[Werbung] Kai Bliesener – Ein Interview

Gerade erst ist der Polit-Thriller „Die Conrad Verschwörung“ von Kai Bliesener erschienen. Dies war für mich ein Grund dem Autor ein paar Fragen zu stellen.
Seine Antworten darauf könnt ihr im Folgenden Interview nachlesen …

Hallo lieber Kai,
ich freue mich, dass ich dir im Rahmen unserer Blogtour ein paar Fragen stellen darf.

Wie geht dir denn ganz aktuell?
Ach, eigentlich ziemlich gut. Die freien Tage über Ostern haben geholfen den Akku wieder zu füllen. In Ruhe etwas lesen, ein paar mal in die Laufschuhe geschlüpft und bei dem schönen Wetter Kilometer gemacht – und natürlich auch an den nächsten Buchprojekten gearbeitet und anstehende Veranstaltungen vorbereitet.

Du hast ja bereits ein paar Bücher veröffentlicht. Ich muss ja gestehen, ich kannte dich bisher nicht. Falls es Leser geben sollte, denen en ähnlich geht, würdest du dich bitte ganz kurz vorstellen? Was muss man wissen, wenn man Kai Bliesener kennen möchte?
Gute Frage, zumal es ja eigentlich um meine Bücher und nicht um mich gehen soll. Anfangs war ich sogar versucht unter Pseudonym zu veröffentlichen. Aber davon hat mich der Verlag dann angebracht. Ansonsten sind mein Leben und ich eigentlich recht unspektakulär, wenn ich ehrlich bin. Ich gehe einem ganz normalen Brot-und Butter-Job nach, der viel Zeit in Anspruch nimmt, war davor über zehn Jahre Pressesprecher und zuständig für die gesamte Kommunikation bei einem Verband. Ansonsten: Verheiratet, zwei Kinder. Filmfreak, Musikliebhaber (bevorzugt abseits des Mainstreams, also Indie- und Alternative-Bands) und natürlich Literatur begeistert.

Dein neuer Thriller „Die Conrad Verschwörung“ ist gerade erst erschienen. Kannst vielleicht ganz kurz zusammenfassen was den Leser hier erwartet?
Eine spannende und actionreichen Geschichte aus der Zeit des Kalten Krieges. Einer Zeit also, die noch nicht lange her ist, während der sich aber die Welt permanent am Abgrund befand. Getrieben wird die Handlung im wesentlichen durch zwei Stränge: Einerseits muss der Protagonist einen Verräter aus dem Pentagon schnappen, bevor dieser streng geheime Informationen an die Russen gibt. Andererseits wollen er und seine Freundin deren kleine Tochter aus einem sozialistischen Jugendheim befreien und in den Westen bringen. Sie bekommen es allerdings mit mächtigen Gegnern zu tun, die auf Rache aus sind, da Ihnen mein Held Carl Janson im Vorgängerroman ein Strich durch die Rechnung gemacht hat. Die beiden Bände bauen zwar aufeinander auf, lassen sich aber auch einzeln lesen.

Wie kam dir die Idee zu deinem Thriller? War dir von Anfang an klar, dass du eine Reihe schreiben würdest?
Man soll ja schreiben, was man selber lesen würde. Bei mir sind das bevorzugt Polit- und Spionagethriller, die vor realen Hintergründen ablaufen. Daher war die Entscheidung rasch gefällt. Aber die Handlung des Erstlings DIE WATSON-LEGENDE war anfangs noch in der Gegenwart angelegt. Doch bald war klar, das Sujet passt besser in die sechziger Jahre. Das daraus allerdings eine Reihe werden könnte, würde mir aber ehrlich gesagt erst beim Schreiben klar.

Wie viel Kai Bliesener steckt in deinen Charakteren? Oder sind es eher äußere Dinge, die du hast einfließen lassen?
Das können andere wahrscheinlich besser beurteilen. Aber bisher würde ich keine der Figuren als sowas wie mein Alter Ego bezeichnen. Weder möchte ich Nabelschau betreiben, noch mein Leben in meinen Büchern aufarbeiten. Was ich möchte, ist möglichst viele Leserinnen und Leser spannend und kurzweilig unterhalten. Natürlich fließen Haltung und Meinung von mir ein. Aber die dürfen nicht das bestimmende Element sein. Der Fokus muss auf fesselnder, logischer und nachvollziehbarer Handlung mit glaubwürdigen Charakteren liegen.

