Gelesen: “Elektrische Fische” von Susan Kreller

Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: Carlsen (31. Oktober 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3551584044
ISBN-13: 978-3551584045
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren

Emma muss mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern von Dublin nach Mecklenburg-Vorpommern ziehen. Sie vermisst Irland, den Atlantik, die irischen Großeltern. Nicht mal die Ostsee kann sie trösten. Emma will nur eins: schleunigst nach Dublin zurückkehren. Levin aus ihrer neuen Klasse, der selbst große Sorgen hat, bietet ihr seine Hilfe an, scheint aber irgendwann gar nicht mehr zu wollen, dass sie wieder fortgeht. Und auch Emma beginnt allmählich an dem Fluchtplan zu zweifeln …
(Quelle. Carlsen)

Bisher kannte ich die Autorin Susan Kreller noch nicht. Jetzt hatte ich die Chance ihren Roman „Elektrische Fische“ zu lesen und war daher auch entsprechend gespannt darauf.
Das Cover hat mir sehr gut gefallen und der Klappentext versprach mir schöne Lesestunden. Daher habe ich das Buch nach Erhalt dann auch flott gelesen.

Die hier auftauchenden Charaktere sind der Autorin wirklich sehr gut gelungen. Sie wirkten auf mich vorstellbar und die Handlungen waren auch zu verstehen.
Emma, ihre Geschwister und auch die Mutter sind in meinen Augen absolut realistisch und glaubhaft dargestellt. Emma tat mir leid, immerhin wird sie aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen. Sie fühlt sich, genau wie ihre Geschwister auch, als Außenseiterin, findet kaum Anschluss. Für den Leser ist es ein Leichtes Emmas Gedanken und Gefühle zu verstehen, sie wirkten absolut greifbar.
Weiterhin lernt man Levin, Emmas Mitschüler, kennen. Er hat auch keine einfache Familie und versteht Emma als Einziger. Er steht Emma zu Seite.

Auch die Mutter und die Geschwister sind, wie bereits angesprochen, sehr gut ausgearbeitet. Es ist für alle nicht leicht, was man als Leser durch das Geschriebene sehr gut nachempfinden kann.

Vom Schreibstil der Autorin war ich sehr angetan. Sie schreibt flüssig und sehr bildhaft, bedient sich auch gerne an Metaphern. Es wirkt aber nicht abgehoben oder stelzig, für mich war es genau passend.
Die Handlung ist so ganz anders als man sie vielleicht erwarten würde. Es geht nicht hauptsächlich um die erste Liebe oder um Heimweh, viel mehr geht die Autorin auch auf Trauer ein, sie greift weiterhin Themen wie Einsamkeit, Krankheit und auch Freundschaft in ihrer Geschichte auf. Es hat mir wirklich sehr gut gefallen wie tiefgründig das gesamte Geschehen ist.
Immer wieder gibt es Wendungen im Geschehen, sehr gut eingesetzt und damit auch unerwartet. Sie lenken die Handlung dann auch immer in neue Bahnen und als Leser fiebert man regelrecht mit den Charakteren mit.

Das Ende ist dann in meinen Augen genau richtig zur Gesamtgeschichte gewählt. Ich empfand es als passend und abschließend, es hat mir wirklich sehr zufriedengestellt.

Abschließend gesagt ist „Elektrische Fische“ von Susan Kreller ein Jugendroman, der mich vollkommen einnehmen konnte.
Sehr gut ausgearbeitete realistisch wirkende Charaktere, ein flüssig zu lesender bildhafter Stil der Autorin sowie eine Handlung, die ich als emotional, sehr tiefgründig und auch wendungsreich empfunden habe, haben mir richtig tolle Lesestunden beschert und mich überzeugt.
Absolut lesenswert!