Gelesen: „Der Koffer“ von Robin Roe

–    Gebundene Ausgabe:
416 Seiten
–    Verlag: Königskinder (24. März 2017)
–    Sprache:
Deutsch
–    ISBN-10:
3551560293
–    ISBN-13:
978-3551560292
–    Vom Hersteller
empfohlenes Alter:
Ab 16 Jahren

»Wie viele Sterne?«, hat Julians Vater immer gefragt,
wenn er ihn abends ins Bett brachte. Zehntausend-Sterne-Tage waren die besten
überhaupt. Doch Julians Eltern sind tot. Seit er bei seinem Onkel wohnt, ist
ihm ist nichts geblieben als Geheimnisse und ein Koffer voller Erinnerungen.
Als Julian seinem Pflegebruder Adam wiederbegegnet, ist er zunächst voller
Glück. Adam, der so nett ist und so tollpatschig und trotzdem zu den Coolen
gehört. Doch es ist schwierig Vertrauen zu fassen. Und je mehr Vertrauen Julian
fasst, desto mehr kommt Adam hinter seine Geheimnisse. Das bringt sie beide in
große Gefahr.
(Quelle: Königskinder)
Mit „Der Koffer“ ist das Debüt von Robin Roe erschienen.
Sowohl das Cover als auch der Klappentext haben mich hier wirklich sehr
angesprochen und so begann ich neugierig mit dem Lesen.
Die beiden Jungs Julian und Adam haben mir auf Anhieb
richtig gut gefallen. Sie sind zwar grundverschieden und dennoch ich mochte sie
einfach.
Julian ist 14 Jahre alt, er wirkt aber sehr viel jünger.
Er ist unheimlich schüchtern und ziemlich verschlossen. Am liebsten ist es ihm,
er fällt nicht auf. Julian wirkt außerdem sehr traurig, man fragt sich
unentwegt was in ihm vorgeht. Und man will ihn beschützen, ihn in den Arm
nehmen und alles von ihm fernhalten.
Adam ist beinahe 18 Jahre alt und wirkte auf mich
lebensfroh und voller Energie. Er wird von allen sehr gemocht, er geht auf die
Menschen zu, versucht sie immer für sich zu gewinnen.
Die Nebencharaktere sind der Autorin ebenfalls sehr gut
gelungen. Einige von ihnen mag man als Leser, anderen wiederum möchte man nicht
so gerne begegnen.
Der Schreibstil ist flüssig und mitreißend. Die Emotionen
sind hier förmlich greifbar, ich habe jede Einzelne von ihnen tief in meinem
Herzen gespürt. Die Autorin schreibt zudem sehr schonungslos, ich hatte Gänsehaut
und auch immer wieder einen Kloß im Hals.
Geschildert wird das Geschehen aus zwei verschiedenen
Sichtweisen. Es sind die von Julian und Adam, die beide in der Ich-Perspektive
gehalten sind. Man kommt auch nicht durcheinander, es steht jeweils drüber wer
gerade seine Eindrücke preisgibt.
Die Handlung hat mich tief bewegt. Ich wusste nicht
wirklich was ich hier wohl erwarten sollte, bin also ohne große Erwartungen an
das Buch herangegangen. Und ich wurde überrascht, aufgewühlt und berührt. Es
ist ein sehr ernstes Thema, das mir so noch nicht untergekommen ist. Ich habe
schon so einiges gelesen, bisher aber nichts in dieser Form. Ich hatte
teilweise sogar Angst zur nächsten Seite zu blättern, weil hier nichts
vorhersehbar ist. Man weiß nie was kommt, kann sich nicht darauf einstellen.
Mich hat das Leid hier immer wieder aufs Neue getroffen, ich hätte Julian am
liebsten aus der Geschichte herausgeholt, ich hatte richtig Angst um ihn.
Zum Ende hin gibt es noch eine Wendung, die mich
unerwartet getroffen hat. Danach ging es Schlag auf Schlag und ich habe dieses
Buch letztlich mit Hoffnung beendet. Ich empfand das Ende als passend und
wirklich gut getroffen. Die Geschichte wird wohl noch so einige Zeit in meinen
Gedanken nachhallen.
Kurz gesagt ist „Der Koffer“ von Robin Roe ein Debüt, das
mich zutiefst bewegt hat und nachdenklich zurücklässt.
Authentische sehr glaubhaft gestaltete Charaktere, ein
mitreißender sehr gefühlvoller Stil der Autorin und eine Handlung, die sich mit
einem sehr ernsten Thema befasst und die mich förmlich zu Tränen gerührt hat,
haben mich überzeugt und sehr nachdenklich gestimmt.
Sehr zu empfehlen!
Ich bedanke mich beim Verlag und der NAB für das bereitgestelle Rezensionsexemplar!
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