Wie bist du zum Schreiben gekommen? Was war dabei das Erste, was du geschrieben hast?
Geschrieben habe ich schon immer. Früher halt Briefe und Geschichten für die Freundin zum Beispiel (schmunzelt). Später dann Artikel für die taz oder die Autorenzeitschrift Federwelt. Da waren Interviews mit Boris von Smercek (jetzt bekannt unter dem Pseudonym Mark Roderick), Andreas Eschbach oder Thomas Thiemeyer dabei. Dann kamen einige Buchprojekte, die ich durch meinen Job als Pressesprecher begleiten durfte. Und 2012 dann mit dem Handbuch Medien machen die erste eigene Veröffentlichung im Schüren Verlag. Spätestens danach hatte ich beschlossen, mindestens einen Roman schreiben zu wollen. Es hat allerdings noch einige Zeit gedauert, bis das Ding im Kasten war.

Wenn du schreibst, wie gehst du dabei vor? Hast du bestimmte Rituale, plottest du alles durch oder schreibst du einfach drauf los?
Eine gute Mischung, würde ich sagen. Viele meiner früheren Schreibversuche endeten im Nirgendwo, weil ich den roten Faden verloren hatte. Im Schreibkurs bei Rainer Weckwerth habe ich dann die nützlichen Tipps bekommen, durch die der Knoten dann endlich geplatzt ist. Ich plane die Bücher seither durch, lasse aber den Figuren und der Handlung ihre Freiheiten. Soll heißen: Meine Planung ist der Rahmen, der mir den Weg zeigt und mich auch immer wieder zurückfinden lässt, wenn ich mich mal vergaloppiere. Aber ich bin flexibel genug, um auch vom Plan abzuweichen und spontan eine neue Wendung zuzulassen oder eine Figur etwas tun zu lassen, das ich nicht geplant hatte. Das führt wieder zur zweiten Frage, was es über mich zu wissen gibt: Immer für eine Überraschung gut, immer ein kleines bisschen unberechenbar, spontan und flexibel.

Wie entspannst du dich neben dem Schreiben? Hast du Hobbys denen du nachgehst?
Musik, Kino, Bücher und Sport, gutes Essen und schöne Weine. Auf dem Weg zur Arbeit dudelt entweder EgoFM oder ein Hörbuch aus den Lautsprechern. Gerne mit den Stimmen von Dietmar Wunder oder David Nathan. Musikalisch bevorzuge ich Bands der Hamburger Schule (Tocotronic, Kettcar, Tomte) oder The Cure, Depeche Mode, Editors, Interpol oder The National. Die Bands schaue ich mir gerne auch live bei Konzerten an. Gerne in kleineren Clubs statt großer Hallen.
Viel Zeit verbringe ich auch im Kino. Aber eigentlich egal was, ich schau mir von Hitchcock über Bond und diverse Superheldenabenteuer bis zu Arthouse-Filmen alles an.
Ansonsten gehe ich gerne Joggen oder Biken um den Kopf frei zu bekommen.

Du schreibst ja Thriller? War dies von vornherein dein bevorzugtes Genre? Oder kannst du dir auch vorstellen in einem anderen Genre zu schreiben?
Ich würde mich zwar momentan klar verorten, aber nie festlegen. Damit würde ich mir und meiner Kreativität selbst Fesseln anlegen. Das grenzt nur den Horizont unnötig ein. Wenn ich eine gute Geschichte habe, deren Story mich packt und fesselt, dann kann ich mir viel vorstellen. Da habe ich keine Scheuklappen.

Hast du Idole? Wenn ja, wen?
Viele. Derzeit halte ich Don Winslow zusammen mit Dennis Lehanne und Stephen King für mit die besten Thriller-Autoren. John le Carre ist unerreicht in seiner literarischen Klasse. Inspiriert haben mich aber auch Robert Ludlum, Frederick Forsyth, Robert Harris, Ken Follett und John Grisham. Nicht zu vergessen: Ian Fleming, der geistige Vater von James Bond.

