Gelesen: „Grenzlandtage“ von Antonia Michaelis & Peer Martin

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Taschenbuch: 464 Seiten
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Verlag: Oetinger Taschenbuch (9.
Dezember 2016)
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Sprache: Deutsch
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ISBN-10: 3841504698
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ISBN-13: 978-3841504692
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Vom
Hersteller empfohlenes Alter:

15 – 17 Jahre

Zwei Wochen Ferien auf der winzigen griechischen Insel
liegen vor Jule. Das Meer ist blau, die Nächte sternenklar. Alles scheint
perfekt. Bis Jule den Jungen mit den verbundenen Händen trifft und begreift,
wer er und die anderen sind, die im Verborgenen leben. Jules Welt gerät aus den
Fugen. Denn das Meer ist ein Grab, die Nächte sind kalt und das Dorf ein Ort
des Misstrauens. Und quer durch die Wellen läuft eine Grenze, die niemand
sieht. Eine tödliche Grenze.
(Quelle: Oetinger Taschenbuch)

Sowohl Antonia Michaelis als auch Peer Martin waren mir
bereits sehr gut bekannt. Bisher habe ich die Bücher beider immer gemocht und
so war ich nun sehr gespannt auf „Grenzlandtage“, dem ersten gemeinsamen Werk
der Autoren.
Die Charaktere sind authentisch und glaubhaft. Zum einen
ist da Jule, das junge Mädchen das kurz vor ihrem Abitur steht. Um Zeit und
Ruhe zum Lernen zu haben macht sie Urlaub auf einer winzigen griechischen
Insel. Jule ist neugierig und hat das Herz am richtigen Fleck. Und obwohl die Geschehnisse
nicht unbedingt einfach sind, Jule reagiert relativ besonnen.
Und dann ist da Asman, der Junge mit den verbundenen
Händen. Auf ihn trifft Jule eher unverhofft auf der Insel. Er lebt im
Verborgenen, versteckt sich immerzu. Man ahnt bereits nach kurzer Zeit wer er
ist, was er durchmachen musste. Ich empfand Asman als sehr gut beschrieben. Er
ist zunächst eher schüchtern, öffnet sich dann aber nach und nach.
Die anderen Charaktere, wie beispielsweise die weiteren
Touristen oder auch die Besitzer der kleinen Pension, wo Jule untergekommen
ist, sind den Autoren sehr gut gelungen. 
Sie alle wirkten glaubhaft und vorstellbar beschrieben auf mich.
Der Schreibstil der Autoren ist flüssig und sehr
einnehmend. Zum Teil sind es hier kurze, sehr prägnante Sätze, man ist als Leser
gefesselt und wird immer tiefer ins Geschehen hinein-gezogen. Hier wird nichts
geschönt, es ist das harte reale Leben.
Geschildert wird das Geschehen hauptsächlich aus Sicht
von Jule, in der personalen Erzählperspektive. Am Ende eines jeden Kapitels
gibt es auch Einblicke ins Asmans Gedankenstränge. Diese sind in einer anderen
Schriftart gehalten, so kann man sie von Jules Perspektive sehr gut
unterscheiden. Asmans Perspektive ist auch um einiges bedrückender.
Die Handlung befasst sich mit einem brandaktuellen Thema.
Es geht um Flüchtlinge, ein Thema das jeden von uns angeht. Mich hat der
Jugendroman nachhaltig beeindruckt, Asmans Geschichte, wie er auf Jule trifft,
was sich zwischen den beiden entwickelt, wie schwieirg es ist. Das alles und
noch so viel mehr hat mich zum Nachdenken angeregt. Dabei spielt es auch keine
Rolle vor welcher Kulisse das Geschehen spielt. Hier ist es Griechenland, es
könnte sich aber auch woanders genauso abspielen.
Das Ende passt, es macht das Geschehen rund und ich als Leser
war wirklich froh, dass es letztlich so ausgeht. Man sollte als Leser nicht wegschauen!
Es gibt vieles was verborgen scheint!

Zusammengefasst gesagt ist „Grenzlandtage“ von Antonia
Michaelis & Peer Martin ein Jugendroman, mit authentischen, aus dem Leben gegriffenen
Protagonisten, einem eindringlichen, ungeschönten Stil beider Autoren und einer
Handlung, die ein hochaktuelles, sehr brisantes Thema aufgreift. Er
stimmt nachdenklich und rüttelt wach.
Unbedingt empfehlenswert!

Ich bedanke mich beim Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!
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