Rezension

Gelesen: „Über alle Grenzen: Anna und Yasin“ von Maya Shepherd

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 4882 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 562 Seiten
Verlag: Sternensand Verlag (25. August 2017)
Sprache: Deutsch

Das Buch kaufen – Kindle / ePub
Das Buch kaufen – Taschenbuch
Das Buch beim Verlag
Der Verlag bei Facebook / Die Autorin bei Facebook

 

Eine Liebe, die sich über jedes Hindernis hinwegsetzt.
Eine Liebe, die unter die Haut geht.
Eine Liebe, die keine Grenzen kennt.
Wörter, Zahlen und Sätze zieren Annas Körper. Dort, wo niemand sie sieht. Unauslöschbar sind sie in ihre Haut geritzt. Sie bleiben für immer und verschwinden nicht einfach wie ihr Vater, der ihre Mutter für eine Jüngere verlassen hat.
Yasin kommt aus dem Kosovo. Wie viele Flüchtlinge sucht er in Deutschland Schutz, in der Hoffnung auf ein neues, sicheres Leben. Er spricht fließend Deutsch und trotzdem hört ihm niemand zu. Niemand sieht ihn.
Bis er Anna begegnet. Das traurige und verschlossene Mädchen ist der erste Mensch, der ihn als Person und nicht nur als Flüchtling sieht.
(Quelle: Sternensand Verlag)

Der Roman „Über alle Grenzen: Anna und Yasin“ stammt von der Autorin Maya Shepherd. Ich kannte bereits andere Romane der Autorin und war dementsprechend sehr neugierig auf ihr neuestes Werk. Das Cover empfinde ich als richtig gelungen und der Klappentext versprach mir hier bereits sehr viel. So begann ich gespannt mit dem Lesen.

Die hier handelnden Charaktere sind für mich etwas ganz Besonderes. Sie alle sind ganz wunderbar ausgearbeitet, ich konnte mir jede Gefühlsregung genauestens vorstellen, konnte die Handlungen verstehen und nachvollziehen.
Anna ist ein Mädchen, das es nicht wirklich leicht hat. Gerade erst ist sie von Berlin nach Köln gezogen. Sie musste die Trennung ihrer Eltern verkraften und ihre beste Freundin, ihren Rückhalt, in Berlin zurücklassen. Anna ist ziemlich schüchtern, zumindest am Anfang. Sie zieht sich zurück, baut quasi eine Mauer um sich herum auf. Dann aber ab ca. der Hälfte taut sie auf, wird in meinen Augen selbstbewusster. Diese Entwicklung hat mir sehr gut gefallen. Ich habe Anna ins Herz geschlossen, sie wirkte authentisch und glaubhaft auf mich.
Yasin ist ein Junge, der aus dem Kosovo kommt. Seine Familie ist geflohen, diese Flucht war die Hölle. In der Schule ist er ein Einzelgänger, lebt er doch in einer Flüchtlingsunterkunft und sieht anders aus als alle anderen Schüler. Yasin ist zunächst eher ruhig, doch auch er verändert sich durch den Kontakt mit Anna. Ich mochte Yasin total gerne, hätte am liebsten noch viel mehr über ihn gelesen.

