„Der Koffer“ von Robin Roe – ADHS [Blogtour Tag 3]

Hallo meine lieben Blogtour – Freunde,
ich begrüße euch zum heutigen 3. Tag unserer Tour zum Roman
„Der Koffer“
von Robin Roe.

Bisher war unsere Tour schon sehr informativ.
Angefangen hat sie bei Jacqueline, die eine tolle Buchvorstellung für euch hatte.
Gestern stoppte die Tour bei Damaris. Ihr Thema war „Julians Koffer oder Manche haben ein großes Päckchen zu tragen“.
Morgen gehts weiter bei Sabrina, wo es mehr über das Thema „Seelenbuch – Wirkung von Geschichten“ zu erfahren gibt.


– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –
Mein Thema heute ist
– ADHS –
Gehört habt ihr es mit Sicherheit alle schon einmal, diese Abkürzung, die das Leben doch sehr verändert. Was aber steckt eigentlich hinter dieser Abkürzung?
Hier die Definition von ADHS
Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
gehört zur Gruppe der Verhaltens- und emotionalen Störungen mit Beginn in der
Kindheit und Jugend (nach ICD-10: F90–F98). Sie äußert sich durch Probleme mit Aufmerksamkeit,
Impulsivität und Selbstregulation sowie manchmal zusätzlich durch starke
körperliche Unruhe (Hyperaktivität).
[…] Die Häufigkeit der ADHS unter Kindern und Jugendlichen
wird mit 5,9 bis 7,1 % beziffert. Sie gilt heute als häufigste psychiatrische Erkrankung bei Kindern und
Jugendlichen. Jungen sind merklich häufiger betroffen als Mädchen.
Diagnostik und Klassifizierung
Eine brauchbare und gültige ADHS-Diagnose kann nur
erstellt werden von Fachärzten oder Psychologen mit ausreichenden
Spezialkenntnissen. Die Grundlage hierfür sind die Leitlinien zu ADHS der AWMF
und von anderen medizinischen Fachgesellschaften. […]
Methoden der Diagnose
Eine Diagnose sollte sich auf Informationen aus unterschiedlichen
Quellen stützen, da ein einzelner Test oder Lebensumfeld nicht die komplette
Differenzialdiagnostik abdecken kann. Zur grundlegenden Diagnostik gehören
daher neben der Befragung des betroffenen Kindes, der Eltern bzw. Erzieher und
Lehrkräfte auch eine gründliche neuropsychologische Testdiagnostik, eine
neurologische Untersuchung sowie Verhaltensbeobachtung.
Eine testpsychologische Untersuchung sollte mindestens
ein bis zwei Stunden dauern, um auch eine gründliche Verhaltensbeobachtung in
der Testsituation zu gewährleisten. Reine Konzentrationstests wie etwa der d2-Test
(Brickenkamp) oder der BP-Konzentrationstest nach Esser reichen allein nicht
aus, um eine Aussage über die Konzentrationsfähigkeit eines Kindes im Alltag zu
treffen. Zusätzlich müssen eine Reihe weiterer Tests, z. B. der
Denkfertigkeiten („Intelligenztest“), durchgeführt werden. Hierbei können die
Untertests einen Aufschluss über die Stärken und Schwächen liefern und eine
Hilfe in der Diagnosestellung bieten.
Ursachen und Risikofaktoren
Früher wurden zumeist psychosoziale und pädagogische
Faktoren als Verursacher von ADHS angenommen. Erziehungsfehler,
Elternproblematik, Vernachlässigung und frühkindliche Traumata
standen im Mittelpunkt möglicher Begründungen und Beeinflussungen der Störung.
Mittlerweile (Stand 2016) geht man von Vorstellungen aus, die biologische
Faktoren und Umwelteinflüsse berücksichtigen.
Behandlungsbedürftigkeit
ADHS kann grob in drei Schweregrade eingeteilt werden
(siehe Schweregrade im DSM-5):
Bei einer leicht betroffenen Person ist die Symptomatik
nicht so stark ausgeprägt, dass sie behandlungsbedürftig ist. Sie besitzt eine
höhere Kreativität, ist etwas weniger impulsgehemmt als normal und kann sich
nicht so gut konzentrieren wie andere Menschen. Dafür bekommt sie aber am Rande
liegende Details sehr viel besser mit. Trotzdem ist eine frühzeitige
Information der betroffenen Person und ihres Umfelds über ADHS sowie eine
psychosoziale Hilfestellung wichtig. Dadurch können Betroffene in ihrer
Entwicklung günstig beeinflusst und die problematischen Symptome abgeschwächt
werden.
Mittelschwer Betroffene sind behandlungsbedürftig und
leiden neben ADHS zunehmend unter Folgeerkrankungen (Komorbiditäten). Sie
entwickeln aber keine Störung des Sozialverhaltens oder andere soziale
Auffälligkeiten. Unter Umständen ergreifen sie einen Beruf, für den sie geistig
deutlich überqualifiziert sind. Ohne Behandlung sind Versagen in Schule, Beruf
und Privatleben wie auch Suizidversuche wahrscheinlicher.
Schwer Betroffene haben ein gestörtes Sozialverhalten und
ein stark erhöhtes Risiko, ein Suchtverhalten zu entwickeln oder in die Kriminalität
abzurutschen. Ohne Behandlung sind sie nur schwer zu (re-)sozialisieren. […]
(Quelle für alles: httpss://de.wikipedia.org)
Soweit die Theorie. Wie aber sieht es in der Praxis aus?
Dazu kann ich euch aus erster Hand berichten, denn ich habe selbst ein „ADHS-Kind“. Der Weg dahin war für uns nicht gerade einfach.
Bereits im Kindergarten wurden wir immer wieder darauf hingewiesen das unser Sohn „anders“ ist. Damals stand auch noch das Thema Autismus im Raum.
Das hat sich dann aber mit dem Schuleintritt in Luft aufgelöst. 
Erst in der 3. Klasse aber wurden wir expliziet auf ADHS hingewiesen. Wir haben ihn also testen lassen, zunächst beim Kinderarzt. Dort wurden wir dann aber direkt in eine Schublade gesteckt, wir sollten alles nach Schema F machen, nichts wurde wirklich mit uns abgesprochen.
Daraufhin haben wir eine zweite Meinung eingeholt, dieses Mal direkt beim Psychologen. Es wurden zahlreiche Tests gemacht, es dauerte einige Zeit, dann hatten wir es schwarz auf weiß. Und ganz ehrlich, ich war irgendwie froh das wir etwas hatten, mit dem wir fortan arbeiten konnten.
Mittlerweile leben wir damit. Damit er in der Schule besser konzentriert ist nimmt er eine Tablette. Es handelt sich hierbei um eine ganz niedrige Dosierung.
Außerdem hat mein Sohn eine Verhaltenstherapie gemacht. Es waren mehrere Stufen, er hat sie alle gemeistert.
Diese Mischung ist für uns der beste Weg gewesen.
Wichtig ist für mich zu sagen, wenn ihr betroffen seit sucht euch jemanden der die Therapie ganz speziell auf euch zuschneidet.
Mit einem ADHS-Kind wird man fast immer abgestempelt, das ist heute leider so.
Es ist aber meiner Meinung nach auch schon eher eine Modekrankheit, es ist halt einfacher zu sagen, das Kind hat ADHS als sich wirklich mit ihm zu befassen. 

