Gelesen: „Das Mädchen aus der 1. Reihe: Unzensiert“ von Jana Crämer

Taschenbuch: 280 Seiten
Verlag: hockebooks (11. März 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3957512972
ISBN-13: 978-3957512970
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre

Ihr Spiegelbild – eine einzige Problemzone. Lea kann ihre Sorgen nur vergessen, wenn sie mit ihrer besten Freundin Jule auf den Konzerten ihrer Lieblingsband in der 1. Reihe steht. Dann kann sie das Leben für einen Abend unbeschwert genießen. Lea fällt aus allen Wolken, als sich Ben, der attraktive Sänger der Band, ausgerechnet für sie interessiert. Die beiden entwickeln eine tiefe Freundschaft und Lea erfährt, dass auch Ben eine Maske trägt, die er nur bei ihr ablegen kann.
(Quelle: Amazon)

Von Jana Crämer kannte ich bisher noch kein Buch. Nun stand „Das Mädchen aus der 1. Reihe: Unzensiert“ von ihr auf meinem Leseplan und ich war echt total gespannt darauf.
Das Cover wirkte auf mich recht ansprechend und der Klappentext machte mich neugierig. Daher habe ich das Buch dann auch recht flott gelesen.

Die hier auftauchenden Charaktere sind der Autorin sehr gut gelungen. Ich empfand sie alle als realistisch und vorstellbar gezeichnet.
Lea ist eine Protagonistin, die ziemlich viele Probleme mit sich herumschleppt. Sie ist unzufrieden mit sich und ihrem Körper, macht Diäten ohne Ende. Hinzu kommt das Mobbing mit denen Lea zu kämpfen hat. Das alles zieht sie runter, macht sie seelisch fertig.
Jule ist Leas beste Freundin und was für eine. Sie steht immer zu ihr, ist immer für sie da und gibt ihr Kraft. Das ist wirklich bewundernswert.
Ben ist der Leadsänger und er ist ein absolut toller Kerl. Er ist so anders, wie er mit Lea umging, wie er sie behandelte, wirklich toll. Dabei blieb er aber auch irgendwie undurchsichtig und geheimnisvoll. Was sich zwischen ihm und Lea entwickelt gefiel mir sehr gut, es wirkte glaubhaft und realistisch auf mich.

Auch die Nebenfiguren sind gut gelungen. Sie alle passen ins Geschehen hinein und bringen jeder auch ganz eigene Dinge mit, die wichtig sind für die Geschichte.

Der Schreibstil der Autorin ist richtig flüssig. Sie schafft es alles ungeschönt, ehrlich und realistisch rüberzubringen.
Geschildert wird das Geschehen aus der Sichtweise von Lea. Die Autorin hat hier die Ich-Perspektive verwendet, die ich wirklich sehr passend empfunden habe. Man ist der Protagonistin so noch um einiges näher, lernt ihre Gedanken und Gefühle sehr gut kennen.
Die Handlung hat mich wirklich gepackt. Okay, am Anfang hatte ich nicht so wirklich eine Ahnung wohin die Reise geht aber so nach einigen Seiten war ich plötzlich richtig drin, hat es echt klick gemacht. Ich war wirklich überrascht von der Ehrlichkeit, von der Eindringlichkeit, mit der die Autorin hier dieses Buch erzählt. Dabei bringt sie die Themen Essstörung und eben auch Mobbing hart und direkt rüber. Sie zeigt alles auf, regt den Leser zum Nachdenken an. Es sind Themen vor denen man die Augen nicht verschließen sollte.
Ich muss aber auch gestehen, es gibt ein paar Szenen, da wars mir doch irgendwie auch zu viel. Zu viel Drama, zu viel Härte, ich hätte mir manches Mal doch etwas mehr Ruhe gewünscht. Es gibt sie, keine Frage, sie kommt mir aber doch irgendwie auch zu kurz.
Das Thema Musik hüllt die angesprochenen Themen sehr gut ein, gibt ihnen eine Kulisse, die ich als passend empfunden habe. Passend dazu gibt es den Song „Unvergleichlich“, der ganz wunderbar zur Geschichte hier passt.

Das Ende ist dann in meinen Augen sehr passend gewählt. Es rundet das Buch mit seinen Themen ab, macht es gut und es regt auch zum Nachdenken an.

Kurz gesagt ist „Das Mädchen aus der 1. Reihe“ von Jana Crämer ein Roman, der mich wirklich einfangen konnte.
Interessante sehr gut ausgearbeitete Charaktere, ein flüssig zu lesender sehr guter Stil der Autorin und eine Handlung, die ich als interessant, spannend und auch sehr aktuell empfunden habe, haben mir tolle Lesestunden beschert.
Durchaus lesenswert!