Gelesen: „Wenn’s weiter nichts ist“ von Allison Pearson

Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
Verlag: Wunderraum (16. April 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3336547695
ISBN-13: 978-3336547692
Originaltitel: How Hard Can It Be?

Kate Reddy steht vor ihrem 50. Geburtstag und fragt sich, wo ihr Leben geblieben ist. Dabei ist das Alter längst nicht ihre einzige Sorge: Kate plagt sich mit zwei Teenagern, kümmert sich um kränkelnde Schwiegereltern und eine Mutter, die zunehmend auf Hilfe angewiesen ist. Und sie sucht den Wiedereinstieg ins Berufsleben, da ihr Mann beschlossen hat, dem Hamsterrad Ade zu sagen und die Kunst der Achtsamkeit zu erlernen. Als sich dann auch noch eine verflossene Liebe bei Kate meldet, wird es kompliziert …
(Quelle: Wunderraum)

Der Roman „Wenn’s weiter nichts ist“ stammt von der Autorin Allison Pearson. Der Roman ist im Wunderraum Verlag erschienen und genau, wie die anderen Romane dieses Verlags auch, ein richtiges Schmuckstück. Angesprochen vom Cover und vom Klappentext habt ich mich hier auch flott ans Lesen gemacht.

Die Charaktere hat die Autorin sehr gut gezeichnet. Sie wirkten auf mich vorstellbar ausgearbeitet und man kann sich als Leser sehr gut in sie hineinversetzen.
Kate ist eine richtig tolle Protagonistin. Sie ist fast 50 Jahre alt, Hausfrau und Mutter. Als Leser begleitet man sie hier in ihrem Alltag, der ganz schön turbulent sein kann. Kate lernt das Leben gerade von einer vollkommen neuen Seite kennen. Und nicht nur einmal fragt sie sich was aus ihren Leben geworden ist. Allerdings ich empfand Kate manches Mal doch auch nervig. Mir war sie zudem immer mal wieder zu weich.

Man lernt hier aber nicht nur Kate kennen, auch die anderen Familienmitglieder sind Thema. So trifft man demnach auch auf ihren Ehemann und ihre Kinder, die bereits im Teenageralter sind und immer selbstständiger werden. Sie alle fügen sich gut ins Geschehen ein, man kann sie sich gut vorstellen.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr locker und leicht gehalten. Man kommt als Leser sehr flüssig durch die Seiten des Buches und obwohl es sich um ein doch dickeres Buch handelt liest es sich gut weg.
Geschildert wird das Geschehen aus der Sichtweise von Kate. Die Autorin hat hierfür die Ich-Perspektive verwendet, die, so finde ich es jedenfalls, wirklich gut passt, denn man lernt Kate so einfach am besten kennen.
Die Handlung gefiel mir sehr gut. Sie ist wie aus dem Leben gegriffen. Man begleitet die Charaktere hier durch den Alltag, zum Teil ist es ziemlich humorvoll, so dass man als Leser schmunzeln muss. Die Autorin versteht es den Leser hier wirklich einzufangen. Es geht aber nicht nur komisch zu, als Leser wird man auch zum Nachdenken angeregt. Man fühlt sich angesprochen, denkt irgendwie ganz automatisch darüber nach wie das eigene Leben so verläuft.

Das Ende empfand ich als passend gewählt. Ich finde es stimmig und gut, es schließt diese Geschichte hier wirklich gut ab und stellt zufrieden.

Alles in Allem ist „Wenn’s weiter nichts ist“ von Allison Pearson ein Roman, der mir von der Idee her richtig gut gefallen hat.
Gut beschriebene, interessante Charaktere, ein flüssiger gut zu lesender Stil der Autorin und eine Handlung, die wie aus dem täglichen Leben gegriffen wirkt und die neben dem Humor auch ernste Töne anschlägt, haben mir unterhaltsame Lesestunden beschert.
Durchaus lesenswert!