Gelesen: „Der Kinderzug“ von Michaela Küpper

Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Droemer HC (1. Oktober 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426282186
ISBN-13: 978-3426282182

Michaela Küppers aufwühlender Roman über ein Frauen-Schicksal im Dritten Reich vor dem Hintergrund der sogenannten Kinderlandverschickung
Das Ruhrgebiet im Sommer 1943. Die junge Lehrerin Barbara soll eine Gruppe Mädchen im Rahmen der sogenannten Kinderlandverschickung begleiten. Angst, aber auch gespannte Unruhe beherrschen die Gedanken der Kinder, denn sie wissen nicht, was sie erwartet. Das Heim, das ihr zeitweiliges Zuhause werden soll, erweist sich zunächst als angenehme Überraschung, doch dann muss dieses geräumt werden.
Es beginnt eine Odyssee, die nicht nur die Kinder, sondern auch Barbara an ihre Grenzen führt, denn mehr und mehr wird sie, die sich bisher aus der Politik herauszuhalten versucht hat, mit den grausamen Methoden und Plänen der Nationalsozialisten konfrontiert – und mit Menschen, die für ihre Ideologie vor nichts zurückschrecken.
Als schließlich ein Mädchen verschwindet und ein polnischer Zwangsarbeiter verdächtigt wird, kommt für die Lehrerin die Stunde der Entscheidung.
Ein Roman über die Frage: Wie konnte man, konnte eine Frau unter dem verbrecherischen System des Nationalsozialismus anständig bleiben?
(Quelle: Droemer Knaur)

Bisher kannte ich die Autorin Michaela Küpper noch nicht. Nun hatte ich die Chance ihren Roman „Der Kinderzug“ zu lesen und entsprechend war ich auch sehr gespannt darauf.
Das Cover lässt erahnen was den Leser im Roman erwartet und der Klappentext macht neugierig. Daher habe ich das Buch dann auch nach Erhalt flott gelesen.

Es gibt hier verschiedene Charaktere, die man als Leser im Buch kennenlernt. Die Autorin hat hier Charaktere erschaffen, die in meinen Augen glaubhaft wirkten.
Zum einen ist da Barbara. Sie ist am Anfang noch ziemlich unsicher, macht aber im Handlungsverlauf eine enorme Entwicklung durch, ist zum Ende hin sehr viel reifer und erwachsener.
Dann lernt man Gisela und ihre kleine Schwester Edith kennen. Gisela ist eigentlich immer da, während Edith ja eher so beschützt und behütet wird.
Und es gibt noch Karl und Lydia. Beide lieben ihr Vaterland und können sich nichts Besseres vorstellen als an der Front zu kämpfen.
Alle Charaktere zusammen ergeben eine stimmige, vielsichtige Mischung, die wirklich sehr gut zur Gesamtgeschichte hier passt.

Vom Schreibstil der Autorin bin ich sehr beeindruckt. Sie hat es geschafft das ich sehr flüssig und gut durch die Seiten hindurch gekommen bin. Ich konnte so auch gut folgen und alles verstehen.
Geschildert wird hier alles durch verschiedene Perspektiven. Dadurch erfährt man als Leser sehr viel von verschiedenen Seiten. Am interessantesten empfand ich persönlich die Tagebucheinträge von Gisela und Edith.
Die Handlung hat mich für sich gewonnen. Bisher kannte ich noch keinen Roman, der sich mit der Verschickung von Kindern im Nationalsozialismus beschäftigt hat. Ich fand dieses Thema von Beginn an sehr interessant und habe gespannt verfolgt wie die Autorin dies hier umgesetzt hat. Auf mich wirkten hier alles sehr authentisch und realistisch dargestellt, als Leser kann man sich hier wirklich alles gut vorstellen.
Zum Teil ist es auch wirklich erschütternd zu Lesen was gerade auch Kinder damals während des Krieges alles durchmachen mussten. Das bewegt und ist von der Autorin, nicht nur durch ihre eigene Familiengeschichte, sehr gut recherchiert worden. Ich fand es richtig interessant, gerade auch wenn man die Zeit damals nicht miterlebt hat. Man bekommt einen guten Einblick in den Alltag, den die Menschen damals bewältigen mussten.

Insgesamt gesagt ist „Der Kinderzug“ von Michaela Küpper ein Roman, der mich richtig gut für sich gewinnen konnte.
Realistisch dargestellte Charaktere, ein flüssig zu lesender einnehmender Stil der Autorin sowie eine Handlung, die ich als sehr interessant, erschütternd und auch wirklich wichtig empfand, haben mir bewegende Lesestunden beschert.
Wirklich empfehlenswert!