Gelesen: “Liberty 9 – Sicherheitszone” von Rainer M. Schröder

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Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
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Verlag: cbj (27. August
2012)
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Sprache: Deutsch
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ISBN-10: 3570154645
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ISBN-13: 978-3570154649
Kurzbeschreibung:
Die Zukunft hat schon begonnen
Kendira beherrscht die Regeln. Liberty 9, das riesige
Valley samt der beeindruckenden Lichtburg, in der 200 junge Auserwählte leben,
ist ihr Zuhause. In völliger Abgeschiedenheit und umgeben von
undurchdringlichen Schutzanlagen, leben die so genannten Electoren nach einem
vorgegebenen Tagesrhythmus: Morgenappell, Unterricht, hochkonzentrierte
computeranimierte Trainings. Kendira glaubt zu wissen, warum. Sie trainiert für
einen höheren Zweck – doch nicht alle in Liberty 9 sind so privilegiert wie
sie. Der junge Dante ist kaum mehr als ein Sklave. Kendira darf er sich eigentlich
gar nicht nähern, doch eine unwiderstehliche Anziehungskraft bringt die beiden
zusammen. Dantes Zweifel am grausamen System machen auch Kendira misstrauisch –
und bringen beide in größte Gefahr. Denn Liberty 9 ist sicher – todsicher.
(Quelle: cbj Jugendbuch)

Meine Meinung:
Die Erde 59 nach dem Großweltenbrand. Das Leben hat sich
komplett verändert.
In Liberty 9, einer Zone abgeschieden vom Rest der
Menschheit, lebt Kendira mit ihren Freunden. Sie gehört zu den Electoren, den
Auserwählten, deren größtes Ziel ist beim Training eine der besten zu sein. Das
Training dient der Vorbereitung für den Einsatz im Lichttempel.
Neben den Electoren gibt es noch die Servanten, die
schwere Arbeiten verrichten müssen und Diener der Electoren sind
Eines Tages lernt Kendira Dante kennen. Er ist ein
Servant und obwohl Kendira nicht mit ihm reden darf fühlt sie sich zu ihm
hingezogen. Dante ist nicht überzeugt vom System und hinterfragt viel. Je näher
Kendira Dante kommt, desto mehr fängt auch sie an zu zweifeln.
Ist vielleicht doch nicht alles so wie es nach außen hin
scheint?
„Liberty 9- Sicherheitszone“ ist der Auftakt zu einer
dystopischen Trilogie. Geschrieben wurde das Buch vom deutschen Autor Rainer M.
Schröder. Ich kannte vor diesem Buch noch kein anderes des Autors.
Die Protagonistin Kendira ist vollkommen eingenommen vom
System in Liberty 9. Sie beherrscht die Regeln und befolgt sie brav. Allerdings
wirkt sie dadurch teilweise etwas kühl und unnahbar. Kendira ist intelligent
und lässt sich nichts gefallen. Als sie Dante kennenlernt und er ihr von den Missständen
im System erzählt, beginnt sie zu zweifeln. Kendira hinterfragt die Dinge mehr
und mehr und wandelt sich. Diese Wandlung macht Kendira sympathisch und
menschlich.
Dante ist ein Servant. Er sieht gut aus und ist charmant.
Trotz dass er als Diener arbeitet ist er nicht verbittert. Dante zweifelt am
System, ist kritisch und glaubt nicht alles. Mir war er von Anfang an
sympathisch.
Dantes Gegenspieler um Kendiras Gunst ist Carson, ein
typischer Alpha-Elector. Er ist ehrgeizig und gutaussehend. Mir war er
allerdings etwas zu glatt.
Zwischen Kendira und Dante entwickelt sich eine
Liebesgeschichte die langsam und zart beginnt. Dies macht sie sehr glaubwürdig.
Leider bleiben die Nebencharaktere, wie zum Beispiel
Kendiras beste Freundin Nekia, hinter den Protagonisten zurück. Nichts desto
trotz sind sie aber auch interessant.
Der Schreibstil des Autors ist insgesamt flüssig.
Allerdings ist der Einstieg ins Buch schwierig, da es sehr viele neue Begriffe
gibt. Diese werden aber gut beschrieben und erklärt. Einmal eingelesen kommt
man dann zügig voran.
Die spannende aber auch teilweise grausame Handlung wird
aus Kendiras Sicht in der 3. Person geschildert. Hin und wieder gibt es aber
auch Passagen von einem Mann, wodurch man das System besser kennenlernt.
Das Ende ist offen gestaltet, kommt aber ohne Cliffhanger
aus. Die verbleibenden Fragen machen neugierig auf den 2. Teil.
Fazit:
„Liberty 9 – Sicherheitszone“ von Rainer M. Schröder ist
ein gut durchdachter Auftakt der dystopischen Trilogie. Zu Beginn ist das Buch
zwar verwirrend aber dann überzeugt es durch eine spannende Handlung und
sympathischen Protagonisten.
Für Dystopie-Fans auf jeden Fall lesenswert.
Vielen dank an den cbj Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.
Diese Rezension ist auch hier, hier (unter Manja T.), hier (unter Manja Teichner) und hier (unter Manja Teichner) zu finden.

