Gelesen: “Tankstellenchips: Ein Heldenepos” von Antonia Michaelis

Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: Oetinger (23. Juli 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3789109185
ISBN-13: 978-3789109188
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre

Road Novel von Antonia Michaelis über zwei ungleiche Helden und sehr viele Kühe.
In einer Sommernacht lernen sie sich kennen: Sean, Student aus dem Iran, seit zwei Monaten in Deutschland, und Davy, aus dem Heim abgehauen, auf der Suche nach einem Freund. Beide werden Zeugen eines Überfalls. Von nun an verfolgt von Verbrechern und Polizei türmen sie zusammen quer durch Deutschland: über Erdbeerfelder, unter dunklen Gewitterwolken, durch Biergärten, im Heißluftballon, mit der Bahn und auf dem Moped. Immer wieder werden sie dabei von Kühen umzingelt, das scheint ihr Schicksal zu sein. Warum sonst sollte der Wagen mit Sean und dem Abschiebebescheid ausgerechnet auf dem Weg zum Flughafen in einer Kuhherde stecken bleiben?
Klug, skurril und komisch nimmt Antonia Michaelis ihre Leser mit auf eine Deutschlandreise aus Sicht eines Flüchtlings und erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft.
(Quelle: Oetinger)

Von Antonia Michaelis habe ich bereits ein paar Bücher gelesen und auch immer für gut befunden. Nun durfte ich ihr neuestes Werk „Tankstellenchips: Ein Heldenepos“ lese und war entsprechend auch gespannt darauf was mich hier wohl erwarten würde.
Das Cover empfinde ich persönlich als gelungen, mir gefällt die Farbgebung wirklich gut. Und der Klappentext macht neugierig auf die Geschichte, die der Leser hier vorfindet.

Die hier auftauchenden Charaktere gefielen mir alle sehr gut. Sie sind gut beschrieben und man kann die Handlungen gut nachvollziehen.
Im Mittelpunkt stehen hier Sean, der Student aus dem Iran, der in einem Flüchtlingsheim lebt und Davy, der Junge mit dem Sprachfehler, der aus einem Kinderheim geflohen ist. Man verfolgt beide als Leser sehr genau, es gibt hier Zufälle und irgendwie auch merkwürdige Dinge. Doch gerade das macht beide in meinen Augen auch aus.

Neben den beiden genannten gibt es noch andere Charaktere, die den Weg der Protagonisten kreuzen. Manch einer gefiel mir hierbei richtig gut, andere wiederum waren mir nicht ganz so sympathisch. Beschrieben sind sie aber alle wirklich gut.

Der Schreibstil der Autorin ist richtig toll. Sie schreibt flüssig und locker. Hinzu kommt hier auch ein gute Portion Humor, die Autorin versteht es diesen hier an den richtigen Stellen genau passend einzubringen.
Die Handlung selbst hat mir sehr gut gefallen. Als Leser wird man hier mit jeder Seite mehr ins Geschehen gezogen, man erfährt hier sehr viel über verschiedene Völker. Hierbei kommt es das ein oder andere Mal zu witzigen Situationen. Die Autorin schafft es hier dem Leser verschiedene Kulturen näherzubringen, sie zu vergleichen und gegenüberzustellen. Das mag oft vielleicht etwas skurril wirken, mir persönlich aber hats echt gefallen. Allerdings manches Mal fand ich die Dinge dann doch ein wenig zu konstruiert, zu gewollt.

Das Ende ist dann wirklich gut wie es ist. Es passt gut zur Gesamtgeschichte, macht sie rund und schließt sie gut ab.

Insgesamt gesagt ist „Tankstellenchips: Ein Heldenepos“ von Antonia Michaelis ein Jugendroman, der mich gut einfangen konnte.
Interessante, vorstellbar beschriebene Charaktere, ein flüssig und locker zu lesender Stil der Autorin sowie eine Handlung, die ich als irgendwie skurril empfand, die mir an manchen Stellen aber dann doch ein wenig zu gewollt wirkte, haben mir unterhaltsame Lesestunden beschert.
Durchaus lesenswert!

 

1 Kommentar zu „Gelesen: “Tankstellenchips: Ein Heldenepos” von Antonia Michaelis“

  1. Nachdem mir Michaelis’ letzter Jugendthriller so gar nicht gefallen hatte, war ich mir nicht sicher, ob ich es wieder mit ihr probieren soll – auch wenn “Tankstellenchips” ja ganz frisch in eine andere Richtung geht. Jetzt bin ich aber definitiv interessiert. Vor allem, weil ich es wichtig finde, über Flüchtlinge zu schreiben. Danke für den Tipp!

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