Gelesen: “Der Würfel” von Bijan Moini

Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: Atrium Verlag AG (28. Februar 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3855350590
ISBN-13: 978-3855350599

Die nahe Zukunft. Deutschland wird von einem perfekten Algorithmus gesteuert: Der »Würfel« ermöglicht den Menschen ein sorgenfreies Leben, zahlt allen ein Grundeinkommen, erstickt Kriminalität im Keim. Um das zu leisten, sammelt er selbst intimste Daten der Bevölkerung. Berechenbarkeit ist zum höchsten Gut geworden. Einer der wenigen Rebellen gegen dieses System ist der 28-jährige Taso. Mit großem Aufwand entzieht er sich der Totalerfassung, täuscht den Würfel über seine Vorlieben und Gedanken, indem er seine Entscheidungen mithilfe von Spielwürfeln und einer Münze trifft. Er ist ein »Gaukler«, einsam, aber zufrieden. Doch dann bekommt er Besuch von einer jungen Frau: Dalia ist aus einer rückständigen Sekte geflohen und wünscht sich nichts sehnlicher als ein Leben in der schönen Welt des Würfels. Taso verliebt sich in sie, gerade als der Widerstand ihn rekrutieren will. Plötzlich steht er vor einer unmöglichen Entscheidung: Verrät er seine Ideale – oder eine ideale Welt?
(Quelle: Atrium Verlag)

Der dystopische Roman „Der Würfel“ stammt von Bijan Moini. Für mich war dies der erste Roman des Autors und ich war echt total gespannt auf das, was mich hier wohl erwarten würde.
Das Cover hat mich auf Anhieb richtig angesprochen und der Klappentext machte neugierig, versprach mir eine richtig mitreißende Story. Daher habe ich mich auch schnellstmöglich ans Lesen gemacht.

Seine Charaktere hat der Autor hier wirklich gut ins Szene gesetzt. Als Leser fällt es einem leicht sie sich vorzustellen und die Handlungen nachzuvollziehen.
Tasso ist hier der Protagonist. Er ist ein „Gaukler“, jemand der sich mit aller Macht gegen den Würfel wehrt. Ans sich ist er ein sympathischer Kerl, nur wirkte er doch ziemlich leicht beeinflussbar auf mich.

Die anderen vorkommenden Charaktere dieses Romans hier fügen sich gut ins Geschehen ein. Sie haben alle bestimmte Plätze, die sie einnehmen. Hierbei lernt man als Leser Würfel-Befürworter und auch weitere Würfel-Gegner kennen und kann sich selbst eine Meinung bilden.

Der Schreibstil des Autors ist klar und gut zu verstehen. Zudem schreibt er auch sehr detailliert, so dass man sich die Kulisse, die Welt rund um den Würfel, sehr gut vorstellen kann. Auf mich wirkte es so doch erschreckend realistisch.
Die Handlung an sich ist dann wirklich sehr gut gemacht. Zunächst aber muss man als Leser doch eine kleine recht schwierig zu lesende Zeit in Kauf nehmen. Denn gerade am Anfang wirkt es sehr überladen und man sollte als Leser aufmerksam und genau lesen. Dann kann man alles, was der Autor hier anbringt, auch gut verstehen und die Welt wird nach und nach zu einem komplexen Bild im Kopf. Dann aber zieht die Spannungskurve merklich an, es geht hier wirklich erschreckend realistisch zu, man ist als Leser letztlich im Geschehen gefangen und möchte erfahren wie sich alles noch entwickelt.
Ich persönlich fand die geschaffene Welt gar nicht mal so abwegig und so habe ich mich auch immer wieder gefragt wie es wohl wäre in dieser Welt selbst zu leben. Diese Gedanken begleiten einen während des Lesens, sie setzen sich im Kopf fest.

Das Ende ist dann in meinen Augen ein wenig zu schnell abgehandelt. Hier hätte ich mir gerne ein paar Seiten mehr gewünscht, um es genauer zu betrachten. Das Ende kommt aber auf jeden Fall unerwartet, für mich persönlich passt es aber definitiv gut zur Gesamtgeschichte.

Alles in Allem ist „Der Würfel“ von Bijan Moini ein dystopischer Roman, der erschreckend realistisch gehalten ist und mich entsprechend für sich gewinnen konnte.
Gut gezeichnete, interessante Charaktere, ein gut zu lesender sehr detaillierte Stil des Autors und eine Handlung, die ein wenig braucht um wirklich in Fahrt zu kommen, die dann aber doch spannend gehalten ist und zum Nachdenken anregt, haben mir unterhaltsame Lesestunden beschert.
Durchaus lesenswert!