Gelesen: „Der nächstferne Ort“ von Hayley Long

Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Verlag: Königskinder (21. März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3551560404
ISBN-13: 978-3551560407
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: The Nearest Faraway Place

Ein schrecklicher Autounfall und von einer Sekunde auf die andere ist im Leben der beiden Brüder Griff und Dylan nichts mehr, wie es war. Während der 13-jährige Griff verzweifelt versucht, sich von der Trauer um den Verlust seiner Familie nicht überwältigen zu lassen, lässt Dylan nichts unversucht, seinen jüngeren Bruder zu schützen und ihm dennoch langsam zurück ins Leben zu helfen. Tatsächlich gelingt es den beiden auch ganz allmählich, ihren Platz wieder zu finden – jeder für sich und trotzdem gemeinsam.
(Quelle: Königskinder)

Der Roman „Der nächstferne Ort“ stammt von der Autorin Hayley Long. Für mich war dies der erste Roman der Autorin überhaupt und ich war wirklich gespannt auf das, was mich zwischen den Buchdeckeln erwarten würde.
Vom Cover war ich sehr beeindruckt, es hat mich auf Anhieb angesprochen. Und der Klappentext machte mich neugierig, also habe ich mich auch rasch ans Lesen gemacht.

Ihre Charaktere hat die Autorin wirklich sehr gut und vor allem vorstellbar beschrieben. Sie wirkten glaubhaft und man kann sich als Leser gut in sie hineinversetzen.
Die Brüder Griff und Dylan sind beide richtig toll dargestellt. Sie sind so wundervoll, jeder hat seine ganz eigene Art den Leser zu begeistern. Dylan is der Ältere der beiden, er fühlt sich für Griff verantwortlich, muss sich um ihn kümmern. Er will ihn beschützen, obwohl er selbst genauso um die Eltern trauert, es ist wirklich schwierig für ihn. Mir gefiel es gut das Dylan versucht sich selbst zurückzunehmen, für seinen Bruder.
Auch mit Griff konnte ich mich gut identifizieren. Ihn nimmt der Verlust noch viel mehr mit als Dylan, er wird richtig von der Trauer vereinnahmt.
Die beiden zusammen ergeben in meinen Augen ein Geschwisterpaar, das stark ist und zusammenhält, egal was kommt. Sie beide entwickeln sich im Verlauf der Handlung merklich weiter, es ist alles gut nachvollziehbar.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und lässt sich wirklich gut lesen. Sie schafft es den Leser auf einfühlsame Weise in ihre Geschichte zu entführen, ihn an die Seiten zu fesseln.
Geschildert wird das Geschehen aus der Sichtweise von Dylan. Er lässt den Leser daran teilhaben wie sich ihr Leben von jetzt auf gleich vollkommen verändert. Zudem gibt es immer wieder Erinnerungen, die er teilt, die dem Leser mitnehmen in die Vergangenheit.
Die Handlung ist eher von der ruhigeren Art. Es gibt hier keine nervenaufreibende Action und Spannung, nein es ist eher alles leise und gefühlvoll. Und dennoch packt es den Leser und man will immerzu weiterlesen. Die Autorin hat hier Themen wie den Verlust von geliebten Menschen und auch Trauer mit eingearbeitet, es geht aber auch um den Zusammenhalt und wie man wieder in die Normalität zurückfindet. Das Schicksal schlägt hier hart zu, doch die beiden Jungen müssen damit fertig werden. Es ist eine wirklich berührende Geschichte, die den Leser zum Nachdenken anregt.

Das Ende passt in meinen Augen sehr gut zur Gesamtgeschichte. Es schließt ab und macht rund und auch nach dem Beenden halt die Geschichte in Gedanken noch weiterhin nach.

Zusammengefasst gesagt ist „Der nächstferne Ort“ von Hayley Long ein Roman, der den Leser richtig berühren kann.
Authentisch gezeichnete Charaktere, ein flüssiger sehr gut zu lesender Stil der Autorin und eine Handlung, die eher ruhig gehalten ist, den Leser aber dennoch gut packen kann, haben mich zum Nachdenken angeregt und wirklich begeistert.
Absolut zu empfehlen!