Gelesen: „Die Grimm-Chroniken (Band 6): Der Tanz der verlorenen Seelen“ von Maya Shepherd

Achtung:
Dies ist Teil 6 der Reihe!
Die Rezension kann Spoiler enthalten!

Taschenbuch: 152 Seiten
Verlag: Sternensand Verlag (5. Oktober 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783906829944
ISBN-13: 978-3906829944

Margery fand sich an einem wundersamen Ort wieder, von dem sie nicht gewusst hatte, dass er existierte. Vor ihr erstreckte sich ein blühendes Feld. Es waren unzählige Mohnblumen. Alle erstrahlten in der verbotenen Farbe – Rot.
»Spürst du den Windhauch?«, fragte Ember, während sie langsam durch die Wiese schritt. Sie hatte ihre Arme ausgebreitet, sodass sie mit den Fingerspitzen die Blüten im Vorrübergehen berührte. »Der Wind kommt von den vielen Seelen, welche über diese Wiese tanzen. Es sind die ruhelosen Geister der Mädchen, die deine Mutter in ihrem Keller getötet hat. Ihr Blut hat die Blumen rot gefärbt. Sie müssen nun sieben Jahre über dieses Feld tanzen, erst dann sind sie frei und dürfen in ein nächstes Leben weiterziehen.«
(Quelle: Sternensand Verlag)

Nachdem ich bereits die ersten 5 Teile der „Grimm-Chroniken“ von Maya Shepherd gelesen und für sehr gut befunden habe, war klar auch Teil 6 „Der Tanz der verlorenen Seelen“ musste auf meinem Reader einziehen.

Die handelnden Charaktere waren mir bereits gut bekannt. Man kehrt hier quasi schon zu Freunden zurück, bemerkt eine eindeutige Entwicklung und ist gleichzeitig gespannt darauf wie es mit den Charakteren weitergeht.
Von Mary gibt es hier in diesem Teil viel zu erfahren. Sie ist sehr facettenreich dargestellt. Und endlich wird ein Teil von Marys Vergangenheit aufgedeckt. Dies hat mich echt sehr überrascht.
Margery wirkt leider nicht ganz so gut wie noch zuvor. Sie geht neben Mary doch ein wenig unter, bleibt etwas zu blass in meinen Augen. Bei ihr bin ich echt gespannt was noch kommen wird.
Will läuft hier auch nur eher nebenher. Er ist präsent, mehr aber auch nicht. Mir persönlich hat er doch etwas gefehlt, mag ich ihn doch wirklich gerne.

Der Schreibstil der Autorin gefällt mir immer wieder wirklich gut. Maya Shepherd schreibt herrlich flüssig und leicht, man kommt locker durch diese Geschichte hier. Zudem schreibt die Autorin bildhaft, so dass man sich alles richtig gut vorstellen kann.
Es gibt hier wieder verschiedene Zeitebenen, jede von ihnen hat etwas Besonderes, ist auf ihre eigene Art richtig gut.
Die Handlung hat mich wieder einmal total geflasht. Ich wurde hier zu Anfang gepackt und bin dann förmlich durch dieses Geschehen hier gerauscht. Es geht hier wieder einmal richtig spannend zu, immer wieder tauchen Wendungen auf, die man so nicht erwartet. Es werden Geheimnisse gelüftet, es gibt Antworten auf Fragen. Nach und nach setzten sich Puzzleteile zusammen, man sieht etwas klarer als noch zuvor. Auf mich wirkte hier alles erneut sehr gut durchdacht und dann auch umgesetzt. Es ist nichts vorhersehbar und Langeweile kommt auch nie auf. Eher im Gegenteil, es herrscht ein ziemlich hohes Tempo vor.

Das Ende ist wieder einmal richtig gut. Gleichzeitig macht es aber auch ungeheuer neugierig auf Band 7. Man darf wirklich gespannt sein wie es weitergeht.

Kurz gesagt ist „Der Tanz der verlorenen Seelen“ ein richtig gelungener 6. Band der „Grimm-Chroniken“ von Maya Shepherd.
Charaktere, deren Entwicklung sehr gut nachzuvollziehen ist, ein flüssiger leicht zu lesender Stil der Autorin und eine Handlung, die spannend und sehr abwechslungsreich gehalten ist und in der man einige Antworten bekommt, gleichzeitig werden aber auch neue Fragen aufgeworfen, haben mir sehr unterhaltsame Lesestunden beschert und mich überzeugt.
Wirklich zu empfehlen!

Rezension “Die Grimm-Chroniken (Band 1): Die Apfelprinzessin”
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