Gelesen: “Callcenter: Wer dranbleibt, hat verloren” von Sebastian Thiel

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Broschiert:
288 Seiten
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Verlag:
Schwarzkopf & Schwarzkopf
(15. Oktober 2012)
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Sprache:
Deutsch
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ISBN-10: 3862651657
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ISBN-13:
978-3862651658
Kurzbeschreibung:
Andreas Seifeld arbeitet in einer Firma, die die meisten Menschen
hassen. Er natürlich auch. In einem Callcenter. Auch sonst läuft in seinem
Leben so einiges schief – sein Studium hat er abgebrochen, seine Beziehung
droht in die Brüche zu gehen und er braucht dringend Geld. In Andreas reift ein
genialer Plan, der die Welt der Callcenter revolutionieren und all seine
Probleme lösen könnte. Doch im Callcenter gelten ganz eigene Gesetze …
(Quelle: Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag)

Meine Meinung:
Andreas Seifeld hat sich sein Leben ganz anders
vorgestellt. Er ist 28 Jahre alt und arbeitet seit nunmehr 6 Jahren über eine
Zeitarbeitsfirma in einem Callcenter. Sein begonnenes Studium hat er
mittlerweile abgebrochen.
Auch privat läuft nicht alles nach Plan. Andreas´ Beziehung
steht auf Messer Schneide und dann ist da noch der selbstverschuldetet Unfall
während eines Urlaubs, der Andreas in arge Geldprobleme bringt.
Als das Callcenter ins Ausland verlegt werden soll
braucht Andreas schnell einen rettenden Einfall um dies noch irgendwie zu
verhindern …
„Callcenter“ ist ein autobiografisches Buch des Autors
Sebastian Thiel. In ihm schildert er seine Erfahrungen im Callcenter und gibt dem
Leser einen guten Einblick in die Arbeit.
Der Protagonist Andreas ist 28 Jahre alt und hatte eine
klare Vorstellung von seinem Leben. Er wollte sein Studium beenden und in einer
großen Firma arbeiten. Stattdessen hat er sein Studium abgebrochen und arbeitet
seit 6 Jahren als Leiharbeiter in einem Callcenter. Privat hat Andreas auch so
einige Probleme, tappt er doch von einem Fettnäpfchen ins nächste. Ich konnte
mehrfach über ihn lachen obwohl er eigentlich eher bemitleidenswert ist.
Auch die anderen Charaktere, egal ob sie Andreas
beruflich oder privat begleiten, hat Sebastian Thiel richtig gut dargestellt.
Besonders Andreas´ Kumpel Hakan hat immer einen guten Spruch auf Lager und
sorgt für viel Schmunzeln.
Aber auch die Chefs kommen sehr glaubhaft rüber.
Der Schreibstil des Autors ist flüssig und recht amüsant.
Das Buch lässt sich sehr zügig und gut lesen.
Die Geschichte wird aus Sicht von Andreas geschildert. So
ist man als Leser stets ganz nah am Geschehen dran.
Die Handlung an sich fand ich sehr interessant, die
gegebenen Einblicke sehr aufschlussreich.
Das Ende ist sehr gut gewählt und besonders für Andreas
mehr als versöhnlich.
Fazit:
„Callcenter“ von Sebastian Thiel ist ein herrliches Buch,
das einen guten Einblick in die Arbeit eines Callcenteragenten bietet.
Der Autor überzeugt mit einem glaubwürdigen Protagonisten
und einer guten Prise Humor.
Wirklich empfehlenswert.
Vielen Dank an den Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag für das bereitgestellte Exemplar und auch ein großes Dankeschön an den Autor für die tolle Leserunde auf lovelybooks.
Diese Rezension wurde auch hier, hier (unter Manja T.), hier (unter Manja Teichner) und hier (unter Manja Teichner) veröffentlicht.

