Gelesen: “Wir können alles sein” von Johanna Kramer

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 5738 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 288 Seiten
Sprache: Deutsch


Ist es besser, von einer traurigen Liebe zerrissen zu werden, als überhaupt nicht zu lieben?

Carolina ist achtundzwanzig Jahre alt und auf der Suche nach sich selbst, als sie Brida begegnet, einer Heilerin, die vor den Trümmern ihrer zweiten Ehe steht. Zwanzig Jahre trennen die beiden Frauen, doch während Carolina vom ersten Augenblick an erkennt, welche Liebe sie verbindet, hat Brida nicht nur Angst, sich auf die Beziehung einzulassen, auch ihr Mann verhindert einen Neuanfang. Ohne Hoffnung bricht Carolina alleine nach Schottland auf, um ihren Weg als Schriftstellerin zu gehen.
»Bri, ich glaube das Meer fließt zwischen uns. Ein Gefühl, als bewegten sich all die Wassermassen in allen Weltmeeren gleichzeitig.« – Carolina
(Quelle: amazon)

Von der Autorin Johanna Kramer hatte ich bisher noch nichts gelesen. Nun stand mit „Wir können alles sein“ ein Roman aus ihrer Feder auf meinem Leseplan.
Das Cover hat mich angesprochen, ich finde es sehr stimmig und auch passend zur Handlung hier. Und der Klappentext versprach mir tolle Lesestunden. Also habe ich auch flott mit dem Lesen begonnen.

Die hier handelnden Charaktere sind der Autorin richtig gut gelungen. Ich empfand sie als sehr gut ausgearbeitet, vorstellbar und die Handlungen waren nachvollziehbar.
Carolina und auch Brida sind zwei sehr authentische und glaubhaft gezeichnete Charaktere. Man schließt als Leser beide auf Anhieb ins Herz, kann sich in sie hineinversetzen. Beide haben sie ihre ganz eigenen Päckchen zu tragen, beide befinden sie sich mitten in ihrem Alltag und wollen sich befreien. Mir gefiel die Entwicklung beider sehr gut, sie ist nachvollziehbar und wirkte glaubhaft auf mich.

Der Schreibstil der Autorin ist wirklich klasse. Man kommt als Leser flüssig und gut durch die Seiten hindurch, kann ohne Probleme folgen und auch alles nachvollziehen.
Die Handlung hat mich wirklich von Beginn an in ihren Bann gezogen, ich habe mich richtig wohl gefühlt beim Lesen. Es ist eine Geschichte über Vertrauen, die Liebe, es geht um Mut, es gibt aber immer auch Schwierigkeiten, die überwunden werden müssen. Mir hat dies richtig gefallen, wie die Charaktere ihren Weg gehen, wie sie sich entwickeln und am Ende auch zu sich selbst finden. Mir hat diese Geschichte hier richtig berührt und auch aufgewühlt, nicht selten habe ich mich dabei erwischt, wie ich darüber nachgedacht habe was ich in den Situationen so gemacht hätte. Die Autorin greift hier ein Thema auf das zwar heutzutage sehr präsent ist, dennoch aber immer noch irgendwie als Tabu angesehen wird. Sie erhebt aber nicht den Finger, eher betrachtet sie es mit sehr viel Feingefühl und Sensibilität.

Das Ende ist dann wirklich passend. Ich finde es schließt diesen Roman wirklich sehr gut ab und macht alles rund. Mich hat es richtig zufriedengestellt.

Kurz gesagt ist „Wir können alles sein“ von Johanna Kramer ein Roman, der mich sehr bewegt und für sich gewonnen hat.
Glaubhafte, authentisch wirkende Charaktere, ein flüssiger sehr gut zu lesender Stil und eine Handlung, die sehr tiefgründig und berührend gehalten ist und deren Thema feinfühlig und mit viel Sensibilität aufgegriffen wird. Haben mir wundervolle Lesestunden beschert und mich sehr begeistert.
Wirklich zu empfehlen!