Gelesen: “Knochendiebin (Die zwölf Kasten von Sabor 1)” von Margaret Owen

Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: Carlsen (31. Oktober 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3551584052
ISBN-13: 978-3551584052
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: The Merciful Crow

Die junge Magierin Stur aus der Krähen-Kaste kennt nur ein Gesetz: Beschütze die Deinen! Denn von den übrigen Kasten werden die Krähen geschmäht. Dabei versorgen sie Sterbende und Tote, ein wichtiger Dienst in einem Land, in dem die Sündenseuche wütet. Als Sturs Familie für eine Bestattung zum Königspalast gerufen wird, geschieht Unerwartetes: Der angeblich tote Prinz Jasimir will ihre Hilfe! Um die böse Herrscherin zu stürzen, müssen er und sein Leibwächter Tavin Verbündete treffen – unter Sturs Obhut. Aber kann sie dem Prinzen und seinem besten Freund wirklich trauen?
(Quelle: Carlsen)

Mit dem Roman „Knochendiebin“ ist das Fantasy-Debüt von Margaret Owen erschienen. Es ist gleichzeitig der Auftaktband der „Die zwölf Kasten von Sabor“ – Reihe und ich wurde hier ja ganz besonders vom Cover angesprochen. Nachdem ich auch den Klappentext kannte war klar, dieses Buch muss ich unbedingt lesen. Daher ging es nach dem Erhalt auch zügig mit Lesen los.

Die hier auftauchenden Charaktere sind der Autorin sehr gut gelungen. Ich konnte sie mir vorstellen und auch die Handlungen waren verständlich.
Stur ist hier die Protagonistin. Sie ist wirklich sehr gut beschrieben. Stur ist, wie der Name bereits erahnen lässt, ziemlich stur, hat aber auch eine recht ängstliche Seite an sich. Je mehr sie Aufgaben bekommt desto mehr wächst sie daran. Als Leser kann man sich gut in sie hineinversetzen, man kann ihre inneren Kämpfe, die sie ausficht, gut nachempfinden.
Weiterhin lernt man als Leser Tavin kennen. Ich habe ihn im Handlungsverlauf immer besser verstanden und letztlich habe ich ihn auch gerne gemocht.

Es gibt noch andere Figuren im Geschehen, die sich, neben den Protagonisten, gut in die Handlung einfügen und jeder auch ganz eigene Dinge mitbringen. Hier ist besonders Jasimir zu erwähnen. Er ist ein Prinz, der Sturs Hilfe benötigt.

Der Schreibstil der Autorin ist zwar flüssig, man sollte das Buch aber dennoch nicht nebenher lesen. Man muss sich schon auf das konzentrieren, was man hier liest, damit man nicht den Faden verliert. Auf mich hat der Stil einen immensen Sog ausgeübt, ich habe das Buch wirklich inhaliert und war mittendrin im Geschehen.
Die Handlung an sich hat mich unheimlich fasziniert. Es geht spannend los, man ist als Leser direkt mittendrin und es gibt auch gut Abwechslung und Überraschungen, die von der Autorin im Geschehen eingebaut wurden. Leider wurde es mir ab der Mitte des Buches dann doch recht langwierig. Es wirkte auf mich doch ein wenig langegezogen, man hätte die Reise auch ein wenig kürzer halten können. Das heißt jetzt aber nicht das mir das, was ich hier gelesen habe, nicht gefallen hat. Es war mir einfach etwas zu viel.
Im Geschehen integriert ist auch eine Liebesgeschichte, die sehr gut in die Geschichte hier hineinpasst. Sie wirkte auf mich glaubhaft und auch nachvollziehbar.
Die hier geschaffene Welt hat mich sehr angesprochen. Es wirkte alles sehr gut beschrieben und somit auch gut vorstellbar.

Das Ende hält einen guten Showdown parat, der einiges wieder gut machen konnte. Dadurch erlebt dieser erste Teil dann auch einen zufriedenstellenden Abschluss und ich bin nun gespannt darauf wie es wohl weitergeht.

Zusammengefasst gesagt ist „Knochendiebin“ von Margaret Owen ein wirklich gutes Debüt und gleichzeitig Auftakt der Fantasyreihe.
Interessant beschriebene Charaktere, ein anspruchsvoller aber flüssig zu lesender Stil der Autorin sowie eine Handlung, die ich als zunächst spannend empfunden habe und deren Welt interessant beschrieben ist, die dann aber leider etwas zu lang wurde, haben mir unterhaltsame Lesestunden beschert.
Durchaus lesenswert!