Gelesen: “Pegasuscitar: Mit gewaltigen Schwingen” von Chris P. Rolls

Achtung! 
Vor Lesen dieser Rezension möchte ich darauf hinweisen, 
dass
dies der 2. Teil einer Reihe ist und somit Spoiler enthalten kann!
 
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Format: ePub
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Seitenzahl
der Print-Ausgabe:
351 Seiten
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Verlag: Fantasy Welt Zone Verlag (27. September 2012)
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Sprache: Deutsch
Dieses Buch kaufen? – Kindle Format
Kurzbeschreibung:
Das Netz aus Intrigen und Täuschungen um den Citar Feyk
zieht sich unbarmherzig zusammen. Durch Verrat innerhalb der Pegasusfeste fällt
er sogar in Bohruns Hände und wird in den Nordwesten verschleppt. Die
Erkenntnis, wer in Bohrunsfeste wirklich die Fäden in der Hand hält, birgt für
den verzweifelten Feyk eine unangenehme Überraschung. Bohrun rüstet derweil für
den Krieg, der unvermeidbar scheint. Vigar und die Custore machen sich
unterdessen zu Feyks Befreiung auf, begleitet von Aldjar, der ein weiteres
Geheimnis hütet.
(Quelle: amazon)

Meine Meinung:

Feyk hat sich mittlerweile gut auf der Festung der
Pegasusreiter eingelebt. Sein bester Freund und große Liebe Aldjar ist
natürlich bei ihm. Allerdings hat Feyk noch immer das Gefühl eingesperrt zu
sein und nicht tun zu können was er gerne möchte.
Als es innerhalb der Festung zu einem Verrat kommt gerät
Feyk in die Hände des gegnerischen Herrschers Bohrun. Dieser foltert Feyk, denn
er möchte das Feyk seine Gaben einsetzt und Bohrun so hilft. Kann Feyk aus
Bohruns Klauen noch gerettet werden?
Auch scheint es, dass der Krieg zwischen den beiden
Reichen immer unausweichlicher ist.
Kann dieser Krieg doch noch verhindert werden? Und
welches Geheimnis verbirgt Aldjar?
„Pegasuscitar II: Mit gewaltigen Schwingen“ ist der
zweite und finale Teil der Reihe rund um die Flügelpferde. Geschrieben wurde
der Roman von Chris P. Rolls. Er knüpft quasi nahtlos an den ersten Teil an und
nachdem mich dieser bereits überzeugen konnte hatte ich doch recht hohe
Erwartungen an diesen zweiten Teil.
Die auftauchenden Charaktere sind teilweise bereits
bekannt aber es kommen auch neue hinzu.
Feyk hat sich im Vergleich zum ersten Teil entwickelt. Er
geht in der Rolle des Pegasusreiters vollkommen auf. Mit Aldjar hat Feyk nicht
nur seine große Liebe gefunden, er ist auch sein bester Freund. Die beiden sich
ein tolles Paar und es knistert gewaltig zwischen ihnen. Aus dem einst
ängstlichen Jungen wird mehr und mehr ein selbstbewusster und starker junger
Mann und Pegasusreiter.
Aldjar ist nach wie vor der sympathische Stallbursche.
Aber ihn umgibt ein Geheimnis. Als die Autorin dieses lüftet war ich doch
überrascht aber es ist nachvollziehbar. Auch Aldjar macht eine Entwicklung
durch.
Am interessantesten war aber dieses Mal Thyon. Im ersten
Teil war er mir gänzlich unsympathisch, war er doch der kalte Nordmann. Doch
jetzt wandelt er sich und wird zunehmend sympathischer.
Auch die Nebencharaktere hat Chris P. Rolls gut
dargestellt. Jeder von ihnen passt ins Geschehen und trägt seinen ganz eigenen
Part dazu bei.
Der Schreibstil der Autorin ist, wie schon in Teil 1,
flüssig und gefühlvoll.
Die Handlung ist gut durchdacht und temporeich. Es ist
konstant Spannung vorhanden und man kann sich als Leser kaum von dem Buch
losreißen. Einmal angefangen kann man erst am Ende aufhören.
Das Ende ist abgeschlossen und kommt leider viel zu
schnell. Ich hätte gerne noch ein wenig mehr von Feyk und den Flügelpferden
gelesen.
Fazit:
„Pegasuscitar II: Mit gewaltigen Schwingen“ von Chris P.
Rolls ist eine gelungene Fortsetzung und steht dem ersten Teil in nichts nach.
Hier hat man als Leser alles, was eine gute Geschichte
braucht. Tolle Charaktere, eine spannende Handlung und ein mitreißender
Schreibstil machen das Lesen zu einer wahren Freude.
Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung.
Vielen Dank an die Autorin Chris P. Rolls, die mir dieses eBook zur Verfügung gestellt hat.
Diese Rezension ist auch hier, hier (unter Manja T.). hier (unter Manja Teichner; beim Taschenbuch) und hier (unter Manja Teichner; beim Taschenbuch) zu finden.