Neben den beiden Protagonisten gibt es noch zahlreiche andere Charaktere. Jeder von ihnen hat hier im Geschehen einen bestimmten Platz, trägt ganz eigene Dinge zur Handlung bei. Ich konnte mir jeden von ihnen sehr gut vorstellen, sie alle sind vorstellbar beschrieben.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und ich wurde vollkommen in den Bann dieser Geschichte gezogen. Ich habe alles um mich herum vergessen, erst am Ende kam ich ganz langsam wieder in die Realität zurück.
Geschildert wird das Geschehen hauptsächlich aus der Sicht von Anna. Man folgt ihr, lernt sie kennen und kann sie am Ende einschätzen. Immer wieder aber gibt es auch Einblicke in Yasins bisheriges Leben. Man erfährt viel übers eine Flucht, wie es ihm und seiner Familie während dieser Zeit ergangen ist. Diese Passagen fand ich persönlich sehr interessant und zum Teil auch ziemlich traurig und tragisch.
Die Handlung ist einfach wow. Ich habe alles erwartet, aber dass dann DAS kommt damit habe ich nicht gerechnet.
Maya Shepherd hat mich umgehauen, ab dem Zeitpunkt als Yasin das erste Mal im Geschehen auftaucht war ich gefangen. Ich musste einfach wissen wie sich dieses Geschehen hier entwickelt. Und erneut wurde ich überrascht. Denn Maya Shepherd hat sich dem Thema Flüchtlinge auf eine Weise bedient, so habe ich es bisher noch nicht gelesen. Man merkt einfach wie viel Herzblut hier drin steckt. Sie baut dieses Thema ganz wunderbar in die Liebesgeschichte ein, ich habe mit den Protagonisten mitgefiebert, habe mit ihnen gelitten und geliebt. Und es sind Tränen geflossen und ja manches Mal hätte ich den Kindle am liebsten in die Ecke geschmissen. Ich war glücklich und ich war traurig, wurde auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle geschickt. Ganz besonders eine Wendung kam dabei so überraschend, es hat nichts darauf hingedeutet.

Das Ende, ich habe so gehofft und gebangt, war in Tränen aufgelöst und dann war es da. Und ich bin sehr zufrieden so wie es ausgeht. Es ist für mich das einzig richtige Ende, das einzige das wirklich passt.

Kurz gesagt ist „Über alle Grenzen: Anna und Yasin“ von Maya Shepherd ein Roman, der in meinen Augen alles hat was ein Buch haben muss.
Charaktere, die authentisch und glaubhaft ausgearbeitet sind, ein flüssiger sehr einnehmender Stil der Autorin und eine Handlung, die mich vollkommen umgehauen hat mit der Liebesgeschichte und dem damit verbundenen doch schwierigen Thema, haben mich einfach überzeugt und vollkommen begeistert.
Unbedingt lesen!

 

Ich bedanke mich herzlich beim Verlag für das bereitgestellte eBook!

********************************************

Das Gewinnspiel

Im Rahmen der Release-Party gibt es ein Gewinnspiel.
Um in den Lostopf zu hüpfen beantwortet einfach die nachstehende Frage:

„Über alle Grenzen: Anna und Yasin“ ist ein Roman der das Thema Flüchtlinge aufgreift.
Wie seht ihr das, ist dies ein Thema das mehr in Romanen vorkommen sollte oder findet ihr man sollte es nicht so einbinden?

– Das Gewinnspiel läuft nur während der Release-Party!
– Teilnahme am Gewinnspiel ab 18 Jahren, oder mit Erlaubnis des Erziehungs/Sorgeberechtigten!
– Keine Barauszahlung der Gewinne möglich!
– Keine Haftung für den Postversand!
– Veranstalter des Gewinnspiels ist der Sternensand Verlag!
– Der Rechtsweg ist ausgeschlossen!

14 Gedanken zu „Gelesen: „Über alle Grenzen: Anna und Yasin“ von Maya Shepherd

  1. Wenn es in den Plot passt sollte das Thema eingebaut werden. Wie bei allen Dingen, Themen und Bereichen des Lebens gehen auch hier die Ansichten auseinander und es gibt sowie gut wie böse.
    Wie gesagt wenn es zum Plot gehört sollte es auch darin enthaltenen sein.

