Gelesen: “Jetzt ist alles, was wir haben” von Amy Giles

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1088 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: cbj (15. Oktober 2018)
Sprache: Deutsch

 


Sei die Beste. Und wenn nötig, sei unsichtbar.

Mit diesem Credo hat Hadley McCauley in ihrer Familie gelernt zu überleben. Perfekte Schülerin, perfekte Sportlerin, perfekte Tochter: Nur so kann sie ihren Vater bei Laune halten. Denn hinter der makellosen Fassade der McCauleys verbirgt sich ein hässliches Geheimnis. Um ihre kleine Schwester Lila vor dem unberechenbaren Vater zu schützen, tut Hadley alles. Doch dann tritt Charlie Simmons in ihr Leben und zwischen den beiden entwickelt sich eine verzweifelt-intensive Beziehung. Unterdessen eskaliert daheim die Gewalt, und Hadleys Strategie, nichts preiszugeben, greift nicht mehr. Doch auch als es zur Katastrophe kommt, schweigt sie …
(Quelle: cbj)

Der Jugendroman „Jetzt ist alles was wir haben“ stammt von der Autorin Amy Giles. Es ist ihr Debüt und ich war richtig gespannt darauf was mich hier wohl erwarten würde.
Das Cover hat mich sehr angesprochen und der Klappentext machte mich neugierig. Also habe ich das Buch rasch auf meinen Reader geladen und dann ging es auch schon los.

Die hier auftauchenden Charaktere sind der Autorin wirklich gut gelungen. Ich als Leser konnte sie mir sehr gut vorstellen und die Handlungen auch ziemlich gut nachvollziehen.
Die beiden Protagonisten sind hier Hadley und Charlie. Beide wirkten sie auf mich glaubhaft und realistisch dargestellt.
Hadley ist 17 Jahre alt und sie hat es wirklich nicht leicht. Nach außen hin wirkt ihre Familie perfekt, es scheint alles zu passen, alles scheint gut zu sein. Doch hinter dieser Fassade erkennt man schnell was los ist. Ich habe als Leser richtig mit Hadley mitgelitten, ich war zum Teil wirklich sehr geschockt bei den Geschehnissen, die es in ihrer Familie gibt. Hadley sorgt sich sehr um ihre jüngere Schwester, sie hat Angst, dass der Vater sein Augenmerk auf sie richtet. Es ist schon wirklich erschreckend zu lesen was ein junges Mädchen alles aushalten muss.
Charlie, der männliche Protagonist, ahnt davon nichts. Er wirkte auf mich sympathisch und charmant, kein Wunder das sich Hadley zu ihm hingezogen fühlt.
Die sich entwickelnde Beziehung der beiden ist süß und man spürt das Bauchkribbeln. Allerdings mir persönlich ging sie ein wenig zu flott voran.

Die Nebencharaktere sind der Autorin ebenfalls gut gelungen. Wobei ich hier aber wirklich sehr wenige Sympathien gerade für Hadleys Eltern entwickeln konnte. Die Nebenfiguren fügen sich gut ins Geschehen ein.

Der Schreibstil der Autorin ist wirklich toll. Ich bin flüssig und sehr angenehm durch dieses Buch hier gekommen, konnte ohne Probleme folgen und auch alles nachvollziehen.
Der Einstieg in die Geschichte hier ist mir sehr einfach gelungen. Es geht hier spannend zu, vor allem auch weil die Autorin ein doch schwieriges Thema aufgreift. Dieses hat sie aber wirklich gut ins Geschehen integriert, an der Umsetzung kann man echt nicht meckern. Manches Mal ist es vielleicht schon ein wenig zu brutal, ich denke aber das ist Geschmackssache, jeder mag es anders. Ich selbst musste schon das ein oder andere Mal schlucken.
Was mir sehr gut gefallen hat, es gibt hier zwei Stränge, die parallel erzählt werden. So erfährt man was „Damals“ geschah und auch wie es „Jetzt“ ist. Dadurch steigert sich die Spannung natürlich und man will als Leser wissen wie es weitergeht.

Das Ende dieses Buches ist schon ein wenig vorhersehbar. Das bleibt leider nicht aus. Mir persönlich hat es aber dennoch gut gefallen, es passt und macht alles rund.

Insgesamt gesagt ist „Jetzt ist alles was wir haben“ von Amy Giles ein Jugendroman, der sich mit einem sehr schweren Thema befasst.
Sehr interessante, sympathische Charaktere, ein angenehmer flüssig zu lesender Stil der Autorin und eine Handlung, die ich als spannend und sehr emotional empfunden habe und deren Thema mich doch immer wieder ziemlich schlucken ließ, haben mir tolle, bewegende Lesestunden beschert.
Durchaus lesenswert!