Gelesen: „Milo und das Geheimnis von Polyrica“ von Nicolas Mueller

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1115 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 345 Seiten
Sprache: Deutsch

In der Schule hat der 13-jährige Milo kaum Freunde und sein Vater kümmert sich fast nur noch um seine neue Familie. Milo träumt davon, in die faszinierenden Welten aus Büchern, Filmen und Videospielen zu flüchten. Doch er glaubt, dass das nicht möglich ist. Als ihm sein Lieblingsbuch beim Lesen vor lauter Müdigkeit auf die Nase fällt, ist er plötzlich mitten in der Geschichte. Er weiß als Einziger, dass etwas Schreckliches passieren wird, wenn er nicht in die Handlung eingreift. Doch nicht nur die Zeit läuft gegen ihn …
(Quelle: amazon)

Beim Roman „Milo und das Geheimnis von Polyrica“ handelt es sich um den Debütroman von Nicolas Mueller.
Mir hat hier ja das Cover echt gut gefallen. Auch der Klappentext machte mich neugierig und so habe ich das eBook geladen und habe dann auch recht schnell mit dem Lesen gestartet.

Die handelnden Charaktere sind relativ gut gelungen. Man kann sie sich vorstellen und die Handlungen wirkten auch an sich nachvollziehbar.
Milo, der Protagonist, wirkte gerade zu Anfang doch sehr kindlich. Man erfährt als Leser sehr viel über ihn selbst und sein Leben. Hier holt der Autor eben auch ziemlich weit aus. Milo entwickelt sich im Handlungsverlauf weiter, allerdings ist die Entwicklung dann nicht immer vollständig zu verstehen. Die gewonnene Selbstsicherheit passt nicht unbedingt immer, da es so wirkte als ob es ein vollkommen neuer Milo wäre. Auch gehen durch die Entwicklung Milos Emotionen verloren, gerade in Polyrica wirkte er sehr gelassen, ja fast schon kühl auf mich. Das fand ich sehr schade, denn eigentlich ist Milo ein richtig liebenswerter sympathischer Junge.

Neben dem Protagonisten gibt es noch andere Figuren und Charaktere in der Handlung. Sie fügen sich gut ein und ergeben eine interessante Mischung.

Der Schreibstil des Autors hat es mir zugegeben nicht so leicht gemacht. Ja, er schreibt flüssig aber für mich persönlich war es mir hier doch zu detailliert. Gerade zu Anfang habe ich doch einige Zeit gebraucht um wirklich anzukommen. Mir waren es irgendwie zu viele Beschreibungen. So habe ich einige Zeit gebraucht um mit allem warm zu werden.
Die Handlung selbst hat definitiv Potential. Sie ist sehr fantastisch und es kommt auch Spannung auf. Nach dem trägen, sehr detaillierten Beginn nimmt das Geschehen dann auch relativ flott Fahrt auf. Allerdings kam es auch hier immer wieder zu doch sehr detailreichen Szenen, die mir persönlich dann doch zu lang waren. Dadurch gingen für mich leider Spannung und ja auch Emotionen verloren. Klar diese Passagen halten nie lange an und werden von spannenden abgelöst, sie sind aber leider da und es wird doch Potential dadurch verschenkt.
Von der Idee hinter der Geschichte war ich sehr angetan. Sie wirkte frisch und der Autor nutzt es auch um einige wichtige Themen ins Geschehen einzuarbeiten. So geht es hier um Freundschaft, um den Zusammenhalt aber auch darum mit Mobbing fertigzuwerden. Das hat der Autor gut gemacht.

Das Ende ist passend zur Gesamtgeschichte gehalten. Es kommt ziemlich unerwartet und überraschend, macht die Handlung hier sehr gut rund schließt sie entsprechend auch gut ab.

Insgesamt gesagt ist „Milo und das Geheimnis von Polyrica“ von Nicolas Mueller ein Debütroman, der mich ganz ehrlich zwiegespalten zurücklässt.
Ein an sich liebenswerter Protagonist, der sich allerdings für mich etwas unverständlich entwickelte, und ein detaillierter, teilweise zu langwieriger Stil des Autors stehen hier einer fantastischen Geschichte mit toller Hintergrundidee und überraschenden Ende gegenüber.
Der Autor wollte hier leider teilweise zu viel und verschenkt Potential.
Schade!

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