  2. Man kann dieses Thema wie jedes andere in eine Geschichte mit einfließen lassen, ich finde so lange es eine gute Story beinhaltet ist das völlig okay. Nur wenn jetzt jeder Zweite Roman mit so was um die Ecke kommen würde, wäre ich von der Thematik schnell übersättigt, aber das geht mir bei anderen Themen ja auch so. Wichtig ist, das man weiß wie man so sensible Themen behandelt, sie sollten z.B. nicht vor Klischees trotzen

  3. Danke für die Rezension . Ich persönlich denke , dass es ein zu schmaler Grad ist dieses Thema in Romanen aufzugreifen . Romantiesiert man das Ganze oder gibt man einen realistischen Blick wieder oder übertreibt man , für den dramatischen Effekt ? Jeder Mensch hat einen Hintergrund . Manchmal der goldene Löffel ,manchmal eine Flucht …. sollten es ruhig so manche Autoren ruhig aufgreifen . Die Frage ist eben nur wie sie das tun

  4. Ich finde, das Thema darf ruhig auf den Tisch (oder in diesem Falle ins Buch =D ) kommen.
    Es sollte aber schon passend zur Geschichte sein, und nicht.. naja, zu stark auf die Bühne gezerrt werden. Man muss ein gesundes Mittelmass finden, um die Leute einfach zum Nachdenken anzuregen..

  5. Hii
    Sehr schöne Rezi💜 ich freue mich so aufs Buch.
    Zur Frage: Auf jeden Fall ist es gut, dass über das Thema Romane existieren. Es wird so zur Normalität und die Menschen fangen vllt. An sie nicht als Die Fremden zu sehen. Aber auch Biographien fänd ich derart wichtig, um noch einen anderen Bezug dahingehend zu entwickeln. Aber um auf das Thema aufmerksam zu machen find ich es soo schön, dass dieser Roman existiert und auch andere Probleme mit einbindet.

  6. Ich denke es sollte mehr tematiesiert werden auf diese Weise vielleicht können dann andere menschen sich dann näher hineinfühlen. ..weil manche Leute sind so kalt …PS liebenswerte rezi man merkte du hast es geliebt.

  7. Hallo! Wenn der Autor dazu eine tolle Story im kopf hat warum nicht! Die Story drum herum muss halt stimmen, dann kann man jedes Themen niederschreiben. …

  8. Ich finde definitiv sollte man auch schwierige Themen wie die Flüchtlingskrise mit aufnehmen. So lange das Thema nicht zum reinen Sensationszweck dient finde ich es sehr gut – ich denke die Art wie es Maya gemacht hat eignet sich gut dazu.

  9. Ja das sollte es. Aber nicht nur in Romanen sondern allgemein im wahren Leben. Aber wertfreier, aufmerksamer, empathischer ubd differentzierter als es Momentan der Fall ist. Ich wünschte es gäbe mehr Integration, damit irgendwann eine Art von Inklusion möglich wäre. Die Menschen sollten so oft wie möglich zum Nachdenken angeregt werden, damit sie vielleicht irgendwann erkennen, was die wirklichen Probleme mit den Asylanten sind.
    Und damit meine ich wie schlimm es ist alles zurück lassen zu müssen, zu flüchten in ein Land in dem ich nur leidlich toleriert werde und ich nichts mehr habe und nichts mehr wert bin. Meine Familie vielleicht nie wieder sehe. Vielleicht leben sie nicht mehr. Vielleicht gibt es für much nie mehr die Chance nach Hause zu kommen…

  10. Gerade weil dieses Thema so aktuell ist, finde ich es gut, dass Flüchtlinge auch in Büchern vorkommen sollten oder es auch Bücher über Flüchtlinge bzw mit Flüchtlingen geben sollte.

    Ich denke, so nimmt man uns vielleicht auch ein wenig die Angst.
    Schließlich will die Mehrheit wirklich nur ihren Frieden und ohne Angst vor Krieg und Terror leben.

  11. Wieder eine sehr tolle Rezi ❤️

    Ich kann nicht sagen, ob dieses Thema mehr behandelt werden sollte oder nicht, da es sich sehe gespaltene Meinungen allgemein dazu gibt. Viele finden es sicher toll, andere meinen bestimmt dass es nichts in einem Buch verloren hat.
    Ich finde es gut, dass sich auch jemand traut, etwas darüber niederzuschreiben.

    GLG Pat

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.