Ein hochrangiger Pentagon-Mitarbeiter plant, den Sowjets streng geheime Dokumente über Truppenbewegungen und geplante Stationierungen in Westdeutschland zukommen zu lassen. Doch das Vorhaben bleibt nicht unentdeckt. Die Organisation soll den Verräter finden und aufhalten. Dafür will ihr Chef James Morrisson seinen ehemaligen Agenten Carl Janson reaktivieren, der aber in Norwegen zusammen mit seiner Lebensgefährtin Martha Conrad untergetaucht ist. Janson hat gute Gründe, seinem Chef zutiefst zu misstrauen, aber der hat ein starkes Lockmittel. Er bietet ihm Informationen über den Verbleib von Marthas Tochter an. Was jedoch mächtige Gegenspieler jenseits des Eisernen Vorhangs auf den Plan ruft.
Alles steuert auf ein dramatisches Finale vor eisiger Kulisse im Schwarzwald hin. Wird Martha ihre Tochter bald wieder in die Arme schließen können? Kann Janson den Verräter stoppen und eine drohende bewaffnete Auseinandersetzung auf deutschem Boden verhindern?

(Quelle: Amazon / SWB Media Entertainment)

Weitere Informationen zum Buch

Stell dir vor „Die Conrad Verschwörung“ würde verfilmt werden. Wen könntest du dir in den Hauptrollen vorstellen?
Hmm, also Moritz Bleibtreu, Matthias Koeberlin oder Ken Duken in der männlichen Hauptrolle, das wäre schon was. Mavie Hörbiger, Christiane Paul oder Lisa Martinek könnte ich mir als Martha Conrad vorstellen. Und Christian Redl, Christian Berkl oder Thomas Thieme als Gegenspieler von Carl Janson.

Was liest du selbst gerne? Sind es dann eher eBooks oder doch ganz klassisch Printbücher, die du bevorzugst?
Aktuell warten NSU von Andreas Eschbach und der neue Winslow im Regal. Außerdem noch die Orphan X- Romane von Gregg Hurwitz und die Oxen-Serie von Henrik Jessen. Ich lese inzwischen viel eBooks. Aber eher weil es nützlich und praktisch ist. Aber es geht nichts über das haptische Erlebnis, ein gutes Buch mit schöner Typografie, feinem Leineneinband und echtem Papier in den Fingern zu halten. Und oft gibt es bei mir so ein must have Moment. Manche Bücher müssen einfach im Regal stehen. Zum Beispiel die wunderschöne Neuausgabe von T.C. Boyles Grün ist die Hoffnung vom Hanser Verlag, die Neuübersetzungen von Hemingway, die neuen Ausgaben von Simeon im Kampa Verlag und natürlich die Neuausgabe der Bond-Romane von CrossCult. Aber auch von den Neuerscheinungen gibt es Ausgaben, die möchte ich als Buch und nicht auf dem eReader lesen. Wobei die Verknüpfung von Hörbuch und eBook schon klasse ist. So kann ich ich morgens dort weiterhören, wo ich abends am Kindle aufgehört habe.

Wenn du auf dein bisheriges Leben zurückblickst, gibt es da Dinge, die du im Nachhinein doch anders gemacht hättest?
Ja klar. Mit der heutigen Erfahrung hätte ich wahrscheinlich einige Weichen anders gestellt. Aber wer würde das nicht? Vor allem hätte ich viel früher angefangen an der ersten Publikation von mir zu arbeiten.

Ich habe gelesen, du schreibst bereits am dritten Teil deiner Serie und außerdem noch an anderen Büchern. Kannst du darüber schon mehr verraten?
Ja, der dritte Band erscheint im Oktober. Es geht darin um ein Attentat auf den Kanzlerkandidaten Willi Brandt, dessen Politik der Annäherung Ende der sechziger Jahre vielen Konservativen ein Dorn im Auge war.
Im Mai 2020 erscheint dann im Schüren Verlag ein Buch über den Filmemacher Clint Eastwood. Ich finde extrem spannend, welche Diskrepanz zwischen seinen politischen Aktivitäten für die Republikaner und den Aussagen vieler seine Regiearbeiten liegt.
Und dann ist ein Krimi/Thriller in der Pipeline, der allerdings in der Gegenwart und größtenteils in Stuttgart spielen wird. Natürlich geht es um Politik und kriminelle Machenschaften.
Sicher ist: Die Ideen gehen mir nicht aus, eher die Zeit zum schreiben.

Zum Abschluss überlasse ich dir das Wort … gibt es etwas, das du deinen Lesern gerne sagen möchtest?
Ich hoffe viele Leserinnen und Leser für das Genre des Polit- und Agenthriller begeistern zu können. Und ich freu mich natürlich über viele Gäste und Zuhörer bei meinen Lesungen und über Rückmeldungen.

Vielen lieben Dank für deine Zeit und dein Antworten!

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