Gelesen: “Slide – Durch die Augen eines Mörders” von Jill Hathaway

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Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
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Verlag: Fischer FJB (26. September
2012)
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Sprache: Deutsch
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ISBN-10: 3841421490
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ISBN-13: 978-3841421494
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Originaltitel: Slide
Kurzbeschreibung:
Sie hat die schreckliche Wahrheit gesehen – durch die
Augen eines Mörders.
Die sechzehnjährige Vee hat Narkolepsie. Und wenn es nicht schon genug wäre,
plötzlich in der Schule, im Kino oder bei Freunden einfach einzuschlafen,
wandert Vees wache Seele während des Schlafens in den Körper eines anderen. Vee
sieht, was diese Person gerade sieht – ohne deren Taten beeinflussen zu können.
Doch noch nie war es so grausam wie in dieser Nacht: Sie sieht durch die Augen
eines Mörders. Und sie kennt das Opfer: Es ist Sophie, die beste Freundin ihrer
Schwester Mattie. Für die Polizei sieht es aus wie Selbstmord, nur Vee kennt die
schreckliche Wahrheit, und sie begreift schnell, dass auch Mattie in Gefahr
schwebt. Nur – wie soll sie herausfinden, in wessen Körper sie war?
(Quelle: Fischer Verlag)

