlung, die
unvorhersehbar und spannend ist und eine vollkommen neue Idee beinhaltet, haben
mich hier vollends begeistert.
Absolut zu empfehlen!

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