Gelesen: “Bad Girls” von E. Lockhart

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Ravensburger Buchverlag (20. Juni 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3473401676
ISBN-13: 978-3473401673
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Genuine Fraud

Jule Williams ist nicht, wer sie zu sein scheint. Alles an ihr ist falsch: Ihr Akzent, ihre Haare, die Namen, die auf ihrer Kreditkarte stehen. Sie ist ein menschliches Chamäleon, eine begnadete Lügnerin, deren messerscharfer Verstand ihr Ticket ins Leben der Schönen und Reichen wird. Doch wie oft kann sich ein Mensch neu erfinden?
Imogen ist ein Waisenkind, umschwärmte Erbin eines Vermögens und eine gewissenlose Manipulatorin.
Jule ist ein Niemand, eine abgebrühte Überlebenskünstlerin und ein gesellschaftliches Chamäleon.
Eine zufällige Begegnung.
Eine Lüge.
Eine fatale Kette von Ereignissen.
Ein Mädchen, das sich weigert zu sein, was andere in ihr sehen wollen.
Ein Mädchen, das sich weigert zu sein, wer sie einst war.
(Quelle: Ravensburger Buchverlag)

Von E. Lockhart habe ich bereits habe ich bereits ein Buch gelesen. Nun ist mit „Bad Girls“ ihr neuestes Werk erschienen und ich war wirklich sehr gespannt darauf was mich hier wohl erwarten würde.
Das Cover sprach mich an und der Klappentext machte neugierig. Somit habe ich mich auch ganz flott ans Lesen gemacht.

Die auftauchenden Charaktere sind etwas schwierig dargestellt. So richtig warm wurde ich mit ihnen leider nicht.
Als Leser trifft man hier auf Jule und Imogen. Jule ist wirklich undurchsichtig. Irgendwas stimmt mit ihr nicht, das merkt man als Leser eigentlich sofort. Mit der Zeit erkennt das Jule sich als Imogen ausgibt. Diese ist ein Adoptivkind mit recht gutem Background. Ich muss gestehen so richtig durchschaut habe ich es nicht, ich bin mit den beiden nicht wirklich warm geworden. Sie haben es mir beide nicht so leicht gemacht, leider.

Neben den beiden genannten gibt es noch Nebenfiguren, die leider aber auch recht blass blieben. Hier hätte man wirklich mehr rausholen können.

Der Schreibstil der Autorin ist hier leider nicht ganz so wie ich ihn erwartet hatte. Sie schreibt recht emotionslos und kühl. Somit bleiben die Gefühle hier leider auch ziemlich auf der Strecke, sind für den Leser nur schwer greifbar.
Die Handlung selbst kann mit einer wirklich genialen Idee punkten. Die Geschichte wird rückwärts erzählt, als Leser ist man so vielleicht zu Anfang doch ziemlich verwirrt. Mir gelang der Einstieg wirklich gut, dann aber bildeten sich irgendwie immer mehr Fragezeichen bei mir, wurde ich verwirrter und wusste nicht mehr so ganz wie und wo ich mich befand. Hinzu kommen einige doch recht brutale Szenen sowie auch überraschende Wendungen. Je näher ich dem Ende kam desto mehr habe ich überlegt was ich hier eigentlich gelesen habe. Irgendwie war es dann doch anstrengend.

Der Schluss bietet dann eine Wendung, die man so nicht erwartet. Es werden ganz am Schluss doch einige Fragen stimmig beantwortet. So kann man das Buch doch noch gut abschließen.

Abschließend gesagt ist „Bad Girls“ von E. Lockhart ein Jugendroman, der es mir nicht wirklich einfach gemacht hat.
Charaktere, die mir leider doch ziemlich fremd blieben und ein ziemlich kühler, emotionsloser Schreibstil stehen hier einer wirklich tollen Idee gegenüber. Allerdings kann die Autorin dies nicht richtig umsetzen, hier wäre wirklich mehr drin gewesen. Potential ist auf jeden Fall vorhanden.
Schade!