Meine Meinung:
Vee leidet an Narkolepsie, dem plötzlichen Einschlafen.
Außerdem „wandert“ sie währenddessen in andere Körper. Immer wenn sie einen Gegenstand
berührt auf dem jemand anderes einen „emotionalen Abdruck“ hinterlassen hat „wandert“
Vee in die Person und sieht die Welt dann durch ihre Augen.
Eines Tage wird sie so Zeugin eines Mordes, an Sophie,
der besten Freundin ihrer Schwester Mattie. Alle glauben das es Selbstmord war
aber Vee ist fest entschlossen den Mörder zu finden. In ihrem Umfeld sind auch
einige verdächtig.
Halt und Zuflucht findet Vee bei Zane, dem neuen Schüler.
Doch dann gerät auch Mattie ins Visier des Mörders und Vee
muss schnell handeln …
„Slide – Durch die Augen eines Mörders“ von Jill Hathaway
ist ein Jugendthriller der im Fischer Jugendbuch Verlag erschienen ist. Die
Idee hinter der Geschichte war für mich neu, etwas Derartiges hatte ich bisher noch
nicht gelesen.
Die Protagonistin Sylvia, genannt Vee, war mir direkt
sympathisch. Sie leidet an Narkolepsie und ist ein wenig ängstlich, da sie
jeden Moment wieder einschlafen und wandern könnte. Daher ist sie sehr
vorsichtig mit dem was sie berührt. Vees Mutter starb sehr früh an Krebs und
ihr Vater arbeitet sehr viel. So hat sie quasi die Mutterrolle für ihre
Schwester Mattie übernommen. Auf jeden Fall ist Vee ein wirklich toller Charakter,
der viel durchgemacht hat und noch durchmacht. Im Handlungsverlauf macht Vee eine
Entwicklung durch und wird selbstbewusster.
Der neue Schüler Zane ist der typische Mädchenschwarm.
Alle stehen sie auf ihn, er ist attraktiv und intelligent, scheint aber dennoch
ein Geheimnis zu haben. Er zeigt Interesse an Vee, die sich in ihn verliebt.
Rollins, Vees bester Freund ist das komplette Gegenteil
von Zane. Er ist ein Außenseiter und hat zudem noch genug eigene Probleme.
Trotzdem sorgt er sich um Vee und ist immer für sie da. Rollins hat das Herz am
richtigen Fleck und war mir viel lieber als Zane.
Auch die auftretenden Nebencharaktere hat Jill Hathaway
gut dargestellt. Jeder von ihnen trägt auf seine eigene Art und Weise etwas zur
Gesamthandlung bei.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und die Seiten
ließen sich zügig lesen. Sie beschreibt die Dinge zwar detailliert aber es war
niemals zuviel und es blieb immer genug Raum für das eigene Kopfkino.
Die spannende und fesselnde Handlung wird aus Vees Sicht
in der Ich-Perspektive im Präsens geschildert.
Zu Beginn ist die Handlung eher ruhig aber ab dem Mord
nimmt die Geschichte Fahrt auf und fesselt den Leser an die Seiten.
Durch unvorhersehbare Wendungen hat mich auch die
Auflösung am Ende überrascht. Das Ende ist abgeschlossen und das Buch könnte
problemlos als Einzelband durchgehen aber es ist wohl ein zweiter Teil geplant.
Fazit:
„Slide – Durch die Augen eines Mörders“ von Jill Hathaway
ist ein spannender Jugendthriller.
Die Protagonistin ist toll ausgearbeitet und die Handlung
fesselt den Leser.
Auf jeden Fall lesenswert.
Vielen Dank an den Fischer Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.
Diese Rezension ist auch hier, hier (unter Manja T.), hier (unter Manja Teichner) und hier (unter Manja Teichner) zu finden.

Gelesen: “Alles muss versteckt sein” von Wiebke Lorenz

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Broschiert: 352 Seiten
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Verlag: Karl
Blessing Verlag
(3. September 2012)
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Sprache: Deutsch
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ISBN-10: 3896674692
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ISBN-13: 978-3896674692
Kurzbeschreibung:
Was tust du, wenn deine Mordfantasien Wirklichkeit
werden?
Ihre Gedanken sind mörderisch, ihre eigene Angst davor
unaussprechlich: Nach einem Schicksalsschlag erkrankt Marie an aggressiven
Zwangsgedanken, betrachtet sich als Gefahr für sich selbst und andere.
Monatelang kämpft sie gegen die grausamen Mordfantasien an, die wie Kobolde
durch ihren Kopf spuken, ständig verbunden mit der Panik, sie könne diese
furchtbar realen Fantasien eines Tages nicht mehr kontrollieren und in die Tat
umsetzen. Und dieser Tag kommt, als Marie neben ihrem toten Freund erwacht, der
mit einem Messer auf grausamste Weise niedergemetzelt wurde. Am Ende eines
Gerichtsprozesses wird sie aufgrund ihrer Schuldunfähigkeit zum Maßregelvollzug
in der forensischen Psychiatrie verurteilt. Dort sucht Marie verzweifelt nach
Erinnerungen an die Mordnacht, denn für Marie selbst sind die Geschehnisse wie
ausgelöscht. Nur ihr Arzt Jan scheint sie zu verstehen und ihr helfen zu
wollen. Aber schon bald wächst in Marie der Verdacht, dass in Wahrheit
vielleicht nichts so gewesen ist, wie es scheint …
(Quelle: Blessing Verlag)