– – – – – – – – – – – – – –

Der Bezug zum Buch:
Auch im Roman „Der Koffer“ gibt es einen Jungen, Adam, der ADHS hat. Es wird beiläufig erwähnt. Adam hat Tropfen genommen.
Adams ADHS ist stärker ausgeprägt. Und dennoch er ist ein total lieber Junge, der offen auf andere zugeht. Adam ist beliebt bei den anderen Schülern, sie geben sich gerne mit ihm ab.
Wenn es nicht erwähnt werden würde als Leser bemerkt man nicht wirklich das Adam ADHS hat.
– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –
Hier nochmals die Eckdaten und der Klappentext für euch:
–    Gebundene Ausgabe:
416 Seiten 
–    Verlag: Königskinder (24. März 2017) 
–    Sprache:
Deutsch 
–    ISBN-10:
3551560293 
–    ISBN-13:
978-3551560292 
–    Vom Hersteller
empfohlenes Alter:
Ab 16 Jahren 

Das Buch könnt ihr hier kaufen

Der Klappentext:
»Wie viele Sterne?«, hat Julians Vater immer gefragt,
wenn er ihn abends ins Bett brachte. Zehntausend-Sterne-Tage waren die besten
überhaupt. Doch Julians Eltern sind tot. Seit er bei seinem Onkel wohnt, ist
ihm ist nichts geblieben als Geheimnisse und ein Koffer voller Erinnerungen.
Als Julian seinem Pflegebruder Adam wiederbegegnet, ist er zunächst voller
Glück. Adam, der so nett ist und so tollpatschig und trotzdem zu den Coolen
gehört. Doch es ist schwierig Vertrauen zu fassen. Und je mehr Vertrauen Julian
fasst, desto mehr kommt Adam hinter seine Geheimnisse. Das bringt sie beide in
große Gefahr.
(Quelle: Königskinder)
– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –
Das Gewinnspiel
Die Gewinne


insgesamt 3x „Der Koffer“ in Print

Um in den Lostopf zu hüpfen beantwortet bitte die nachstehende Frage in den Kommetaren hier unter dem Tourbeitrag!

