Gelesen: „Der letzte Liebesbrief“ von J. Vellguth

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 2219 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 432 Seiten
Sprache: Deutsch

Warum hat sie ihn versteckt?
Nell wünscht sich nichts sehnlicher, als ihre Tante endlich wieder glücklich zu sehen. Als sie bei ihrem Umzug einen versteckten Liebesbrief findet, der an Bernadette gerichtet ist, wittert sie ihre Chance. Voller Elan begibt sie sich auf eine verschlungene und geheimnisvolle Reise in die Vergangenheit.
Dabei trifft sie auf einen attraktiven Fotografen, der einfach viel zu gut ist, um wahr zu sein.
Sam ist Mode-Fotograf, erfolgreich, berühmt und … er hat seine Muse verloren. Erst ein berührender Liebesbrief in den Ruinen eines alten Gebäudes und das Funkeln in den Augen einer ganz besonderen jungen Frau lassen ihn hoffen, dass seine Inspiration noch nicht ganz erloschen ist.
Doch je länger er Nell folgt, desto deutlicher wird, dass noch wesentlich mehr hinter ihrer Geschichte steckt, als auf den ersten Blick zu sehen ist. Sind die beiden stark genug, um die Schatten ihrer Vergangenheit zu besiegen?
Eine herzergreifende Liebesgeschichte über alte Narben, wahre Schönheit und die Bedeutung von Familie.
(Quelle: amazon)

Der Roman „Der letzte Liebesbrief“ stammt von der Autorin J. Vellguth. Ich wurde hier wirklich sehr vom Klappentext und auch vom Cover angesprochen und so habe ich mich neugierig ans Lesen gemacht.

Die handelnden Charaktere hat die Autorin wirklich sehr gut gezeichnet. Als Leser kann man sie sich sehr gut vorstellen, kann ihre Handlungen gut nachvollziehen und verstehen.
Nell ist eine Frau, die seit der Kindheit einen optischen Makel mit sich rumträgt. Dadurch fühlt sie sich entstellt, sie wirkte nicht so selbstbewusst auf mich. Mit der Zeit aber, gerade auch nachdem Sam aufgetaucht war, verändert sich Nells Haltung. Sie gewinnt an Selbstsicherheit, wird mutiger. Man kann sich als Leser wirklich gut in sie hineinversetzen, kann ihre Zweifel nachvollziehen, kann sie verstehen.
Sam ist jemand, der nicht nur auf Äußerlichkeiten achtet. Er blickt auch hinter die Fassade des Menschen, schaut auf die inneren Werte. Auf mich wirkte Sam ehrlich und aufrichtig, er wirkte glaubhaft und authentisch.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr leicht und flüssig. Man kommt als Leser sehr gut ins Geschehen hinein und kann ohne Probleme folgen.
Der Einstieg in die Handlung gelingt ohne große Mühe. Ich muss aber gestehen gerade zu Beginn hat es mir das Buch nicht unbedingt einfach gemacht. Irgendwie kam ich nicht so voran wie ich es wollte. Dann aber, je weiter das Geschehen hier voranschritt desto mehr war ich fasziniert und gefesselt. Ich war berührt, die emotionale Tiefe hat mich wirklich beeindrucken können.
Es ist keine gewöhnliche Liebesgeschichte, die den Leser hier erwartet. Es geht um die Vergangenheit, um die Aufarbeitung dieser. Immer wieder tauchen Wendungen auf, gibt es Rückschläge. Man weiß als Leser eigentlich nie wirklich wie es weitergeht, wohin die Reise führt.

Das Ende ist nicht vorherzusehen. In meinen Augen passt es wirklich sehr gut zur Gesamtgeschichte hier. Es schließt ab und macht rund und man verlässt das Geschehen am Ende zufriedengestellt.

Insgesamt gesagt ist „Der letzte Liebesbrief“ von J. Vellguth ein Roman, der mich trotz kleiner Probleme wirklich einfangen konnte.
Gut gezeichnete Charaktere, ein flüssiger sehr gut zu lesender Stil der Autorin und eine Handlung, die ich als berührend und emotional empfand, haben mich trotz kleinere Probleme zu Anfang wirklich sehr gut unterhalten.
Durchaus lesenswert!