Gelesen: “Clean” von Juno Dawson

Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: Carlsen (28. Juni 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 355158382X
ISBN-13: 978-3551583826
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Clean

Lexi ist reich, cool, ein It-Girl – und heroinsüchtig. Nach einer Überdosis landet sie in der Clarity-Klinik. Ihr Entzug ist hart, die Therapie schier unerträglich, vor allem die Treffen mit den „Mitinsassen“: Aufputschmittel-Junkie Saif, Trans-Mädchen Kendall, Guy mit der Zwangsneurose, Bulimikerin Ruby, Ex-Kinderstar Brady. Doch ausgerechnet diese fünf werden zu echten Freunden. Und Brady vielleicht mehr. Lexi öffnet sich vorsichtig, beginnt ihr zerstörerisches Leben zu hinterfragen. Aber ist ein anderer Weg überhaupt möglich?
— Ein Buch, das unter die Haut geht: scharfsinnig, scharfzüngig und schmerzlich realistisch! —
(Quelle: Carlsen)

Der Jugendroman „Clean“ stammt von der Autorin Juno Dawson. Für mich war dieser Roman hier der erste der Autorin und entsprechend gespannt war ich auf das, was mich hier wohl erwarten würde.
Das Cover und auch der Klappentext haben mich sehr neugierig gemacht und so fing ich auch recht flott mit Lesen an.

Die Charaktere sind eigentlich richtig gut gezeichnet. Man kann sie sich gut vorstellen und die Handlungen waren für mich auch nachzuvollziehen.
Die Protagonistin Lexi hat es mir aber zugegeben nicht wirklich leicht gemacht. Ich hatte ganz besonders zu Anfang doch ziemliche Probleme mit ihr. Sie wirkte auf mich irgendwie eingebildet, so als würde sie über allem stehen, als ginge sie nichts etwas an. Das sie drogensüchtig ist, egal, für sie war es das Normalste der Welt. Mit der Zeit aber kam ich Lexi näher, konnte ihre Sorgen und Ängste besser verstehen, wurde ich mit ihr warm. Ihre Zeit in der Klinik empfand ich als wirklich interessant und authentisch beschrieben.

Auch die anderen Insassen, die anderen Charaktere dieser Geschichte hier sind gut beschrieben. Jeder von ihnen hat sein ganz eigenes Päckchen zu tragen, bringt so ganz eigene Dinge mit ins Geschehen ein.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr leicht und flüssig. Man erlebt hier alles sehr nah mit, kann alles nachvollziehen, alles gut verstehen. Die Autorin hat die Zeit in der Klinik sehr anschaulich beschrieben, man kann sich als Leser alles gut vorstellen.
Die Handlung wirkte sehr authentisch und realistisch auf mich. Es ist ein Thema so alltäglich und hart, ich finde es sehr gut das die Autorin sich hier ran wagt, das sie dieses Thema aufgreift. Doch es ist nicht nur das Thema Drogensucht das hier einen Weg ins Buch findet, auch andere Dinge, die Jugendliche beschäftigen, die sie bewegen, greift die Autorin auf.
Aufgelockert wird die ganze Dramatik durch eine kleine aber feine Liebesgeschichte, die sich gut ins Geschehen allgemein einfügt.

Das Ende empfand ich als nicht ganz so passend gewählt. Klar es schließt gut ab und macht rund, für mich aber wirkte es eher so schnell abgehandelt. Ein wenig anders hätte hier noch mehr aus der Geschichte rausholen können.

Alles in Allem ist „Clean“ von Juno Dawson ein Jugendroman, der schonungslos ehrlich ist, mich aber nicht vollkommen gefangen nehmen konnte.
Gut gezeichnete Charaktere, ein leichter flüssig zu lesender Stil der Autorin sowie eine Handlung, die realistisch und sehr realistisch gehalten ist, haben mir sehr unterhaltsame Lesestunden beschert.
Durchaus lesenswert!