Gelesen: “Der fremde Reiter” von Marion Johanning

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 3399 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 489 Seiten
ISBN-Quelle für Seitenzahl: 1542049784
Verlag: Tinte & Feder (16. Januar 2018)
Sprache: Deutsch

Der neue, spannende Mittelalteroman der Autorin des Kindle-Bestsellers »Die honigsüßen Hände«.
Vissel am Rhein, 1188: Als das Bauernmädchen Lioba einen bewusstlosen jungen Mann im Wald findet, ahnt sie nicht, dass ihr Leben eine entscheidende Wendung nehmen wird. Der Verletzte überlebt, hat aber keinerlei Erinnerung an sein früheres Leben. Thomas, wie er genannt wird, arbeitet von nun an als Tagelöhner auf dem Bauernhof ihrer Eltern. Lioba und er kommen sich näher und spüren eine starke Verbindung, werden aber getrennt, als Thomas zurück zu seiner wahren Identität und Familie findet. Er erfährt, dass er ein Ritter ist, der sich einem Kreuzzug verschrieben hat. Doch Lioba kann den Mann nicht vergessen, der nun ein ganz anderer zu sein scheint. Und auch sie wird von ihrer Vergangenheit eingeholt …
(Quelle: amazon)


Der historische Roman „Der fremde Reiter“ stammt von der Autorin Marion Johanning. Wer mich kennt der weiß historische Romane landen nicht allzu oft auf meiner Leseliste, es muss schon alles stimmen, nur dann greife ich zu solch einem Roman. Und hier hat einfach alles gestimmt, ich habe mich sowohl von Cover als auch vom Klappentext angesprochen gefühlt und somit mit dem Lesen begonnen.

Mit ihren Charakteren hat die Autorin wirklich tolle Figuren geschaffen. Auf mich wirkten sie alle richtig gut beschrieben und somit auch vorstellbar.
Lioba ist die Protagonistin hier. Sie lebt bei ihrem Vater. Mit auf dem Hof leben ebenfalls ihre Stiefmutter und ihr jüngerer Halbbruder. Lioba ist sehr naturverbunden, sie liebt es nach Kräutern im Wald zu suchen. Sie ist ein ziemlich selbstbewusstes junges Mädchen. Allerdings muss sie damit klarkommen das ihre Stiefmutter sie nicht mag. Und das sie im Dorf verachtet wird. Ihre ganze Situation, wie es im Einzelnen dazu gekommen ist, das erfährt man als Leser erst nach und nach.
Thomas oder auch Otto von Linn war mir gerade am Beginn des Romans sympathisch. Leider verändert er sich im Verlauf, je mehr er von seinem Gedächtnis wiederfindet. Hier verliert er einiges an Sympathie, da er auch Züge zeigt mit denen ich mich nicht so anfreunden konnte.

Auch die anderen auftauchenden Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Besonders hervorheben möchte ich hier Relindis, eine Frau, die sich sehr gut mit Kräutern auskennt, und auch Liobas beste Freundin Christina. Sie nehmen beide wichtige Positionen im Geschehen ein.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und dem Genre sehr gut angepasst. Es ist alles verständlich und nachvollziehbar beschrieben.
Geschildert wird das Geschehen in zwei unterschiedlichen Handlungssträngen. So begleitet man als Leser einerseits Lioba durch eine für sie schwierige Zeit und im anderen Strang ist es Thomas, dessen Weg man als Leser besser kennenlernt. Mir gefielen beide Stränge sehr gut, zusammen ergeben sie ein stimmiges Ganzes.
Die Handlung selbst ist in meinen Augen gut gelungen. Es dreht sich hier nicht nur alles um historische Dinge, die Autorin hat auch eine sehr schöne, zarte Liebesgeschichte mit ins Geschehen eingeflochten. Sie steht aber nicht im Vordergrund, fügt sich eher ein und läuft nebenher.
Die historischen Fakten hat die Autorin ser gut recherchiert, man merkt hier dass sie die Gegend gut kennt. Zudem baut sie immer wieder Wendungen ein, die der Handlung eine neue Richtung geben und die Spannung erzeugen.

Das Ende wirkte auf mich ein wenig zu schnell abgehandelt. Es passt zwar sehr gut zur Gesamtgeschichte und macht sie rund, dennoch aber hätten es hier ruhig ein paar Seiten mehr sein dürfen.

Insgesamt gesagt ist „Der fremde Reiter“ von Marion Johanning ein wirklich guter, interessant gemachter historischer Roman.
Sehr gut beschriebene Charaktere, ein flüssiger, dem Genre angepasster Stil der Autorin und eine Handlung, die ich als spannend empfunden habe und deren Liebesgeschichte sich sehr gut einfügt, haben mir bis auf das etwas übereilte Ende sehr unterhaltsame Lesestunden beschert.
Durchaus lesenswert!

 

 

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