Gelesen: “Nicht weg und nicht da” von Anne Freytag

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 3889 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 481 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (19. März 2018)
Sprache: Deutsch

Den Anfang kannst du nicht ändern, das Ende schon
Nach dem Tod ihres Bruders macht Luise einen radikalen Schnitt: Sie trennt sich von ihrem mausgrauen Ich und ihren Haaren. Übrig bleiben drei Millimeter und eine Mauer, hinter die niemand zu blicken vermag. Als Jacob und sie sich begegnen, ist er sofort fasziniert von ihr. Doch Luise hält Abstand. Bis sie an ihrem sechzehnten Geburtstag aus heiterem Himmel eine E-Mail von ihrem toten Bruder bekommt – es ist die erste von vielen. Mit diesen Nachrichten aus der Zwischenwelt und dem verschlossenen Jacob an ihrer Seite gelingt es Luise, inmitten dieser so aufwühlenden wie traurigen Zeit das Glitzern ihres Lebens zu entdecken …
(Quelle: Heyne Verlag)

Der Roman „Nicht weg und nicht da“ stammt von der Autorin Anne Freytag. Es war nicht mein erster Roman der Autorin, ich kannte vorher bereits andere Geschichten aus ihrer Feder.
Hier wurde ich vom Cover angesprochen und nachdem ich auch den Klappentext gelesen hatte musste ich dieses Buch lesen.

Die Charaktere dieses Buches hat die Autorin richtig gut gezeichnet. Man kann sich als Leser jeden vorstellen und ihn verstehen.
Luise mochte ich recht gerne. Am Anfang hätte ich sie gerne mal geschüttelt, sie ist hier nicht immer nett anderen gegenüber. Mit der Zeit aber entwickelt sich und wird umgänglicher.
Jacob war mir sympathisch. Er handelt intuitiv, was mir sehr gut gefiel. Dadurch schließt man ihn schnell ins Herz. Seine Vergangenheit empfand ich als wichtig, da ging es mir dann ein wenig zu schnell.

Doch nicht nur die Protagonisten sind gut beschrieben, auch die Nebenfiguren sind sehr gut gezeichnet. So lernt man als Leser hier verschiedene Personen kennen, die sich alle gut ins Geschehen einfügen.
Und natürlich darf auch Kristopher nicht fehlen. Ihn lernt man durch die Briefe kennen und versteht nach und nach die Gründe für seine Tat.

Der Schreibstil der Autorin hat es mir dieses Mal irgendwie doch schwer gemacht. Ich habe einige Zeit gebraucht um mich an die kurzen Sätze hier zu gewöhnen. Erst dann bin ich flüssig durch die Seiten gekommen und konnte gut folgen.
Geschildert wird das Geschehen aus zwei verschiedenen Sichtweisen. So kommen hier Jacob und auch Luise zu Wort. Für beide hat die Autorin die Ich-Perspektive verwendet. Ich empfand sie als passend gewählt, man lernt die beiden so sehr gut kennen.
Neben diesen beiden Sichtweisen sind hier noch Briefe oder auch E-Mails zu finden. Diese sind von Kristopher, Luises Bruder, und in einer anderen Schrift, zur besseren Unterscheidung.
Die Handlung ist gewiss nicht unbedingt leicht, es wirkte oftmals doch auch sehr bedrückend auf mich. Die Autorin greift hier ein wichtiges Thema auf, sie befasst sich neben den Krankheiten auch mit dem Tod und dem Leben. Die Sichtweise darauf empfand ich als sehr gut beschrieben.
Doch es ist nicht immer bedrückend, es gibt auch Hoffnung, man merkt eine Entwicklung im Buch.

Das Ende ist so wie es ist super. Klar man ahnt wie es ausgeht aber der Weg dahin ist es wert, ihn zu lesen. Man sollte aber definitiv Taschentücher bereithalten

Kurz gesagt ist „Nicht weg und nicht da“ von Anne Freytag ein Roman, der den Leser einfängt und ihn berührt.
Interessante, gut gezeichnete Charaktere, ein zunächst etwas gewöhnungsbedürftiger Stil, der dann aber doch noch gut wird und eine Handlung, die ich als interessant und tiefgründig empfunden habe, haben mir bis auf kleine Kritikpunkte bewegende Lesestunden beschert.
Durchaus lesenswert!