Meine Meinung:
Marie befindet sich in der geschlossenen Psychiatrie. Sie
wurde verurteilt, nachdem sie ihren Freund Patrick nachts mit mehreren
Messerstichen ermordet haben soll. Als Marie am nächsten Morgen in Patricks
Blut aufwachte hatte sie aber keinerlei Erinnerung mehr an die Tat.
Seit einem schweren Schicksalsschlag hat Marie Zwangsgedanken
und die Tat passt genau dazu. In der Klinik macht Marie nun eine Therapie.
Zusammen mit ihrem Therapeuten versucht sie ihre Erinnerungen zurückzugewinnen.
Je mehr dies gelingt, desto mehr kommen Zweifel auf. Ist Marie wirklich eine
eiskalte Mörderin?
„Alles muss versteckt sein“ war mein erster Roman der
Autorin Wiebke Lorenz. Bei diesem Buch handelt es sich um einen Psychothriller,
der ganz ohne Blutvergießen auskommt.
Die Autorin befasst sich in ihrem Roman intensiv mit dem
Thema Psychologische Forensik, den krankhaften Zwangsgedanken.
Die Protagonistin Marie leidet seit einem schweren
Schicksalsschlag an eben diesen Zwangsgedanken. Sie wurde wegen Mordes an ihrem
Freund Patrick verurteilt und befindet sich nun zur Therapie in einer psychiatrischen
Klinik. Marie kämpft und versucht ihre Erinnerungen und damit verbunden
Antworten zu finden. Sie kommt sympathisch und authentisch rüber, eben wie die
nette Frau von nebenan.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und leicht zu
lesen. Von Seite zu Seite wird man als Leser immer tiefer in die Abgründe der
menschlichen Psyche gezogen.
Besonders den klinischen Alltag und die Krankheit hat
Wiebke Lorenz sehr gut beschrieben und recherchiert.
Die sehr spannende Handlung wird aus Maries Perspektive
in der 3. Person geschildert. Immer wenn Marie von ihrer Vergangenheit erzählt
wechselt die Sicht in die Ich-Perspektive.
Der Spannungsbogen entwickelt sich langsam aber stetig.
Es beginnt alles eher ruhig und verhalten, doch durch immer wieder
überraschende Wendungen wird man mehr und mehr an die Seiten gefesselt.
Auf dem letzten etwas 50 Seiten zieht die Spannung
nochmals an und der Thriller schließt mit einem, wenn auch vorhersehbaren,
Ende. Das es vorhersehbar ist tut der Spannung und dem Lesevergnügen jedoch
keinen Abbruch.
Fazit:
„Alles muss versteckt sein“ von Wiebke Lorenz ist ein
wirklich vollkommen überzeugender Psychothriller.
Die Protagonistin ist authentisch dargestellt, die
Handlung sehr spannend und der Schreibstil der Autorin sehr eindringlich.
Von mir gibt es die volle Punktzahl und natürlich eine
ganz klare Leseempfehlung.
Vielen Dank an den Blessing Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.
Diese Rezension ist auch hier, hier (unter Manja T.), hier (unter Manja Teichner) und hier (unter Manja Teichner) zu finden.

Gelesen: Mingus” von Keto von Waberer

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Taschenbuch: 300 Seiten
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Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Oktober 2012)
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Sprache: Deutsch
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ISBN-10: 3423249374
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ISBN-13: 978-3423249379
Kurzbeschreibung:
Für die
einen ist dieses Wesen ein Wunder, für die anderen der neue Messias oder eine
mörderische Waffe: Mingus. Alle wollen ihn haben. Er ist aus den Wäldern
gekommen und ahnte nichts von seiner Einzigartigkeit. Ein Mädchen war bei ihm,
Nin, vor Jahren entführt aus der Stadt. Alle denken, er hätte sie geraubt.
Niemand glaubt Nin, als sie beteuert, dass Mingus ihr Retter sei. Alle suchen
ihn. Doch Mingus findet immer wieder Unterstützer, die ihn vor allem für ihre
Ziele einzuspannen versuchen. Dabei will er nur eins: Nin finden und mit ihr
dorthin zurückkehren, wo sie beide glücklich waren. Für Nin ist es
unerträglich, nicht zu wissen, ob Mingus noch lebt. Er muss leben, sie würde
doch spüren, wenn der Liebe ihres Lebens etwas Schreckliches zugestoßen wäre.
Und so macht sie sich auf die Suche…
(Quelle:
dtv Verlag)

