Gelesen: “Winter so weit” von Peer Martin

Achtung:
Dies ist Teil 2 der Reihe!
Die Rezension kann Spoiler enthalten!

Taschenbuch: 560 Seiten
Verlag: Oetinger Taschenbuch (1. Oktober 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3841503985
ISBN-13: 978-3841503985
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre

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Die Geschichte von Calvin und Nuri. Syrienkrieg, IS und Rechtsextremismus verwoben zu einem dramatischen Plot.
Was wie eine Romeo-und-Julia-Geschichte begann, schlug in ein brennendes Inferno um, das Inferno, in dem Calvin Nuri verlor. Doch ihm, dem ehemaligen Neonazi, hat die Liebe zu dem syrischen Flüchtlingsmädchen die Augen geöffnet. Jetzt ist alles, was er ihr am Ende geben konnte, ein letztes Versprechen: das, die 13-jährige Dschinan aus Syrien herauszuholen. Und so führt der Weg Calvin durch zerstörte Städte, verschneite Berge und in die Hände des IS. Doch Aufgeben ist keine Option, nicht mehr.
Mutig, realistisch, authentisch und bewegend: von Peer Martin, dem Jugendjury-Gewinner des Deutschen Jugendliteratur-Preises.
(Quelle: Oetinger Taschenbuch)

Nachdem ich „Sommer unter schwarzen Flügeln“ gelesen und für sehr gut befunden habe war ich extrem gespannt auf „Winter so weit“ aus der Feder von Peer Martin. Bisher konnte mich der Autor auch immer mit seinen Büchern überzeugen. Das Cover des Taschenbuches gefiel mir sehr gut und der Klappentext machte mich neugierig.

Die Charaktere haben mir hier sehr gut gefallen. Ich konnte sie mir vorstellen und von den Handlungen her war es für mich nachvollziehbar.
Calvin und Nuri waren mir bereits gut bekannt aus Teil 1. Damals haben die beiden schon so einiges durchgemacht und auch dieses Mal kommt es für sie hart auf hart.
Nuri ist das syrische Mädchen, das nach Deutschland geflohen war. Sie ist in Berlin, hier lebt sie und ist leider weiterhin den Angriffen von Rechten ausgesetzt. Doch sie erlebt auch positive Dinge, hat Kontakte zu anderen Deutschen, die ihr helfen wollen. Nuri war mir richtig gehend sympathisch, ich habe sie sehr ins Herz geschlossen. Im Verlauf der Handlung entwickelt sie sich merklich weiter.
Calvin ist ein ehemaliger Neonazi. Er hat sich in Nuri verliebt und sich so von den Rechten losgesagt. Calvin durchlebt hier in diesem 2. Teil einige Dinge, die ihn prägen. In Syrien erlebt er Hunger, Folter und Hinrichtungen. Dabei will er doch nur Dschinan finden. Calvin setzt hier zum Teil Kräfte frei, ich war richtig beeindruckt. Die Liebe zu Nuri hält ihn hier aufrecht, gibt ihm Kraft.

Auch die anderen Figuren, von denen bereits einige aus Band 1 bekannt sind, hat der Autor gut in Szene gesetzt. Die Bekannten machen eine deutliche Entwicklung durch, während sich neue Charaktere sehr gut ins Geschehen einfügen

Der Schreibstil des Autors ist absolut klasse. Peer Martin erweckt alles mit seinen Worten zum Leben. Es wirkt alles unheimlich realistisch und glaubhaft. Man fliegt als Leser förmlich durch die Seiten und kann das Buch einfach nicht zur Seite legen.

Die Handlung ist authentisch gehalten. Peer Martin zieht den Leser förmlich ins Geschehen hinein, man fühlt sich als Teil des Ganzen. Hier wird Spannung großgeschrieben, genauso wie man unheimlich viele verschiedene Emotionen vorfindet. Die Qualen des Krieges in Syrien sind allgegenwärtig, genauso wie die Flüchtlingsproblematik in Deutschland Thema ist. Peer Martin greift diese Dinge auf, bringt sie in den Kopf des Lesers. Man denkt als Leser ganz automatisch nach, ist ergriffen und berührt. Die Handlung ist aber definitiv nichts für schwache Nerven.
Besonders zu erwähnen sind hier auch die Schlagworte und Internetseiten, die Peer Martin nach jedem Kapitel anführt. Sie dienen dazu sich selbst ein Bild zu machen, um zu recherchieren.

Das Ende ist passend wie es ist. Es gibt Hoffnung und ja irgendwie schließt es ab. Allerdings bietet es auch genug Dinge, die im dritten Teil „Feuerfrühling“ dann aufgegriffen werden sollten. Ich bin gespannt und neugierig auf den Trilogieabschluss, auf das Ende der Geschichte von Nuri und Calvin.

Kurz gesagt ist „Winter so weit“ von Peer Martin eine Fortsetzung, die „Sommer unter schwarzen Flügeln“ in wirklich nichts nachsteht.
Charaktere, die alle samt sehr gut und realistisch beschrieben sind, ein mitreißender flüssiger Stil des Autors sowie eine Handlung, die so glaubhaft und lebensnah gehalten ist und in der sich der Autor wichtigen Themen widmet, die heutzutage alle beschäftigen, haben mich hier gefangen genommen, nachdenklich gestimmt und letztlich überzeugt.
Ein Highlight! Uneingeschränkt zu empfehlen!

 

Ich danke dem Autor für das Buch und die Leserunde!

 

Rezension Teil 1
“Sommer unter schwarzen Flügeln”

 

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