Gelesen: „Glück im Unglück – Die Verachtung (Noras traurige Geschichte 1)“ von Samina Haye

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1054 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 208 Seiten
Sprache: Deutsch

Ein schwieriges & trauriges Thema, Gewalt & sexueller Missbrauch.
Für Nora scheint es, als wären sie eine normale Familie. Doch der Schein trügt.
Nach einem heftigen Familienstreit bricht alles auseinander. Von heute auf morgen ergreifen ihre Brüder die Flucht und verlassen die Familie. Noras Albtraum beginnt.
Ihr Vater Filip trinkt sehr viel, wird zunehmend aggressiv und lässt all seine Wut mit Schlägen an seiner Frau Hedda und auch an Nora aus. Doch damit nicht genug.
Filip liebt Nora, aber nicht so, wie ein Vater seine Tochter lieben sollte. Unverhofft geschieht etwas Grausames, denn dieser Liebe verleiht Filip mit der Zeit auch körperlichen Ausdruck.
Nora zerbricht innerlich, ihre Mutter leidet mit ihr und sucht nach einem Ausweg. Sie schmiedet einen Plan: die Flucht. Ob es den beiden Frauen gelingen wird, Filips Fängen zu entgehen?
(Quelle: amazon)

Bisher hatte ich noch kein Buch von Samina Haye gelesen. Umso interessierter war ich daher auch an „Glück im Unglück  Die Verachtung“ aus ihrer Feder.
Das Cover und auch der Klappentext machen sehr neugierig auf die Geschichte, die den Leser hier erwartet und so habe ich auch schnell mit dem Lesen angefangen.

Ihre Charaktere hat die Autorin authentisch und realistisch beschrieben. Ich konnte sie mir alle wirklich gut vorstellen und von den Handlungen her war es verständlich.
Nora ist die Protagonistin hier. Von jetzt auf gleich endet ihre Kindheit, man erlebt als Leser mit wie sie sehr viel Leid ertragen muss, wie sie regelrecht aufgibt, es über sich ergehen lässt. Sie erlebt die Hölle auf Erden und als Leser möchte man ihr so gerne helfen, sie einfach aus dem Martyrium rausholen.

Aber nicht nur Nora ist Teil dieser Geschichte hier, auch ihre Mutter und ihre Brüder spielen eine wichtige Rolle im Ganzen. Und leider auch der Vater, den man einfach nicht mögen kann.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und lässt sich gut lesen. Allerdings, man sollte sich bereits im Vorfeld bewusst sein dieses Buch hier ist keine leichte Kost. Samina Haye schreibt schonungslos offen und auch recht detailliert, auf mich wirkte alles glaubhaft.
Geschildert wird das Geschehen aus der Sicht von Nora. Dadurch bekommt alles noch viel mehr Raum, man ist als Leser dabei, bekommt einen sehr guten Einblick ins Noras Gedanken- und Gefühlswelt.
Die Handlung, ich weiß gar nicht was ich erwartet habe. Auf jeden Fall greift die Autorin hier sehr ernste Themen auf, man findet hier Gewalt und sexuellen Missbrauch. Ich hatte nicht nur einmal Gänsehaut und wäre am liebsten ins Buch hineingekrochen um Nora und ihrer Mutter behilflich zu sein. Samina Haye schildert hier alles ohne Hemmungen, als Leser ist man schockiert, sie bewegt mit ihren Worten, regt sehr zum Nachdenken an.
Als Handlungsort hat sich Samina Haye Norwegen ausgesucht. Es ist eine sehr interessante Kulisse, die man so vielleicht aber nicht unbedingt erwartet.

Das Ende hat mich passend gewählt. Das Geschehen entwickelt sich in eine Richtung, der Schluss ist spannend aber auch schön. Es passt einfach zusammen.

Zusammengefasst gesagt ist „Glück im Unglück – Die Verachtung (Noras traurige Geschichte 1)“ von Samina Haye ein Roman, der mich von Anfang bis Ende vollkommen für sich gewonnen hat.
Glaubhafte, authentisch beschriebene Charaktere, ein flüssig sehr einnehmender Stil der Autorin und eine Handlung, die sehr ernste Themen anspricht, die heutzutage leider immer wieder auftreten und in der man als Leser zu Nachdenken angeregt wird und die Gänsehautmomente beschert, haben mich überzeugt und auch schockiert.
Absolut zu empfehlen!