Gelesen: „Unter uns nur Wolken“ von Anna Pfeffer

Format: Kindle Ausgabe
Dateigröße: 1721 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 284 Seiten
ISBN-Quelle für Seitenzahl: 374663430X
Verlag: Aufbau Digital (1. November 2018)
Sprache: Deutsch

Mag die Erinnerung auch gehen, die Liebe bleibt.
Tom ist ratlos: Sein Großvater Florian hat Alzheimer und lehnt jede Hilfe ab. Während bei Florian das Gestern verschwindet, sucht Tom im Heute verzweifelt eine Pflegerin. Doch keine will bleiben, denn sobald Tom die Wohnung verlässt, wird der charmante alte Herr zum Ekelpaket. Bis Ani vor der Tür steht. Ohne Wohnung, dafür mit Liebeskummer. Alle Versuche, Ani zu vergraulen, scheitern. Allmählich beginnt Florian sich ihr zu öffnen und gegen das Vergessen anzuerzählen. Vor allem von seiner großen Liebe Greta. Und verändert damit nicht nur sein Leben, sondern auch das von Ani und Tom.
Berührend und witzig: ein Generationenroman, der unter Lachen zu Tränen rührt.
(Quelle: Aufbau Verlag)

Der Roman „Unter uns nur Wolken“ stammt von Anna Pfeffer. Hinter diesem Pseudonym verbergen sich die beiden Autorinnen von Rose Snow. Es ist zudem die Neuauflage des ehemals im Selfpublishing veröffentlichten Romans. Ich kannte diesen, war daher auch entsprechend neugierig auf diese neue Ausgabe.  Angesprochen vom neuen Cover und dem vielversprechend klingenden Klappentext habe ich hier mit Lesen begonnen.

Die Charaktere dieser Geschichte hier sind total klasse gezeichnet. Man kann sie sich als Leser sehr gut vorstellen und auch die Handlungen waren für mich immer zu verstehen.
Tom ist jemand der mir schnell ans Herz gewachsen ist. Er leitet eine Bar, vor allem auch um es seinen Eltern zu zeigen. Diese glauben nämlich nicht wirklich an ihn. Neben dem anstrengenden Job pflegt er seinen Großvater Florian. Dieser leidet an Alzheimer und egal ob er gerade durch seine
Krankheit eingeschränkt ist oder nicht, er macht es Tom nicht unbedingt leicht. Ich mochte Ton total gerne, wie er sich aufopfert und trotzdem versucht sein Leben zu leben, sich nicht unterkriegen zu lassen.
Ani hat mir ebenso unheimlich gut gefallen. Sie kommt eher durch Zufall in Toms Leben und wird somit die Pflegerin von Florian. Männer stehen bei Ani nicht unbedingt hoch im Kurs, zumindest nicht bis Tom in ihr Leben tritt. Sie gibt es aber nicht zu und trotzdem als Leser merkt man es. Ani ist toll beschrieben, wirkte glaubhaft und realistisch.
Florian, Toms Großvater, ist ein so toller Mensch, ich hätte ihn so gerne einfach mal in den Arm genommen und ihm gesagt, dass er nicht alleine ist. Ich habe mit ihm und ja auch über ihn gelacht aber auch mit ihm mitgefiebert. Florian hat es so verdient sein restliches Leben würdig zu leben, auch wenn er Alzheimer hat.

Es gibt noch weitere Charaktere im Geschehen, wie beispielsweise Toms Eltern. Diese mochte ich überhaupt nicht, sie wollen Florian abschieben, ihn ins Heim stecken. Auf mich wirkten sie gefühlskalt und unnahbar. Auch die anderen Personen sind  gut gelungen. Ich konnte sie mir alle vorstellen, sie haben Tiefe, wirkten glaubhaft und sehr realistisch auf mich.

Der Schreibstil hier  ist flüssig und gefühlvoll. Ich wurde hier von Anfang an in den Bann der Geschichte gezogen, ich konnte gar nicht anders als zu lesen. Ich konnte die Emotionen spüren, habe mitgelacht, mitgeweint und mitgefiebert. Es stimmte einfach alles.
Geschildert wird das Geschehen abwechselnd aus den Sichtweisen von Ani und Tom. Das empfand ich als sehr gut gelöst, denn so ist man als Leser an beiden dran. Man kann exklusiv in ihre Gedanken und Gefühle schauen, lernt sie so noch viel besser kennen.
Die Handlung ist einerseits humorvoll. Aber eben auch emotional und auch traurig. Es ist nicht nur ein Liebesroman, sondern viel mehr. Ins Geschehen hier wurde zudem auch ein schwieriges Thema eingebaut, Alzheimer. Es ist etwas alltägliches, etwas womit jeder von uns kann damit in Verbindung kommen. Die zeitweise bedrückende Stimmung aufgrund dieser Krankheit wird durch eine wirkliche schöne, zarte Liebesgeschichte aufgelockert. Beides passt sehr gut zueinander, wirkte harmonisch auf mich. Gepaart mit den tollen Charakteren eine wirklich tolle Geschichte, die jedoch auch zum Nachdenken anregt, die berührt.

Das Ende ist so toll. Ich bin rundum zufrieden mit diesem Schluss, es ist so ein „Hach – Moment“, wenn alles genauso zutrifft wie man es sich wünscht. Genauso war es hier, so dass ich den Reader am Ende glücklich zur Seite gelegt habe.

Kurz und gut ist „Unter uns nur Wolken“ von Anna Pfeffer ein Roman, der mit berührt und mitgerissen hat.
Die authentisch gestalteten Charaktere, der leicht lesbare emotionale Stil der Autorinnen und eine Handlung, die so viel mehr ist als man glaubt, die zum Nachdenken anregt und den Leser mitten ins Herz trifft, haben mich sprachlos gemacht und auf ganzer Linie begeistert.
Unbedingt lesen!