Gelesen: “Wörter an den Wänden” von Julia Walton

Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Arctis ein Imprint der Atrium Verlag AG (21. Februar 2020)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3038800392
ISBN-13: 978-3038800392
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre

Eigentlich sollte es einfach sein, Einbildung und Wirklichkeit zu trennen. Doch für Adam, der auf eine Highschool in den USA geht, ist dies eine schier unlösbare Aufgabe, denn er leidet unter Schizophrenie. Er sieht Menschen, die nicht existieren – zum Beispiel Rebecca, eine schöne junge Frau, die ihn wie eine Schwester versteht, oder einen tyrannischen Mafiaboss mit seiner Tommy Gun. Aber ein neues experimentelles Medikament gibt ihm Hoffnung. Jetzt scheint alles möglich – sogar die Liebe zur ungestümen, gnadenlos intelligenten Maya. Für sie will er der großartige Mensch sein, den sie in ihm sieht. Doch dann verliert das Wundermedikament seine Wirkung, und Adam unternimmt alles, um sein Geheimnis vor Maya zu bewahren …
(Quelle: Arctis)

Bisher kannte ich die Autorin Julia Walton noch rein gar nicht. Jetzt stand mit „Wörter an den Wänden“ ein Roman von ihr auf meinem Leseplan und ich war richtig gespannt darauf.
Das Cover hat mich sehr angesprochen, einerseits ist es eher schlicht, doch genau das passt aber auch zum Buch mit seinem Inhalt. Und der Klappentext versprach mir eine interessante Lektüre. Daher habe ich auch flott nach dem Laden mit Lesen begonnen.

Ihre hier handelnden Charaktere sind der Autorin in meinen Augen richtig gut gelungen. Ich konnte sie mir anhand der Beschreibungen und ihrer Handlungen sehr gut vorstellen.
Allen voran lernt man Adam kennen. Er ist 16 Jahre alt und einfach ein unheimlich sympathischer Charakter. Adam leidet unter Schizophrenie, er lässt den Leser daran teilhaben und nutzt dabei sehr viel Humor und auch Ironie. Er hat eine so liebevolle Art an sich, ich habe ihn total ins Herz geschlossen.

Es ist aber nicht nur Adam, der diesen Roman hier ausmacht, auch die anderen Charaktere fügen sich wunderbar ein. So lernt man als Leser Maya kennen, die es schafft Adams Herz höher schlagen zu lassen, oder auch Adams Mutter oder seinen Stiefvater. Jeder ist einzigartig und hat einen festen Platz in diesem Roman.

Der Schreibstil der Autorin ist richtig klasse. Ich bin locker und flüssig durch die Seiten hindurch gekommen und konnte sehr gut folgen. Die Autorin hat es wirklich geschafft mich mit ihrem auch humorvollen Stil total in den Bann der Geschichte hier zu ziehen.
Geschildert wird das Geschehen aus der Sichtweise von Adam. Die Autorin verwendet hier die Ich-Perspektive, die ich absolut passend empfunden habe. Man ist als Leser einfach noch um einiges näher an Adam dran, man kann ihm gut folgen und auch seine Gedankengänge gut nachempfinden.
Auffallend ist der Aufbau des Buches erinnert an ein Tagebuch. Adam schreibt alles, was wichtig für seine Therapie ist auf und lässt den Leser so daran teilhaben.
Die Handlung klingt zunächst vielleicht ein wenig ungewöhnlich. Doch ist man einmal drin ist es einfach klasse. Ich habe mit großer Spannung verfolgt wie sich hier alles entwickelt, welche Fortschritte Adam macht und wie es ihm ergeht.
Dabei greift die Autorin hier eine Krankheit auf, widmet sich einem Thema, das mit bisher kaum in Romane untergekommen ist. Sie schreibt mit einer Leichtigkeit über Schizophrenie und Halluzinationen, rückt die klar auch in den Mittelpunkt. Doch es ist nicht nur dies, auch die Familie, Freundschaft und eben auch die Liebe spielen eine sehr wichtige Rolle im Buch. Diese Mischung empfand ich als verdammt gut gelungen.

Das Ende ist dann genau richtig gesetzt. Ich empfand es hier als passend zur Gesamtgeschichte, es macht sie rund und entlässt den Leser dann auch sehr zufrieden aus dem Buch. Gleichzeitig denkt man als Leser unweigerlich noch einige Zeit über das Gelesen nach.

Kurz gesagt ist „Wörter an den Wänden“ von Julia Walton ein Roman, der mich vollkommen abgeholt und eingenommen hat.
Charaktere, die alle samt einzigartig und detailliert ausgearbeitet sind, ein sehr angenehm zu lesender flüssiger Stil der Autorin sowie eine Handlung, die ich als gelungene Mischung aus Themen wie Freundschaft, Familie und Liebe empfunden habe und in dem sich die Autorin mit Ironie und einem unvergleichlichen Humor einer schwierigen Krankheit widmet, haben mir wundervolle Lesestunden beschert und mich vollkommen begeistert.
Unbedingt zu empfehlen!

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