Bewerben könnt ihr euch bis einschließlich 16.04.2017!
Ausgelost wird dann am Ende unter allen Kommentierenden!
Die Gewinner werden dann auf https://www.netzwerk-agentur-bookmark.de bekanntgegeben.
Tagesfrage:
Seit ihr schon mal mit ADHS in Berührung gekommen?
Wenn ja, wie?
Wenn nein, wie wprdet ihr reagieren, wenn ihr erfahrt das euer Gegenüber ADHS hat?
Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt ihr euch mit den Teilnahmebedingungen einverstanden.

14 Kommentare

  1. ADHS ist ein Großes Krankheitsbild mit vielen kleinen Unterfeldern und auch teilweise mit Autisimus gleich gestellt wird oder eben man einfach dies mit dazu zählt obwohl beides einfach sehr unterschiedlich ist! Meine Tochter hat Autismus und da weis ich das Tests in die Richtung auch bei ADHS gemacht werden… wenn man sich damit beschäftigen muss lernt man schnell die Unterscheide und man weis doch das diese menschen eine andere Art von Zuneigung brauchen und man mit ihnen ganz anders umgehen muss aber nicht so das man sie verhätschelt wie kleine Babys….

    VLG Jenny

  2. Hallo,
    ich bin beruflich schon mit ADHS in Berührung gekommen. So lange Medikamente genommen werden, fällt es schwer auf. Mir tun diese Menschen immer leid, auch wenn es viel schlimmere Krankheiten gibt.

    Liebe Grüße, Jutta

  3. Hallo Manja,

    vielen lieben Dank für deinen sehr aufschlussreichen Beitrag.

    Ich kenne einen Jungen, bei dem man früher auch angenommen hat, dass er ADHS hat, allerdings hat man im Nachhinein doch noch Autismus diagnostiziert. Ich bin ihm aber immer ganz normal begegnet und habe da keinen Unterschied gemacht. Bei ihm ist es allerdings auch eher so, dass er von selbst auf einen zukommen muss, sonst fühlt er sich bedrängt.

    Liebe Grüße
    Silke

  4. Hallo,
    In der Oberstufe hatte ich 3 Jahre lang Pädagogik als Leistungskurs und da haben wir uns auch intensiv mit diesem Themenbereich beschäftigt. Auch kenne ich in meinem Umfeld jemanden, der davon "betroffen" ist.
    Liebe Grüße

  5. Hey!
    Ja ich habe damit schon Erfahrung! Ich habe ein Praktikum in einer sonderschule gemacht wo es ein kind mit adhs gab, des weiteren hab ich ein auslandspraktikum in london in einer school for children with special needs gemacht – auch hier gab es adhs kinder. Ich habe das arbeiten mit den kindern geliebt – es war eine tolle erfahrung sodass ich unbedingt im sozialen bereich tätig werden wollte. Im Rahmen meiner Ausbildung zur Krankenschwester habe ich dann das “krankheitsbild“ genauer gelernt 🙂

    Liebe grüße Carina

  6. Hey Manja,

    oh das ist ja ein ernstes Thema… ich kenne ADHS nur vom Hören und hatte damit bisher persönlich keinen Kontakt. Also erstmal würde ich denjenigen nicht anders behandeln, nur weil er eine Krankheit hat. Ich bin aber auch immer neugierig und würde nachfragen, wie lange, wie diagnostiziert etc., aber immer nur, wenn derjenige darauf antworten möchte. Ich denke halt, dass bei uns oft die Aufklärung und das Wissen zu Krankheiten fehlt und deswegen der Umgang oft falsch ist. Und ADHS… das ist wie Migräne – man kriegt einen Stempel drauf und wird nur milde belächelt anstatt ernst genommen. Das ist einfach schade. 🙁

    Alles Liebe,
    Anna

  7. Nein, bin ich noch nicht. Aber generell würde ich versuchen, da viel Verständnis zu zeigen und aufzubringen.

    Liebe Grüße,
    Daniela

  8. Hallo Manja,

    ich bin bisher noch nicht mit ADHS in Berührung gekommen. Ich denke, auch wenn man es nicht will, ist man schon erst einmal ein wenig befangen, wenn man weiß, dass die Person ADHS hat. Ich würde aber versuchen auf sie einzugehen.

