Gelesen: „In Amors Auftrag“ von Marisa Liehner

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 2201 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 228 Seiten
Verlag: Piper Gefühlvoll (2. November 2018)
Sprache: Deutsch

Keine Chance dem Klischee: Ein spannend-romantischer Roman mit einer Prise Magie
In Pias Familie dirigiert das Amor-Gen das tägliche Leben. Während ihr kleiner Bruder die Rolle des Amor übernimmt, ist sie eine Klischeebeauftragte. Ihre Aufgabe ist simpel: verhindern, dass sich in der Welt zu viele Klischees anhäufen. Dementsprechend begeistert ist sie von allem, was mit Romantik und Kitsch zu tun hat. Das ändert sich auch nicht, als sie Joshua begegnet. Er soll das Gegenstück sein, das Amor für sie ausgewählt hat. Doch Pia hat gar nicht die Zeit, sich mit ihm und den dazugehörigen Klischees herumzuschlagen, denn eine weitaus schlimmere Gefahr hat sich in ihr Leben geschlichen. Eine Gefahr, die nicht nur ihre Familie/Liebsten, sondern auch die Liebe selbst bedroht. 
(Quelle: Piper)

Die Autorin Marisa Liehner war mir noch gänzlich unbekannt. Daher war ich auch entsprechend gespannt auf „In Amors Auftrag“ aus ihrer Feder.
Das Cover ist in einem hellen Blau gehalten und der Klappentext machte mich sehr neugierig. Also kam das Buch auch rasch auf meinen Reader und dann ging’s auch schon los.

Die handelnden Charaktere sind ganz gut ausgearbeitet und wirkten auf mich auch vorstellbar und recht sympathisch.
Pia mochte ich gerne. Sie ist liebenswert und mitfühlend, ihr Leben ist auch recht sorglos. Allerdings ist Pia, genau wie ihr Bruder, besonders, denn sie hat magische Fähigkeiten.
Amor ist Pias Bruder. Er verhilft seiner Schwester zu Joshua, Pias großer Liebe. Allerdings geht’s hier dann echt immer hin und her. Auch fehlten mir hier doch die Emotionen, es wirkte alles recht lieblos. Auch erfährt man von Joshua nicht so viel. Er hat es mir echt nicht einfach gemacht ihn zu mögen.

Die Nebenfiguren hingegen sind der Knaller. Sie alle passen in meinen Augen sehr gut ins Geschehen, lockern es auch auf und bringen echt frischen Wind hinein.

Der Schreibstil der Autorin ist an sich richtig schön. Sie schreibt recht flüssig und auch gut verständlich. Zudem ist er auch recht frisch und locker. Damit gibt sie dem Buch eine Leichtigkeit, doch irgendwie wollte der Funke nicht ganz überspringen. Mir waren es irgendwie doch zu viele Erläuterungen, die das Ganze etwas lang gemacht haben.
Geschildert wird das Geschehen aus der Sichtweise von Pia. Die Autorin hat hierfür die Ich-Perspektive verwendet. Ich empfand sie passend, da man so als Leser doch recht nah an ihr dran ist.
Die Handlung, ja hier muss ich ja gestehen, ich habe irgendwie etwas vollkommen anderes erwartet als ich am Ende bekommen habe. Ich hatte mir doch etwas mehr Fantasy erwartet, gepaart mit einer schönen Liebesgeschichte. Es gibt Liebe in diesem Buch, keine Frage, immerhin taucht ja Amor auf. Doch durch die angesprochenen Beschreibungen blieb die Handlung irgendwie schon auf der Strecke.
Im der zweiten Hälfte wird es dann etwas besser. Und zum Ende hin gibt es noch Krimielemente, die Spannung reinbringen.
Von der Idee her fand ich die Geschichte echt toll, nur leider nutzt die Autorin nicht das gesamte Potential.

Das Ende kam mir persönlich etwas zu schnell, zu abrupt. Ich habe mich etwas aus der Handlung gerissen gefühlt. Klar es passt, ich hätte mir aber doch noch ein wenig mehr gewünscht.

Abschließend gesagt ist „In Amors Auftrag“ von Marisa Liehner ein Roman, der vom Klappentext her mehr verspricht als er halten kann.
Gut beschriebene, vorstellbare Charaktere und ein gar nicht mal so schlechter Stil der Autorin stehen hier eine Handlung gegenüber, die vollkommen anders ist als man es erwartet. Leider bleibt die Spannung doch sehr auf der Strecke, genauso wie die Emotionen.
Die Autorin hatte eine tolle Idee, nutzt das Potential aber leider nicht vollkommen.
Schade!