Midlife-Crisis – oder – Warum Männer anders sind?

Stellt euch doch bitte mal folgende Situation vor …
Ihr geht an einer Straße entlang und plötzlich taucht das wie aus dem Nichts ein Mann Mitte 40 in engen Lederklamotten auf einem Motorrad auf und fährt an euch vorbei. Aber nicht in normaler Geschwindigkeit, nein er gibt einfach Gas und zieht so alle Blicke auf sich.

Dies oder etwas Ähnliches haben wir doch bestimmt alle schon einmal erlebt. Und bestimmt habt ihr euch auch schon gefragt, „Was war das gerade?“.
Ich kann euch dies beantworten! Das ist meist ein Mann in der Midlife-Crisis. Das habt ihr doch bestimmt schon mal gehört, oder?

Im Folgenden möchte ich mal ein wenig genauer darauf eingehen. Und ich habe auch ein paar kleinere Tipps, wie Mann aus dieser „Lebenskrise“ wieder herauskommt.

Midlife-Crisis ist ein Begriff, der ganz besonders im Bezug auf Männer Anwendung findet. Sie bezeichnet die Phase in der Mitte des Mannes, also meist die Phase zwischen 40 und 50 Jahre. Man kann sie daher auch als „Lebensmittekrise“ bezeichnen.
Während der Midlife-Crisis fühlt sich ein Mann unsicher, seine Psyche ist nicht mehr gerade auf dem Höhepunkt. Die Stimmung schwankt, Mann grübelt immer wieder und ist auch sehr unzufrieden mit dem, was er bisher in seinem Leben erreicht hat. Es sind also quasi die „Wechseljahre der Männer“, die allerdings nicht wissenschaftlich belegt werden können. Es ist eher ein Empfinden.

(Bildquelle: Pixabay)

Als Ursachen der Midlife-Crisis kann man folgende sehen:
Die Testosteronproduktion sinkt, der Mann spürt eine merkliche körperliche Veränderung. Die Potenz lässt nach, auf dem Kopf bildet sich eine Glatze, vielleicht nimmt Mann sogar zu, bekommt Falten. Er verändert sich also nicht nur von den Gefühlen her, auch nach außen wird Mann anders.

In der Praxis merkt man dies dann eben, wenn der Mann plötzlich ausbricht. Er trennt sich vielleicht von seiner bisherigen Lebenspartnerin und sucht sich jemand Neues, jemand Jüngeres. Der Mann hat also „Torschlusspanik“. Er rebelliert, will noch nicht zum alten Eisen gehören.
Wenn es nicht eine neue, jüngere Partnerin ist, dann ändert sich vielleicht mit einem Mal der Kleidungsstil, Mann trägt plötzlich enge Lederklamotten. Oder er kauft sich ein Motorrad und zeigt allen „Hey, ich bin noch wer“.

Wie stark eine Midlife-Crisis ausgeprägt ist hängt von verschiedenen Faktoren ab. So spielt das Selbstwertgefühl eine wichtige Rolle. Auch ist es wichtig wie gut man emotional auf familiäre und körperliche Veränderungen eingestellt ist.

Ich habe hier noch ein paar einfache Tipps wie Mann die Midlife-Crisis ebenfalls besser meistern kann:

(Bildquelle: Pixabay)
  1. Es ist Zeit Bilanz zu ziehen: Was habe ich erreicht? Welche Lebensziele hatte ich mir gesetzt und was war mir wichtig?
  2. Der Mann sollte in sich hinein hören. Wie fühlt er sich gerade? Was fehlt für seine Zufriedenheit?
  3. Eine Liste erstellen kann helfen. Welche Möglichkeiten sieht Mann um seine Zufriedenheit wiederherzustellen bzw. um sie zu steigern?
  4. Mann kann sich auch Freunden anvertrauen oder gar zu einem Psychotherapeuten gehen.
  5. Es ist an der Zeit aus der Routine des Alltags auszubrechen. Mann sollte sich neue Aufgaben suchen, vielleicht auch einen neuen Arbeitsplatz? Gibt es ein Hobby das ihn reizt?
  6. Der wichtigste Tipp aber ist … Mann sollte zu seiner Krise stehen. Er sollte einsehen, dass er in einer steckt.

Eine Midlife-Crisis ist auf jeden Fall eine Chance herauszufinden was einem wirklich wichtig ist. Man sollte das Leben neu ordnen und es gibt immer Hoffnung. Spätestens mit 60 Jahren geht es wieder bergauf, dann steigen die Zufriedenheit und das Lebensgefühl wieder merklich an.

Übrigens, was bei Männern die Midlife-Crisis ist, sind bei Frauen die Wechseljahre. Das nur am Rande.

Auch im Roadmovie „U-Turn Welcome“ von Jo Schuttwolf spielt die Midlife-Crisis eine wichtige Rolle.

Der Leser lernt Tom kennen, der mittendrin ist in der Midlife-Crisis. Er bricht ganz plötzlich aus, begibt sich auf eine Reise, ein Abenteuer, Tom will einfach die Routine nicht mehr. Er merkt da ist noch mehr im Leben. Und genau das will er finden.
Ob er es findet, das könnt ihr selbst lesen. Ich kann euch dieses Buch wirklich empfehlen, denn es ist einfach anders.

Worum geht es bei dieser Geschichte? Kurz gesagt: um eine Reise, ein Roadmovie. Es geht um Tom, der in einer Midlife-crisis steckt und bei einer Einkaufsfahrt mit seiner alten Vespa sich spontan entscheidet weiterzufahren. Richtung Spanien. Dahin, wo die Welt einst in Ordnung war, zum Ferienhaus seiner Eltern. Ob seine Schwester, mit der er sich vor Jahrzehnten entzweit hatte, dort noch lebt, ist fraglich.
Aber es geht auch um Andy, den jungen notorischen Drogen- und Sexmaniac. Er ist der aufstrebende Stern einer angesagten Werbeagentur in Düsseldorf. Sein Leben ist eine ständige Party, wäre da nicht ein verstörendes Erlebnis auf dem Mailänder Friedhof, das einen schweren Stein ins Rollen bringt. Seine nächste Dienstreise führt ihn jedenfalls auch nach Spanien, zu den Dreharbeiten eines Werbefilms.
Ja und dann ist da noch Juana, die sich in Andalusien mit einem Gelegenheitsjob gerade mal über Wasser hält. Sie ist Biologiestudentin und hat sich mit Leidenschaft der Erforschung des spanischen Kaiseradlers verschrieben. Zwischendurch kümmert sie sich um ihren labilen Vater, einen esoterischen Althippie. Seine Eskapaden machen ihr das Leben nicht gerade leichter. Scheinbar. Denn genau durch ein großes Desaster, das er verursacht, werden ihre finanziellen Probleme gelöst. Überhaupt geht es bei „U-Turn Welcome“ um die Verkettung von Menschen durch kleine und große Desaster. Es geht um drei Hautpersonen, deren Schicksale scheinbar nichts miteinander zu tun haben.
Und doch treffen alle aufeinander – in der Wüste von Tabernas in Andalusien. Und die Moral von der Geschicht´: Jeder bekommt sein Fett weg, doch anders als gedacht.
(Quelle: amazon)

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(Informationsquellen: Wikipedia ; Psychotipps.com ; lernen.net)