Gelesen: „XX: Was wäre wenn“ von Angela Chadwick

Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Verlag: Atrium Zürich (21. September 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3855350310
ISBN-13: 978-3855350315

 

XX ist ein hoch brisanter, wagemutiger Roman, der nur Millimeter von der Wirklichkeit entfernt die Frage verhandelt, was wäre, wenn zwei Frauen ein leibliches Kind miteinander haben könnten. Egal, ob Mann oder Frau: Wer XX liest, steht vor entscheidenden Fragen.
Jules und Rosie wollen ein Kind. Für das lesbische Paar gibt es dafür nur eine denkbare Lösung: Rosie muss sich von einem Samenspender befruchten lassen. Doch Jules hadert. Sie wünscht sich nichts sehnlicher als ein leibliches Kind mit der Liebe ihres Lebens. Da erreicht das Land eine bahnbrechende Nachricht: Forschern ist es gelungen, eine weibliche Eizelle mit der DNA einer anderen Eizelle zu befruchten. Rosie und Jules ergreifen ihre Chance. Als Rosie Monate später auf diesem Wege als erste Frau von ihrer Freundin schwanger wird, gerät das Leben des Paares völlig aus den Fugen. Neben den gewöhnlichen Herausforderungen werdender Eltern und der ständigen Sorge um ihr ungeborenes Kind stehen Jules und Rosie plötzlich im Zentrum einer weltweiten Diskussion um die Zukunft der Menschheit – denn bei der neuen Form der künstlichen Befruchtung können nur Mädchen gezeugt werden.
(Quelle: Atrium Verlag)

Der Roman „XX: Was wäre wenn“ stammt von der Autorin Angela Chadwick. Von der Autorin kannte ich bisher noch nichts, daher war ich auch richtig gespannt darauf.
Das Cover hat mich durch die Schlichtheit ziemlich neugierig gemacht und der Klappentext versprach mir sehr viel.

Die Charaktere dieses Romans hier sind gut gezeichnet. Als Leser kann man sie sich gut vorstellen und sich auch gut in sie hineinversetzen.
Jule ist in gewisser Hinsicht besonders, denn als erste Frau wird sie Vater. Ich empfand sie als realistisch und wirklich auch interessant gezeichnet. Ihre Partnerin ist schwanger, was Jule so einiges Kopfzerbrechen bereitet. In dieser Hinsicht ist Jule aber ganz normal, was ich wirklich gut empfand.
Rosie ist Jules Freundin und schwanger. Auch sie empfand ich als sehr realistisch und glaubhaft dargestellt.

Neben den beiden genannten gibt es noch andere Charaktere, die sich gut in den Roman einfügen. Auch sie wirkten auf mich glaubhaft und vorstellbar dargestellt.

Der Schreibstil der Autorin ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Ich habe ein paar Seiten gebraucht um wirklich anzukommen. Dann aber ging es und ich kam flüssig durch das Buch.
Geschildert wird die Handlung aus der Sicht von Jule. Man lernt sie so gut kennen und erkennt auch ihre Gedanken und Gefühle gut.
Die Handlung ist sehr realistisch dargestellt, die Schwangerschaft und das ganze drum rum kann man wirklich gut nachempfinden. Die eingebauten Emotionen hier sind gut dargestellt, als Leser kann man sich echt hineinversetzen, kann die Gefühle greifen.
Das Thema insgesamt ist ziemlich heikel, ich empfinde es auch wirklich mutig von der Autorin wie sie es aufgebaut hat und damit umgeht. Es gibt Einblicke sowohl in die Positiven als auch Negativen Dinge, man kann als Leser auch selbst gut abwägen wie man selbst darüber denkt.
Die Medien nehmen hier eine nicht unwichtige Rolle ein, heutzutage gehören sie ja dazu und sind zum Teil auch sehr meinungsbildend. Ich finde es gut das die Autorin hier auch nicht vor zurück schreckt, eher das Gegenteil ist der Fall.

Zum Ende hin gibt es hier eine etwas krasse Wendung, die man so auch nicht erwartet und die vielleicht etwas falsch wirkt. Sonst aber passt der Abschluss dieses Buches doch richtig gut.

Zusammengefasst gesagt ist „XX: Was wäre wenn“ von Angela Chadwick ein Roman, der sich mit einem wirklich heiklen Thema befasst.
Gut gezeichnete Charaktere, ein Schreibstil der ein wenig gewöhnungsbedürftig und dann flüssig ist, sowie eine Handlung die ich als wirklich interessant empfunden habe, haben mir tolle Lesestunden beschert und mich trotz kleiner Mängel überzeugt.
Absolut zu empfehlen!