Gelesen: „Es war einmal Aleppo“ von Jennifer Benkau

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Format: Kindle Edition
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Dateigröße: 4538 KB
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Seitenzahl
der Print-Ausgabe:
377 Seiten
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Sprache: Deutsch

Es ist wie ein Schlag ins Gesicht. Antonia kommt mit
ihrer Familie aus dem Urlaub, und plötzlich leben mehrere hundert Flüchtlinge
nebenan.
Klar – irgendwo müssen sie unterkommen. Aber ausgerechnet hier?
Doch dann trifft Toni auf Shirvan.
Und mit jeder skeptischen Frage, die sie ihm stellt, wird die Sache
verzwickter.
(Quelle: Ink Rebels)
Jennifer Benkau war mir nicht unbekannt, habe ich doch bereits zwei ihrer
Romane gelesen. Nun ist ihr neuestes Werk „Es war einmal Aleppo“ erschienen und
ich war sehr gespannt auf den Inhalt der Geschichte. Sowohl der Klappentext als
auch das Cover haben mich sehr neugierig gemacht und so begann ich mit Lesen.
Bei den Charakteren hat Jennifer Benkau wirklich ein gutes Händchen
bewiesen. Sie alle haben mir unheimlich gut gefallen, sie wirkten authentisch
und real auf mich.
Antonia ist 16 Jahre alt und kommt aus gutem Hause. Als sie mit ihren
Eltern und ihrem Bruder aus dem Urlaub zurückkommt befindet sich plötzlich
gegenüber ihrem Zuhause ein Flüchtlingscamp. Zunächst verhält sich Toni, wie
Antonia auch genannt wird, eher skeptisch, ja fast schon ängstlich diesen
Menschen gegenüber. Ich muss zugeben ich habe mich immer wieder ertappt wie ich
mich gefragt habe was ich tun würde. Aber ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Ich
fand es wirklich sehr gut wie Toni in die Situation wächst. Sie lernt mit der
Situation umzugehen. Ganz wichtig in diesem Prozess ist Tonis beste Freundin
Fee. Auch sie hat Jennifer Benkau sehr gut gezeichnet. Fee ist eher
unerschrocken, sie geht neue Dinge offen an. Das gefiel mir richtig gut.
Genauso wichtig wie die beiden Mädchen ist auch der 18-jährige Shirvan. Er
ist ein Flüchtlingsjunge und lebt in dem angesprochenen Camp. Shirvan ist eher
verschlossen und sehr ruhig, doch auch er macht eine Entwicklung durch. Und
eben diese hat mich wirklich beeindruckt.
Auch die ganzen Nebencharaktere des Buches sind wunderbar gelungen. Jeder
von ihnen hat Ecken und Kanten, hat eine Vergangenheit, muss Dinge verarbeiten.
Daher wirkten sie auf mich ebenfalls glaubhaft und authentisch.
Der Schreibstil der Autorin ist jugendlich leicht und locker. Ich bin
förmlich durch das Geschehen geflogen, die Seiten blätterten beinahe wie von
selbst.
Die Handlung an sich empfand ich als sehr beeindruckend. Es ist
tagesaktuell und geht jeden etwas an. Jennifer Benkau hat hier sehr gut
recherchiert, man merkt ihr liegt dieses Thema sehr am Herzen. Ja es geht auch
um Krieg, doch es spielt in Deutschland und als Leser begreift man immer mehr
das Dinge nicht unbedingt schlecht sind, wenn man sie nicht kennt. Man
entwickelt sich mit den Charakteren der Geschichte mit, öffnet langsam aber
sicher immer mehr die Augen. Jennifer Benkau rüttelt hier wach und bewegt den
Leser. Sie geht hier in die Tiefe, kratzt das Thema Flüchtlinge nicht nur
oberflächlich an.
Das Ende hat mir sehr gefallen. Es schließt ab und macht rund. Und auch
nach dem Beenden war ich nachdenklich gestimmt, denn mich hat es wirklich
bewegt.
Insgesamt gesagt ist „Es war einmal Aleppo“ von Jennifer Benkau ein
bemerkenswerter Roman, der mich sehr bewegt hat.
Authentische Charaktere, der jugendlich leichte sehr einnehmende Stil der
Autorin sowie eine Handlung, die aktuell ist, wachrüttelt und nachdenklich stimmt,
haben mich beeindruckt und auf ganzer Linie überzeugt.
Unbedingt lesen!
Ich bedanke mich bei der Autorin für das Vorab – PDF!

4 Kommentare

  1. Hi Manja,

    das klingt sehr interessant und aktuell. Kommt auf meine Merkliste.

    Ganz liebe Grüße aus Tirol
    Marie

  2. Liebe Manja,
    ich war mittlerweile in vielen Aufnahmeeinrichtungen und habe mich immer gefragt, wie viele Bücher es darüber wohl gibt. Da liegen so viele Geschichten. Das Buch interessiert mich wirklich sehr, vor allem, weil es ein Jugendbuch ist. Danke schön für den Tipp!

  3. Oh wow. Dieses Buch kenne ich gar nicht von Jennifer Benkau. Das Cover sieht ja schon umwerfend aus 🙂 Und wie es scheint ist der Inhalt auch noch toll. Werd ich mir mal näher ansehen (:

  4. Huhu Manja, danke für den Buchtipp. Das Thema beschäftigt mich auch sehr, ich höre häufig viele Vorurteile und denke mir dann jedes Mal, dass diese Leute einfach mal mit Flüchtlingen zusammentreffen müssten, um zu sehen, was an ihren Vorurteilen wirklich dran ist. Das Buch werde ich mir definitiv merken.

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