Gelesen: „Die Villa am Meer“ von Micaela Jary

–    Taschenbuch: 512 Seiten
–    Verlag: Goldmann Verlag
(20. März 2017)
–    Sprache: Deutsch
–    ISBN-10: 3442485959
–    ISBN-13: 978-3442485956

Rostock-Warnemünde 1897: Katharinas Hochzeit mit dem
verwitweten, wesentlich älteren Manufakturbesitzer und Korbmacher Olaf Borchers
steht unter einem schlechten Stern: Nicht nur, dass ihr Herz einem anderen
gehört, Borchers halbwüchsiger Sohn ist nicht einverstanden mit der neuen Frau
seines Vaters und torpediert die Ehe von Anfang an. Dennoch tut Katharina ihr
Bestes, um mit ihrem Mann glücklich zu werden. Doch das ändert sich an dem Tag,
an dem sie Pläne für ein eigenes Geschäft macht – einen Strandkorbverleih an
der Ostsee …

(Quelle: Goldmann Verlag)

 

Von Micaela Jary
hatte ich bereits den einen oder anderen Roman gelesen und für gut befunden.
Nun hielt ich ihr neuestes Werk „Die Villa am Meer“ in den Händen und war sehr
neugierig auf die Geschichte, die mich hier erwarten würde. Vom Klappentext her
wurde ich sehr angesprochen und so begann ich gespannt mit dem Lesen.
Von den Charakteren
hat Micaela Jary hier ein glückliches Händchen bewiesen. Sie sind alle richtig
gut beschrieben und wirkten so vorstellbar auf mich.
Katharina gefiel
mir wirklich gut. Zu Beginn war sie eher noch sehr schüchtern und eher ein
graues Mäuschen, je weiter ich im Geschehen vorankam desto mehr entwickelte
sich Katharina. Sie wird immer stärker und selbstbewusster, weiß ziemlich genau
was sie will.
Olaf Borchers
empfand ich dagegen als eher unsympathisch. Er war mir zu glatt, zu normal.
Immer wenn ich ihm etwas näherkam entglitt er mir wieder und ich wusste nicht
mehr so recht wie ich ihn nehmen sollte.
Dann ist das noch
Greta, Joachims Frau. Sie ist eher sehr eifersüchtig und pessimistisch
eingestellt. Eigentlich gehörte sie zur oberen Gesellschaft, dann aber hat ihr
Mann einen Unfall und fällt ins Bodenlose. Ein Loch wo es nicht so einfach ist
wieder rauszukommen. Joachim und Greta aber versuchen ihr Bestes.
Die Mischung dieser
Charaktere ist gelungen und sie geben der Geschichte das gewisse Etwas, jeder
bringt hier eigene Dinge mit, die ihn ausmachen.
Der Schreibstil der
Autorin ist sehr flüssig und lässt sich richtig gut lesen. Ich bin leicht und
locker durch die Seiten gekommen und konnte ohne Probleme folgen.
Die Handlung klang
vom Klappentext her wirklich gut. Und zunächst hatte ich auch ein richtig gutes
Gefühl, es baute sich Spannung auf. Es ist eine Familiengeschichte, die in der
Kaiserzeit in Deutschland, genauer in Rockstock und Warnemünde, spielt. Die Beschreibungen
sind auch wirklich sehr gut und anschaulich.
Dann aber flaute es
doch merklich ab, es zog sich in die Länge, plätscherte zum Teil nur dahin. Hier
verschenkt Micaela Jary doch einiges an Potential. Sie hat zwar sehr gut
recherchiert, bringt diese Dinge aber in meinen Augen nicht ganz so ein wie ich
es mir erhofft hatte.
Das Ende ist
wiederum wirklich gut und in meinen Augen passend gehalten. Es schließt die
Handlung wirklich gut und schlüssig ab.

 

Alles in Allem ist „Die
Villa am Meer“ von Micaela Jary ein historischer Roman, der vor einer tollen Kulisse spielt,
mich aber nicht komplett überzeugen konnte.
Gut beschriebene
Charaktere, ein leicht und flüssig zu lesender Stil der Autorin und eine
Handlung, die zunächst richtig spannend gehalten ist, dann aber leider doch
merklich nachlässt, um dann zum Ende hin nochmals spannend zu werden, haben mir
nichts desto trotz sehr schöne Lesestunden beschert.
Durchaus lesenswert!

Ich bedanke mich bei buchcontact und dem Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

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