Meine
Meinung:
Mingus ist
eine Chimäre, halb Mensch, halb Tier. Er wurde von einem Wissenschaftler
erschaffen und lebt mit seinem „Papa“ weit ab in den Wäldern. Als sein Papa
stirbt ist er noch jung, wild und unerfahren. In Papas Labor findet er einen „kleinen
Bruder“, ein Mädchen, das vor einiger Zeit entführt wurde, mit dem Mingus sich
nun durch die Wälder schlägt Richtung Megacity.
Dort in der Stadt sieht jeder etwas anderes in Mingus.
Die einen bewundern ihn, andere wollen Macht durch ihn und wieder andere
fürchten ihn. Nur Nin, das Mädchen, aber liebt Mingus.
Als die beiden getrennt werden setzt Nin alles ihr Mögliche
daran Mingus wiederzufinden …
„Mingus“ ist eine etwas andere Dystopie, geschrieben von
Keto von Waberer.
Der Protagonist und Namensgeber des Buches Mingus ist
halb Mensch, halb Löwe. Um ihn dreht sich die gesamte Geschichte. Leider aber
ist Mingus in meinen Augen ein etwas schwieriger Charakter, der teilweise kaum
nachvollziehbare Handlungen unternimmt. Eine Beziehung zu ihm aufzubauen war
ungemein schwierig. Zu Beginn ist Mingus eher ungebildet und wild, zum Ende hin
wird er ruhiger und gebildeter. Seine Entwicklung ist nachvollziehbar.
Nin, Mingus „kleiner Bruder“, ist ein Mädchen, das vor
einiger Zeit aus der Stadt entführt wurde. Sie wird von Mingus im Labor des
Wissenschaftlers gefunden und schlägt sich mit ihm zusammen Richtung Megacity
durch. Nin besitzt einen Robohund namens Gonzo, der doch recht menschliche
Verhaltenszüge besitzt. Nin war mir wesentlich zugänglicher als Mingus.
Leider bleiben die anderen Charaktere recht unpersönlich
und schwach, so dass auch zu ihnen kaum eine Bindung möglich war.
Der Schreibstil der Autorin ist ziemlich abgehackt. Es
gibt viele kurze Sätze, was den Lesefluss recht holprig macht. Der Einstieg ins
Buch war relativ schwer dadurch, zum Ende hin wurde es dann aber besser.
Die Handlung wird aus ständig wechselnden Perspektiven im
Präsens geschildert. Zu Beginn ist das ziemlich verwirrend. Außerdem gibt es
des Öfteren Rückblenden, die aber das Lesen wiederum interessant machen.
Dennoch richtige Spannung wollte einfach nicht aufkommen, leider.
Die Welt in der „Mingus“ angesiedelt ist wird von Keto
von Waberer leider auch nicht wirklich beschrieben. Hier und da gibt es
Andeutungen aber warum die Welt so ist, wie sie ist, bleibt leider im Dunklen.
Das Ende wirkt abgeschlossen aber aufgrund der fehlenden
Informationen über die Welt und ihre Bewohner bleiben ziemlich viele offene
Fragen zurück.
Fazit:
„Mingus“ von Keto von Waberer ist eine Dystopie, die sich
von der Masse abhebt.
Die Idee hinter dem Buch ist durchaus interessant, doch
leider hat die Autorin das vorhandene Potential nicht wirklich genutzt.
Wenn man Dystopien mag und sich auf dieses doch
unkonventionelle Buch einlassen kann, dann könnte es ein durchaus lesenswertes
Buch sein.
Mir aber fehlte leider doch zuviel. Schade.
Vielen Dank an lovelybooks für die Leserunde dort und damit verbunden auf vielen Dank an den dtv Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.
Diese Rezension ist auch hier, hier (unter Manja T.), hier (unter Manja Teichner) und hier (unter Manja Teichner) zu finden.