Gelesen: „Das zweitbeste Leben“ von Tayari Jones

Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Arche Literatur Verlag AG (24. Juli 2020)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3716027839
ISBN-13: 978-3716027837

James Witherspoon ist Chauffeur, lebt in Atlanta und ist mit zwei Frauen verheiratet. Chaurisse ist seine offizielle Tochter, Dana ist das zweite, geheime Kind, von dem niemand wissen darf. Beide Mädchen sind gleich alt, wohnen nicht weit voneinander entfernt und leben doch ganz unterschiedliche Leben. Denn während Chaurisse in einer heilen Familie aufwächst, muss Dana um jede Anerkennung kämpfen. Als sie vierzehn sind, laufen sich Dana und Chaurisse scheinbar zufällig über den Weg – wobei nur Dana weiß, dass sie Schwestern sind. Schließlich kommt es zu einem schicksalhaften Zusammentreffen beider Familien, das für die eine Seite den völligen Zusammenbruch bedeutet und für die andere eine Möglichkeit zum Aufbruch.
(Quelle: Arche Literatur Verlag)

Die Autorin Tayari Jones war mir bereits von ihrem anderen Roman, der 2019 erschienen ist. Schon damals konnte sie mich wirklich richtig begeistern. Nun stand mit „Das zweitbeste Leben“ wieder ein Roman von ihr auf meinem Leseplan und ich war echt total neugierig darauf.
Das Cover gefiel mir wieder richtig gut und der Klappentext versprach mir interessante Lesestunden. Daher habe ich das Buch nach dem Erhalt dann auch ganz flott gelesen.

Ihre Charaktere hat die Autorin in diesem Roman hier sehr gut gezeichnet. Für mich als Leser war es leicht sie mir vorzustellen und auch die Handlungen nachzuempfinden.
So lernt der Leser hier zuerst Dana kennen. Man erfährt wie sie mit ihrer Familie lebt und wie ihr Verhältnis besonders auch zum Vater ist. Sie weiß auch von der anderen Familie ihres Vaters, das sie und ihre Mutter eben nur das zweite Leben darstellen. Sie muss immer schweigen, darf niemanden von ihrem Vater erzählen. Dana ist intelligent und sehr hübsch, doch sie muss eben immer alles hinnehmen, kann sich nie wirklich entfalten. Man kann sich als Leser sehr gut in sie hineinversetzen, kann ihre Gedanken und Gefühle gut nachempfinden.
Chaurisse ist James‘ erste Tochter. Sie weiß nichts von der anderen Familie und hat so auch keine Einschränkungen. Ich empfand es sehr interessant hier auch ihre Perspektive kennenzulernen.

Es gibt neben den Mädchen noch weitere Charaktere im Geschehen. Egal ob man hier nun James oder auch die Mütter betrachtet, ich empfand jeden von ihnen sehr gut dargestellt und integriert.

Den Schreibstil der Autorin empfand ich als sehr gut und angenehm zu lesen. Ich bin gut ins Geschehen hineingekommen und konnte so auch flüssig folgen. Für mich war alles wirklich gut nachzuempfinden.
Geschildert wird das Geschehen in zwei größeren Abschnitten. Im ersten wird alles durch Dana erzählt, im zweiten Abschnitt übernimmt dies dann Chaurisse. Ich fand dies wirklich sehr gut, denn so lernt man alles aus den beiden Sichtweisen gut kennen.
Die Handlung selbst hat mich dann sehr eingenommen. Ich empfand es sehr interessant und auch spannend dargestellt. Die Autorin bringt die Dinge sehr gut zum Leser, man merkt beim Lesen das hier mit Sicherheit auch viele eigene Erlebnisse mit eingeflossen sind.
Gekonnt schafft die Autorin es Themen wie Familie, Lügen, Vertrauen, Schmerz, die Rolle der Frau und eben das Leben der Schwarzen in den USA der 70iger und 80iger Jahre einfließen zu lassen. Es ist alles sehr stimmig gehalten und als Leser wird man immer wieder berührt.

Das Ende ist dann in meinen Augen gut gelungen. Es ist absolut passend zur Gesamtgeschichte gehalten und macht hier alles sehr gut rund. Zugleich hallt es auch noch nach, wenn man die Buchdeckel letztlich zugeschlagen hat.

Insgesamt gesagt ist „Das zweitbeste Leben“ von Tayari Jones ein Roman, der mich wirklich total gut für sich einnehmen konnte.
Interessante gut beschriebene Charaktere, ein sehr angenehm zu lesender flüssiger Stil der Autorin sowie eine Handlung, die ich als spannend und interessant gehalten empfand und in der die Autorin auch ernstere Themen mit aufgreift, haben mir wirklich wunderbare Lesestunden beschert und mich überzeugt.
Absolut zu empfehlen!

Rezension “In guten wie in schlechten Tagen”

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