Gelesen: “Das rote Adressbuch” von Sofia Lundberg

Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (20. August 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442314992
ISBN-13: 978-3442314997
Originaltitel: Den röda Adressboken

Doris wächst in einfachen Verhältnissen im Stockholm der Zwanzigerjahre auf. Als sie zehn Jahre alt wird, macht ihr Vater ihr ein besonderes Geschenk: ein rotes Adressbuch, in dem sie all die Menschen verewigen soll, die ihr etwas bedeuten. Jahrzehnte später hütet Doris das kleine Buch noch immer wie einen Schatz. Und eines Tages beschließt sie, anhand der Einträge ihre Geschichte niederzuschreiben. So reist sie zurück in ihr bewegtes Leben, quer über Ozeane und Kontinente, vom mondänen Paris der Dreißigerjahre nach New York und England – zurück nach Schweden und zu dem Mann, den sie einst verlor, aber nie vergessen konnte.
(Quelle: Goldmann Verlag)

Der Roman „Das rote Adressbuch“ stammt von der Autorin Sofia Lundberg. Es ist ihr Debüt und ich war wirklich gespannt auf das, was mich hier wohl erwarten würde.
Das Cover ist richtig gut gelungen und der Klappentext macht echt neugierig. Also habe ich mich auch flott ans Lesen gemacht.

Die Charaktere dieser Geschichte hier sind der Autorin sehr gut gelungen. Sie wirkten auf mich vorstellbar und authentisch gezeichnet, für mich als Leserin konnte es gar nicht besser sein.
Doris ist eine 96-jährige alte Dame, die doch recht einsam auf mich wirkte. Der Kontakt zu ihrer Großnichte findet nur über Skype statt. Doris selbst lebt mit Hilfe von Pflegerinnen und weiß selbst sie hat nicht mehr lange zu leben. Als Leser lernt man sie hier anhand von Beschreibungen in der Vergangenheit aber auch der Gegenwart gut kennen.

Durch Doris‘ Erzählungen lernt man dann einige Personen aus dem Adressbuch kennen. Die Mischung ist hier gut gelungen, man kann sie sich gut vorstellen.

Der Schreibstil der Autorin ist wirklich flüssig und ja auch richtig toll zu lesen. Er ist ziemlich ruhig, dennoch aber hat mich dieser Still vollkommen fesseln können.
Geschildert wir das Geschehen aus der Sicht von Doris. Ich empfand diese Perspektive als sehr passend, es ist ja auch immerhin ihre Geschichte, die man als Leser hier verfolgt.
Die Handlung selbst strotzt jetzt nicht unbedingt vor Action und Spannung. Es ist eher ein ruhiges Geschehen, mich aber hat es dennoch begeistert. Der Ablauf ist chronologisch und man verfolgt so die Zeit von den 1930igern bis hin zur Gegenwart. Auf mich wirkte hier alles sehr liebevoll und mit viel Herz geschrieben. Man wird als Leser wirklich auch zum Nachdenken angeregt, es ist eine Lebensgeschichte, die sehr viele Erinnerungen beschreibt. Und in der man auch die Liebe wiederfindet.

Das Ende empfand ich dann als wirklich passend und sehr gut gewählt. Es schließt dieses Buch richtig gut ab und macht es alles in allem rund.

Zusammengefasst gesagt ist „Das rote Adressbuch“ von Sofia Lundberg ein richtig gutes Debüt, das den Leser gefangen nimmt.
Eine interessant gezeichnete Protagonistin, der flüssige gut zu lesende Stil der Autorin und eine Handlung, die von Lebensereignissen lebt und somit doch auch recht ruhig gehalten ist und in der man auch einiges an Liebe vorfindet, haben mir ganz wundervolle Lesestunden beschert.
Wirklich zu empfehlen!