    Liebe Grüße
    Sandra

  9. Hallo Manja,

    Ein toller, sehr umfangreicher Beitrag! Ich bin selbst noch nicht mit ADHS in Berührung gekommen. Ich habe nur mitbekommen, dass es mal nur ADS genannt wurde. Ich würde meinen Gegenüber, wenn er es hätte ganz normal behandeln. Es wäre aber toll, wenn er/sie mir sagen könnte, wie ich manchmal reagieren soll, wenn eine Situation schwierig wird. Mir liegt das Wohl von anderen häufig mehr am Herzen als mein eigenes. Ich würde wollen, dass auch eine solche Person sich wohl und verstanden fühlt.

    Liebe Grüße
    Jenny von eulenmatz liest

  10. Hi,

    also bisher hatte ich eigentlich noch keine Berührungspunkte mit diesem Thema. Wie ich mit einem Betroffenen umgehen würde? Vermutlich ganz normal. Ich würde versuchen darauf einzugehen, und Rücksicht zu nehmen.

    VG
    Jacqueline

  11. Hallo Manja,

    meine Tochter hatte in den ersten beiden Schuljahren einen Jungen mit ADHS in ihrer Klasse. Für die Kinder war die Situation nicht einfach, da noch andere Faktoren in sein Krankheitsbild mit einflossen. So klopfte er im Unterricht ununterbrochen mit einem Stift auf den Tisch. Auch wurde er ohne ersichtlichen Grund rasch aggressiv. Dennoch war er ein sehr lieber Junge und meine Tochter spielte gern mit ihm. Obwohl überdurchschnittlich intelligent, kam er im Unterricht nicht immer mit, da die Konzentrationsphasen zu kurz waren, um den Stoff zu schaffen. Auf jeden Fall ist es weder für das Kind, die Eltern, noch seine direkte Umgebung einfach, mit ADHS umzugehen. Bei ihm gab es zum Schluss trotz hoher Medikamentierung immer mehr schlechte, als gute Phasen und er musste die Schule wechseln. Ich hoffe, dass er und seine Eltern einen guten Weg gefunden haben.

    LG Anja

  12. Hallo Manja,
    mit dem Thema ADHS hatte bis jetzt zwei mal zu tun.
    Das einmal wurde bei mir ADHS bei Erwachsenen in den Raum geworfen, da ich mir aber nicht noch einen Stempel verpassen möchte, bin ich darauf nicht näher eingegangen.

    Das andere mal habe ich mit einem Jungen aus meiner Klasse gelernt, der ADHS hatte. Es war ziemlich anstrengend, aber auch ein tolles Erfolgserlebnis weil er im Test für seine Verhältnisse richtig gut abgeschnitten hat. Und es mir auch Spaß gemacht hat ihm was beizubringen.

    Liebe Grüße
    Tanja

  13. Hallo Manja, danke für deinen informativen und auch sehr persönlichen Beitrag. Als Psychologin bin ich natürlich in meinem Studium mit ADHS in Berührung gekommen. Damals hatte ich auch den Eindruck, dass es eine "Modekrankheit" ist bei der stark ansteigenden Zahl der betroffenen Kinder. Aber das soll nicht abwertend klingen, denn wie du sagst, eine Diagnose zu haben kann schon sehr erleichternd sein und ich maße mir nicht an zu wissen, wie es Eltern von betroffenen Kindern geht.
    Liebe Grüße!

  14. Hey,
    durch ein Praktikum in der Schule bin ich mit einem jungen Erwachsenen in Verbindung gekommen, der vermutlich ADHS hat. Er hat die Aufmerksamkeit gesucht, nie aufgepasst (dabei ist er eigentlich echt klug) und hat seine Mitschüler unterbrochen und gestört. Aber auch wenn er es wirklich hatte, deinen Post finde ich sehr informativ und hat mir darüber mehr Input gebracht.
    Liebe Grüße, Tine 🙂

Kommentare sind geschlossen.

Diese Website benutzt Google Analytics. Bitte klicke hier wenn Du nicht möchtest dass Analytics Dein Surfverhalten mitverfolgt. Hier klicken um dich auszutragen.