Gelesen: „Die Attentäter“ von Antonia Michaelis

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Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
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Verlag: Oetinger (22. August 2016)
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Sprache: Deutsch
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ISBN-10: 3789104566
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ISBN-13: 978-3789104565
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Vom Hersteller empfohlenes Alter: 16 – 17 Jahre

Obwohl sie aus grundverschiedenen Verhältnissen stammen,
sind Cliff und Alain fasziniert voneinander. Zwischen ihnen steht Margarete,
die beide von klein auf kennen. Dann konvertiert Cliff zum Islam und
verschwindet. Als er zurückkehrt, wird klar: Er soll für den IS einen „Tag des
Blutes“ planen. Alain will seinen Freund retten – doch wie lange kann er noch
zu ihm halten?
Mit „Die Attentäter“ liefert Antonia Michaelis einen beklemmenden
Blick in die Abgründe des Terrorismus.
(Quelle: Oetinger)
Antonia Michaelis ist eine Autorin, die mich bisher immer
mit ihren Romanen begeistern konnte. Nun also gibt es ein neues Buch von ihr, „Die
Attentäter“. Bereits der Klappentext hat mich hier sehr angesprochen und so
wollte ich wissen was mich zwischen den Buchdeckeln erwarten würde.
Es geht hier um 3 Freunde, Alain, Margarete und Cliff.
Alle drei kommen aus Berlin.
Cliff hatte es wohl am schwersten von ihnen. Seine
Kindheit war nicht unbedingt gut, sein Vater ist der Gewalt nicht abgeneigt.
Auf mich wirkte Cliff labil, daher lässt er sich auch auf den islamischen
Glauben ein. Er findet dort den Halt den er woanders sucht. Er ist es auch der
plant, der sich in den Kopf gesetzt hat Berlin und die Welt zu verändern.
Seine beiden Freunde Alain und Margarete stehen Cliff zu
Seite, immer bereit für ihn da zu sein, ihm zu helfen.
Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt interessant und
voller Metaphern. Antonia Michaelis schreibt poetisch und bildhaft, man muss
sich aber auf das Geschriebene konzentrieren, muss genau lesen, da man sonst
Verständnisprobleme bekommt. Es ist definitiv kein Buch für mal eben
zwischendurch, man muss sich wirklich Zeit nehmen.
Die Handlung selbst ist fiktiv, wirkt aber realistisch,
wie aus dem Leben gegriffen. Es geht hier um eine Situation wie sie aktuell ein
großes Thema ist, hochbrisant und sensibel geschildert. Als Leser bekommt man
hier durchaus Gänsehaut beim Lesen, wenn man sich ausmalt was Cliff hier
eigentlich vorhat.
Antonia Michaelis scheut nicht davor dem Leser die
Wahrheit aufzuzeigen, daher denkt man als Leser auch, dass hier alles
realistisch ist. Immer wieder passieren hier aber auch skurrile und zum Teil
sehr mysteriöse Dinge, die eine anderen Blickwinkel liefern.
Dennoch aber war ich auch ein wenig enttäuscht vom Buch.
Mir fehlte hier die Spannung. Es gibt sie keine Frage aber sie flaute
zwischenzeitlich immer wieder ab. Ich hätte sie mir durchweg gewünscht.
Außerdem sind die Charaktere nicht immer wirklich schlüssig, zum Teil blieben
mir die Handlungen fremd, der Zugang zu ihnen ist nicht immer vorhanden.
Das Ende ist vorhersehbar, von Beginn an weiß man als Leser
eigentlich wie es ausgeht. Ich hatte mir hier ehrlich gesagt etwas mehr
erhofft. Klar es passt und macht die Geschichte letztlich rund. Doch zu hundert
Prozent überzeugt hat es mich dennoch nicht.
Zusammengefasst gesagt ist „Die Attentäter“ von Antonia
Michaelis ein Roman, der mich sehr zwiegespalten zurückgelassen hat.
An sich gut gestaltete Charaktere, deren Handlungen aber
nicht immer komplett nachvollziehbar waren, ein interessanter Stil der Autorin
und eine Handlung, die zwar ein hochaktuelles, sehr brisantes Thema aufgreift,
in der mir aber definitiv Spannung gefehlt hat, konnten mich nicht so
begeistern wie die anderen Werke der Autorin. Potential ist vorhanden aber es
wurde nicht komplett genutzt.
Schade!
Ich bedanke mich beim Verlag für das bereitgestellte Exemplar!
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